Joanneke Wiersma: „Tea-Time“

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Wer bin ich? Wie bin ich gestrickt? Was ist meine Gabe und Aufgabe für die Welt? Diese Fragen stellen sich viele Menschen. Persönlichkeitstest und Seminare zur eigenen Berufung haben Hochkonjunktur. Aus gutem Grund: Die Frage „Was ist das Besondere an mir?“ ist eine wesentliche, die das eigene Selbstbewusstsein beeinflusst. Die Autorin hat eine Antwort parat, die sie gleich an den Anfang ihres Werkes stellt: Du bist geliebtes Kind Gottes. Mit anderen Worten: Gott liebt dich, ganz egal, wie du dich benimmst.

Die niederländische Kreativstrategin legt ihr eigenes Konzept vor. In diesem sind drei Stränge, genannt „Kreise“, miteinander verknüpft, die in Seminaren und Büchern oft einzeln behandelt werden: Talent, Gott, hier „Ehre Gottes“ genannt, und Andere. Aus diesen setzt die gelernte Kommunikationsberaterin ihr TEA-Konzept zusammen. Der Weg dieses Konzeptes unterscheidet sich insbesondere von Persönlichkeitstests dadurch, dass eben nicht nur ein Fragebogen auszufüllen ist, dessen Auswertung dann das Ergebnis bringt. Vielmehr ist der Weg vor allem ein kreativer und kommunikativer.

Kreativer Dialog

Der Leser muss sich auf Künstlerisches einlassen, er muss mit Menschen über sich sprechen, sie ausfragen, um mehr über sich zu erfahren. Die Fragebögen helfen dabei, die richtigen Fragen an sich und andere zu stellen und das Ergebnis richtig einzuordnen. Auch die Beziehung zu Gott soll durch das Durcharbeiten lebendiger werden. Dadurch wird die Auseinandersetzung mit sich selbst insgesamt intensiver. Wissenschaftliche Grundlage ist der Persönlichkeitstest DISG, der kurz angerissen wird. Durch die Interaktionen und kreatives Handeln wird das DISG-Modell jedoch eher zu einem nachgeordneten Kern im TEA-Konzept.

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Sehr kritisch ist die Übersetzung zu bewerten. Viele Worte sind nicht übersetzt worden, so bleibt das niederländische „door“ stehen, statt es mit „von“ zu übersetzen. Andere Übersetzungen sind problematisch oder schlicht falsch: Im Deutschen wird eine Internetseite beispielsweise „aufgerufen“, nicht „abgelesen“. Ebenso wird im Kapitel über Energie das Vokabular aus dem esoterisch-spirituellen Bereich der Energiearbeit verwendet. Das provoziert Missverständnisse, vor allem, weil die Autorin hier elektrophysikalische Gesetze erläutert. Insofern wäre hier das physikalische Fachvokabular angebrachter gewesen.

Von Björn Röhrer-Ertl

Verlag: Francke Buchhandlung GmbH
ISBN: 978-3-9636209-0-4
Seitenzahl: 160
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
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