Unser Glaube braucht frisches Wasser – und andere Menschen. Warum Glaube beziehungsorientiert sein muss, damit er lebendig bleibt.
Von Sonja Sorbara
Es sind wichtige Fragen: Wie kann mein Glaube lebendig bleiben? Wie kann ich inspiriert leben und wie kann mein Glaube wachsen? Im Bild gesprochen gleicht unser Glaube einem Gewässer, das eine frische Quelle braucht, die zufließt – genau so, wie es nötig ist, dass das Wasser weiterfließen kann, weil es sonst abgestanden wird. Ein anderes Bild für den Glauben kann das Feuer sein, das immer wieder Nahrung braucht – zum Beispiel Holz –, um zu brennen.
Paulus konfrontiert die Gemeinde in Korinth ganz deutlich, wenn er schreibt: „Prüft euch! Stellt selbst fest, ob euer Glaube noch lebendig ist! Oder ist bei euch nichts mehr davon zu merken, dass Jesus Christus unter euch lebt?“ (2. Korinther 13,5, Hoffnung für alle)
Glaube kann lebendig sein oder verkümmert, erfrischt und inspiriert oder schal und leer. Es ist klar, dass der Glaube sich selbst nicht genügt, sondern eine Absicht oder „Futter“ braucht, um lebendig zu bleiben. Aber: Was ist Glauben überhaupt?
„das jüdische Verständnis von Glaube ist ganz anders, nämlich beziehungsorientiert.“
Überzeugung oder Beziehung
„Glauben“ hatte für mich immer etwas Theoretisches und Kopflastiges an sich und beinhaltete letztlich immer einen Anspruch: „Du musst (nur genug) glauben.“ So strengte ich also mit aller Kraft mein Hirn an, um die verlangte Glaubensleistung zu vollbringen, aber – Überraschung! – es wollte nicht so recht gelingen. Aus diesem Grund war das hebräische Verständnis von „Glauben“ für mich persönlich ein Gamechanger.
In der griechischen Sprache heißt das Wort für „Glauben“ pisteo. Dies ist im Grunde eine „intellektuelle Überzeugung, dass etwas wahr ist“. Marvin Wilson, der sich mit der hebräischen Kultur auseinandergesetzt hat, sagt, dass in unserer westlichen Welt Glaube oft verstanden wird als „Aktivität des Verstandes“ und eine „intellektuelle Zustimmung zu einer Aussage“.
Im Gegensatz dazu ist das jüdische Verständnis von Glaube ganz anders, nämlich beziehungsorientiert. Das alttestamentliche aman (glauben) heißt unter anderem „unterstützen, bestätigen, treu sein, stützen, nähren“ und bezieht sich auf die Verbundenheit mit Pflege-Eltern und/oder Krankenschwestern. Der Ursprung von aman, „glauben“, ist die Beziehung mit Menschen, für die die liebevolle Sorge für andere quasi die Stellenbeschreibung ist und zeigt die beziehungsorientierte und praktische Bedeutung des Wortes. Darum könnte aman so übersetzt werden: „Totales und vorbehaltloses Vertrauen in die Unterstützung, die Hilfe und das Dasein einer Person, die mich liebt.“ Das klingt irgendwie anders als „glauben“.
Jesus vertrauen
Glauben heißt: Jesus zu vertrauen. Weg vom einsamen, isolierten Denkprozess, hinein in die geöffneten Arme Jesu. Hinein in die Beziehung. Das ist Glauben. Mich berührt diese Erkenntnis immer wieder, denn sie verändert meine Perspektive und mein Herz. Und sie entlastet mich. Ich muss mir nichts vormachen, sondern ich darf entscheiden, ob ich Jesus (ver-)traue. Die Antwort auf diese Frage fällt mir so viel leichter.
Gottes Beziehung mit seinem Volk
Ich glaube, in unserer hochgradig individualistischen Welt ist es sehr einfach zu vergessen, dass der Gott der Bibel schon immer ein Beziehungs-Gott war. Das beginnt damit, dass Gott selbst quasi in dreifacher Ausführung existiert: als Gott der Vater, als Gott der Sohn, als Gott der Heilige Geist. Mit der Erschaffung des Menschen wird diese innige Einheit erweitert.
Eugene Peterson schreibt in seiner Bibelübersetzung The Message: „Let us make human beings in our image, make them reflecting our nature, so they can be responsible for the fish in the sea, the birds in the air, the cattle, and, yes, Earth itself, and every animal that moves on the face of Earth.“ Zu Deutsch: „Lasst uns menschliche Wesen erschaffen in unserem Bild, und lasst sie unseren Charakter widerspiegeln, sodass sie Verantwortung übernehmen können für die Fische im See, die Vögel in der Luft, das Vieh, und ja, für die Erde selbst und für jedes Tier, das sich auf der Erdoberfläche bewegt.“
Das Wesen Gottes ist Fürsorge, denn Peterson übersetzt: „unseren [das heißt Gottes] Charakter widerspiegeln, sodass sie Verantwortung übernehmen können“. Gottes Natur ist es, Verantwortung zu übernehmen für seine Geschöpfe, für sie zu sorgen, für sie da zu sein. Und diese Eigenschaft will er in uns multiplizieren, damit auch für die Schöpfung gesorgt ist.
Er denkt groß
Später beruft Gott Abraham – aber nicht nur ihn allein. Von Anfang an spricht Gott von einem großen Volk, das seines sein soll und das er segnen will (1. Mose 12). Ja, Gott liebt uns Menschen, aber er ist nicht nur – und vielleicht nicht einmal in allererster Linie! – an Einzelnen interessiert, sondern er denkt groß: in Familien oder Sippen, Völkern, in Städten und Nationen. Genauso ist Gottes langersehntes Ziel auch nicht, dass sich einzelne Herzen zu ihm bekehren, obwohl das ein unabdingbarer, wichtiger Anfang ist. Aber Gott baut ein ganzes Reich, genauer gesagt ein Königreich, und wir, Christinnen und Christen, sind sein Volk, seine Gemeinde, die Gemeinschaft der Heiligen.
„Es gibt Freundschaften, die ziehen uns zu Gott, weil sie uns einen Vorgeschmack des Himmels schenken. Und es gibt Beziehungen, die ziehen uns deshalb zu Gott, weil sie so herausfordernd sind.“
Der Wert von Gemeinschaft
Vertrauen ist Beziehung – und durch Beziehung und Gemeinschaft kann auch mein Vertrauen lebendig und inspiriert werden und bleiben. Das geschieht eben nicht nebenbei, obwohl es wahnsinnig praktisch wäre. Nein, wir brauchen andere Menschen. Wir werden von anderen Menschen inspiriert und herausgefordert. Es gibt Freundschaften, die ziehen uns zu Gott, weil sie uns einen Vorgeschmack des Himmels schenken. Und es gibt Beziehungen, die ziehen uns deshalb zu Gott, weil sie so herausfordernd sind.
Die Gedanken von anderen geben uns neue Anstöße, weil sie aus einer anderen Perspektive kommen. Gott selbst ermutigt uns, einander zu inspirieren und unseren Glauben zu stärken: „Ermutigt einander mit Psalmen, Lobgesängen und von Gottes Geist eingegebenen Liedern; singt und jubelt aus tiefstem Herzen zur Ehre des Herrn …“ (Epheser 5,19), und „Lasst uns aufeinander achten und uns zu einem Leben voller Liebe und guter Taten anreizen!“ (Hebräer 10,24).
Herz und Haushalt geteilt
Ich habe eine Freundin, mit der ich eine Zeit lang, als wir in einer Wohngemeinschaft wohnten, täglich Herz und Haushalt geteilt habe. Wenn ich verzweifelt war, hat sie mich ermutigt. Wenn sie selbst Trost gebraucht hatte, kam sie zu mir. Oft wusste ich nicht, was ich sagen sollte, sondern fragte einfach den Heiligen Geist. So kam ich in Kontakt mit Gott und wurde selbst vermutlich noch viel mehr gestärkt als sie. Seit wir weit auseinander wohnen, schicken wir uns Sprachnachrichten hin und her. Meist enden sie mit: „Hast du einen Gedanken, einen Impuls dazu?“ Bei meiner Freundin weiß ich, dass sie nicht einfach ihre Meinung sagt, sondern dass sie hinhört – und das liebe ich. Das sind unsere Psalmen und Lobgesänge. Inspiration im Kleinformat, mitten im Alltag.
Und die brauchen wir. Wir brauchen die beständige Erinnerung an die Liebe Gottes, an seine Fürsorge, und an seine Allmacht: Nichts ist ihm unmöglich. Und darum brauchen wir einander: um uns zu erinnern, um einander zu erzählen, was wir mit Gott erlebt haben. Das menschliche Herz neigt dazu, zu vergessen. Eine beständige Ermahnung Gottes in der Bibel lautet: „Denke daran und vergiss nicht …“ Die Abschiedsreden von Mose und Josua waren eine einzige Erinnerung daran, was Gott für Israel getan hatte. In Psalm 103,2 sagt David sich selbst und anderen: „Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“
Erkenntnisse und Erfahrungen von anderen
Es wäre andersrum so bequem – aber ich glaube, dass wir Inspiration, dieses frische Wasser, immer wieder suchen müssen. Neben dem Gespräch mit Gott und dem Lesen in der Bibel sind das oft Erkenntnisse oder Erfahrungen von anderen. Es gibt wunderbare Menschen, die „Gott-sei-Dank-Bücher“ schreiben – ein Zugang, den ich besonders liebe. Es gibt gute Podcasts oder Hörbücher.
Im Moment höre ich die Bibelübersetzung „Das Buch“ immer, wenn ich Auto fahre. Die ungewohnten Worte sprechen ganz neu zu mir. Ob es Texte sind oder andere Medien, wir dürfen die Vielfalt genießen und ungeniert, ja, sogar un-„verschämt“ zugreifen und uns von anderen inspirieren lassen. Und manchmal ist es auch genug Input, und wir geben unserem Herzen Zeit, das Empfangene zu verstoffwechseln.
„Geistliches Wachstum ‚geschieht‘ nicht. Wir müssen es wollen.“
Keine Gefühlssache
Ein lebendiges und inspiriertes Vertrauen zu haben bedeutet nicht, dass wir uns Gott immer nahe fühlen. Ich glaube tatsächlich, mit dem Ursache-Wirkung-Prinzip hat Gott es nicht so. Ich erinnere mich an eine Zeit, in der meine Gebete an der Zimmerdecke zu enden schienen. Meine innere Leere war so groß, dass ich sie beinahe hören konnte. Egal, was ich tat – ob ich in der Bibel las, ob ich versuchte zu beten, ob ich in einem Gottesdienst war oder sonst was tat – ich spürte nichts von Gottes Gegenwart, geschweige denn von seiner Liebe.
Der Zustand hielt mehrere Monate an, und ich weiß, dass ich mit der Zeit nicht einmal mehr die Kraft hatte zu beten. Ich saß einfach da, mein Herz stumpf und gefühllos. Es war eine „Wüstenzeit“. Auch im Nachhinein kann ich nicht genau sagen, was los war, aber ich habe einen guten Ausdruck für meinen damaligen Zustand gefunden: die dunkle Nacht der Seele. Ein Ausdruck, der vom Mystiker Johannes vom Kreuz geprägt wurde. (Immer schön, wenn Dinge einen Namen erhalten!) Diese Zeit hat mich in die Tiefe meines eigenen Herzens geführt. Gott hat es zugelassen. Und ich bin immer noch mit ihm.
Wir müssen wollen
Ich brauche diese Holzscheite, die ich in mein inneres Feuer lege. Mal brennt es mehr, mal brennt es weniger spürbar. Aber es ist da, denn ohne es will ich nicht leben. Geistliches Wachstum „geschieht“ nicht. Wir müssen es wollen. Und trotzdem können wir es mit unserem allergrößten Wollen nicht erzeugen. Mit dieser Spannung müssen wir wohl leben.
Ach ja. Am Schluss geht es doch immer wieder darum, sich diesem Jesus anzuhängen. „Hang on!“, sagte Jesus zu mir, als ich ihn fragte, wie es bei mir beruflich weitergeht. „Hang on!“, als ich fragte, was ich als Nächstes tun sollte. Hang on – warte rasch. Warte ab. Häng dich an. Vertrauen ist Beziehung. Darum: Häng dich an Jesus. Ich liebe dieses Zitat von Martin Luther. Es begleitet mich nun schon mehr als dreißig Jahre, darum möchte ich damit schließen:
„Mir ist es bisher wegen angeborener Bosheit und Schwachheit unmöglich gewesen, den Forderungen Gottes zu genügen. Wenn ich nicht glauben darf, dass Gott mir um Christi Willen dies täglich beweinte Zurückbleiben vergebe, so ist’s aus mit mir. Ich muss verzweifeln, aber das lasse ich bleiben. Wie Judas an den Baum mich hängen, das tu’ ich nicht. Ich hänge mich an den Hals oder Fuß Christi wie die Sünderin. Ob ich auch noch schlechter bin als diese, ich halte meinen Herrn fest. Dann spricht er zum Vater: ‚Dieses Anhängsel muss auch durch. Es hat zwar nichts gehalten und alle Deine Gebote übertreten, Vater, aber er hängt sich an mich. Was will’s! Ich starb auch für ihn.
Lass ihn durchschlupfen.‘“ Das soll mein Glaube sein.
Sonja Sorbara arbeitet als Lehrerin und Familienfrau. Sie bloggt auf himmlischgeerdet.

Dieser Artikel ist in der Frauenzeitschrift JOYCE erschienen. JOYCE ist wie Jesus.de ein Angebot des Bundes-Verlags.

KIRCHE NEU DENKEN UND WIEDER AUFBAUEN
„Das jüdische Verständnis von Glaube ist ganz anders, nämlich beziehungsorientiert. Wachstum im Glauben müssen wir wollen“! Sonja Sorbara hat dies in ihrem guten Artikel wunderbar heraus gearbeitet. Ich halte es auch für selbstverständlich, daß – fromm ausgedrückt – der Leib Christi jene Menschen sind, die Gemeinschaft haben, gemeinsam Lasten tragen, wo Vergebung ganz praktisch stattfindet und sich dann auch auf der Ebene der Gefühle und Haltungen als Glaubensgeschwister verstehen. Es kann genauso die beste Botschaft im Universum, jene von der Liebe Gottes, hier auch global und bis in den letzten Weltwinkel im Internet erfolgen, allerdings bitte kein Abendmahl digital und virtuell. Und mit uns als Christinnen und Christen, als Kirchen weltweit, meine ich alle Konfessionen und quer durch alle Glaubenstraditionen und Kirchen. Da ist die geistliche globale Kirche gegenwärtig, als die Einheit in der Vielfalt und nicht in der Enge. Vielfalt ist gut, aber keine im Dissenz, ohne unproduktiven Streit, oder nicht im Einordnen der Mitgläubigen in gedacht fromme oder unfrommere Schubladen. Wir sind von Gott als Einzelne erschaffen, jeder als Original und niemals als Kopie anderer Leute. Auch mit Toleranz, sowie unter absoluter Vorfahrt der Liebe. Denn Liebe ist als Agape jene zu Gott, den Nächsten und auch für uns selbst. Liebe ist kurzes Grundgesetz des Glaubens. Wir glauben, nicht weil wir etwas nur für wahrhalten. Glaube ist Gottvertrauen.
Ich verliere immer mehr den Glauben an den kirchlichen Traditionsabbruch, dass also der geringer werdende Besuch des Gottesdienste, Kinder nicht getauft werden, 18Jährigen unsere Karawane verlassen die zum Paradies führt, oder gelebter Atheistmus, ein geistliches Naturgesetz erzeugt. Das Wegbrechen der Kerngemeinde ist vielleicht manchmal auch unsere falsche Ansicht, es genüge protestantischer Routinebetrieb zu bleiben. Nicht nur zerbombte Städte brauchen ein Wiederaufbauprogramm, sondern auch geistlich verlassene Orte und solche Treffs, Gruppen, Aktionen und auch die Chöre und Orchester, die mit unseren Jugendlichen reales Überleben als irdische Kirchen sichern soll. Beim Kirchgang am Sonntag saßen neben den Berufschristen und den gewählten Kirchenmitgliedern nur 8 Personen auf den Bänken der sehr großen Kirche. Vier davon waren der harte Kern des Frauenkreises und ein Jugendlicher.Da kann man, wenn sie/er die Aufgabe hatte forne zu stehen und die gute Predigt zu halten, schnell den Anfall einer geistlichen Depression bekommen. Ich denke, wir dürfen den Heiligen Geist niemals missversehen, er verteilte Erfolg und Requirierung der Kerngemeinde auch ohne uns im Gießkannenprinzip. Dazu muss man was darniederliegt, mit allemFleiß neu aufbauen. Zudem werden bald große Gemeinden es auch lernen müssen, daß nicht nur notfalls der Berg zum Propheten geht. Christinnen und Christen sollten dort an den Zäunen der Welt, der Städte und Dörfer sein, in einer Geh-Hin-Struktur also mehr präsent sein, wo Menschen leben, arbeiten, dort Freizeit verbringen und ihren Urlaub. Und wenn fast die letzten Rentner, zu denen ich auch gehöre, kaum noch auf den Kirchenbänken sitzen und vor dem Altar, weil sie gestorben sind, dann müssen wir alle, die in den Gottesdienst wanken, herzlich bitten eine zweite Person mitzubringen. Aber wenn es nicht anders geht, bleibt die große Tür an der sehr großen Kirche geschlossen und die wunderbare Sonntagsfeier findet in der kleinen Kneipe in unserer Straße statt, wie einst der in St. Pauli verortete Film es uns schon vor 50 Jahren erzählte. Oder wir machen wieder eine Neuauflage unserer Wohnzimmergottesdienste, in der Pandemiezeit erfunden und auch überaus gemütlich sind. In vier bis fünf Wohnzimmer-Gottesdiensten, (auch internetfähig) kommen logischerweise mehr Leute aus der Nachbarschaft, die sich im Winter in Kälte und Glatteis nicht durchkämpfen müssen in das wenig erwärmte Gemeindehaus.. In anderem Zusammenhang mit nichtgeistlicher Methode nennt man dies auch einen sogenannten guten „Mitnahmeeffekt“. Nach Weihnachten bleibt sowieso manches Gotteshaus kalt. Die Premium-Idee ist der Kuschelgottesdienste, dann also einer in anderer Form, wenn man dort ein wenig das Wohnzimmer nachempfinden. Dies wurde schon als Fernsehgottesdienst ins Schaufenster gestellt und hatte mich fasziniert. Weil dort alle große Ruhe ausstrahlten, die Leute in bequemen Sesseln sassen und informell eher den Inhalt bestimmten, anstelle überlanger Predigt. Das geht auch mit der herkömmlichen Liturgie, die den Rahmen als Gottesdienst abgibt und auch noch viel schöner gefüllt werden kann. Geeignet sind Räumlichkeiten, die uns die gute Wohnstube bieten. Aber auch Dialogpredigten, wo Mithörer in der Ansprache vom Predigenden Fragen vorgelegt werden, die beantwortet in das Mikrofon sprechen können. Salbungs- und Segnungsgottesdienste mit ganz vielen Kerzen und Taizelieder werden nicht nur als wohltuend empfunden, sie drücken deutlich aus, dass Heiliges und Geistliche konkret hautnah statt abstrakt ist. Niemals sollte aber der volkstümliche Spruch gelten, wenn es kein Team gibt: „Selig sind die Bene, die vor den Altar stehn allene“!