Johannes Reimer: „Gospeling. Lernen, von Jesus zu reden“

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Aus eigener Erfahrung weiß Johannes Reimer, dass es Menschen bewegt, wenn über Jesus gesprochen wird. Ein „Fastfood-Evangelium“, also ein auf das Wichtigste reduziertes Evangelium, wie es oft bei Evangelisationseinsätzen gepredigt wird, bleibt seiner Ansicht nach dagegen meist wirkungslos. Ein kraftloses Evangelium entsteht auch da, wo aus humanistischen Gründen oder wegen historisch-kritischer Aspekte ganze Passagen des Neuen Testaments quasi gestrichen werden. Was also tun, damit unsere Kirchen wieder lebendig werden?

Johannes Reimers Lösungsansatz ist das Gospeling, das Erzählen über Jesus: Wer war und ist er? Was hat er getan und was tut er heute noch? Es geht darum, nicht nur vom biblischen Jesus, sondern auch und zuerst von dem Jesus, den man persönlich im Alltag erlebt, weiterzusagen. Dabei ist sowohl das eigene persönliche Zeugnis als auch das Zeugnis von weiteren Personen (aus der Gemeinde, dem Freundeskreis etc.) wichtig. Idealerweise sollte Gospeln in der Gemeinde tief verankert sein und zur Kultur der Gemeinde gehören. Aber nicht nur in der Gemeinde, sondern auch innerhalb der Familien, unter Nachbarn und Freunden sollte selbstverständlich gegospelt werden.

Praxisbeispiele – aber zu wenige

So weit die Theorie. Wie setzt man dies nun in die Praxis um? Reimer lässt schon während des längeren theoretischen Teils immer wieder Beispiele aus der Praxis einfließen, sodass es plastischer wird. Vor dem letzten Kapitel befindet sich ein kurzer Test, den man alleine oder mit Gemeindegliedern ausfüllen kann, um herauszufinden, wie evangelistisch die eigene Gemeinde ist. Außerdem folgen Fragen, die zum Nachdenken anregen. Das letzte Kapitel „Praxis des Gospeling“ liefert weitere Beispiele und Anregungen.

Das Buch ist einfach geschrieben und kann in relativ kurzer Zeit durchgelesen werden. Es eignet sich als eine erste Einführung in eine evangelistische Lebensart für Menschen, die sich mehr Lebendigkeit und missionarische Strahlkraft in ihrem Leben und ihrer Gemeinde wünschen. Für Gemeindegründer oder Gemeinden, die sich dahingehend verändern wollen, kann es eine gute erste Anregung sein. Das Buch könnte dazu in kleinen Gruppen besprochen und erste Ideen gesammelt werden, was man verändern oder neu einführen will. Allerdings wären noch mehr und konkretere Beispiele aus der Praxis und Tipps wünschenswert. Zum Beispiel werden Nachbarschaftstreffs ansatzweise im Buch beschrieben, aber es bleibt weitgehend offen, wie diese Treffen konkret aussehen können. Das Buch lässt also viel Raum für die eigene Kreativität. Wer mehr lesen möchte, findet zu einigen Themen im Buch Hinweise auf weiterführende Literatur – viele davon von Johannes Reimer selbst.

Von J. Henle

Verlag: Francke Buchhandlung GmbH
ISBN: 978-3-9636206-0-7
Seitenzahl: 112
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
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