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Keiner wird zuschanden

Dieses Lied steckt voller Bibelzitate. Kein Wunder – ein Pfarrer und Erweckungsprediger hat es gedichtet.

  1. Keiner wird zuschanden, welcher Gottes harrt;
    sollt ich sein der erste, der zuschanden ward?
    Nein, das ist unmöglich, du getreuer Hort!
    Eher fällt der Himmel, eh mich täuscht dein Wort!
  2. Du hast zugesaget: Wer da bittet, nimmt,
    wer da sucht, soll finden, was ihm Gott bestimmt;
    wer im festen Glauben mutig klopfet an,
    dem wird ohne Zweifel endlich aufgetan.
  3. Nun, so will ich’s wagen, Herr, auf dein Gebot,
    alle meine Sorgen, eig’n und fremde Not,
    all mein heimlich Grämen, alles was mich quält,
    dir ans Herz zu legen, der die Tränen zählt.
  4. Du bist mein Erbarmer und mein bester Freund,
    meines Lebens Sonne, die mir lacht und scheint
    auch in finstern Nächten und durchs Todestal
    mir hinüberleuchtet zu des Lammes Mahl.
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Gustav Knak


Ein Buchstabe fehlt

Irgendwo in einer frommen Gemeinschaft soll es sich zugetragen haben. Da klagte ein Bruder einem anderen sein Leid und seine Sorgen. Der angesprochene Bruder aber antwortete: „Lieber Bruder, ich glaube, in deiner Bibel fehlt ein Buchstabe.“

Welcher Buchstabe war gemeint? Der Buchstabe K und zwar in einem Wort vom Anfang des 25. Psalms. Mit genau diesem Psalmwort beginnt auch dieses Lied: „Keiner wird zuschanden“.

Viele Bibelzitate enthalten

Das vierstrophige Lied enthält noch mehr Zitate oder Anspielungen auf Bibelworte. Die beiden letzten Zeilen erinnern an Jesu Wort in Matthäus 24,35. Die zweite Strophe ist durchgängig ein Zitat aus Matthäus 7,7-8. Am Anfang der dritten Strophe klingt das Petruswort aus Lukas 5,5 an.

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Am Ende derselben Strophe heißt es nach Psalm 56,9, dass Gott unsere Tränen zählt. Das Lied endet mit einem Ausblick auf die Ewigkeit, die im Anschluss an Offenbarung 19,9 als das „Mahl des Lammes“ bezeichnet wird.

Das Lied ist ein Zeugnis des Vertrauens und der Liebe zu Jesus. In jeder Strophe wird Jesus bzw. Gott wenigstens einmal direkt angeredet.

Von einem Erweckungsprediger gedichtet

Und wer hat das Lied gedichtet? Menschen, die aus Pommern kommen, werden wohl seinen Namen kennen und vielleicht auch wissen, dass Gustav Knak zu den Erweckungspredigern im 19. Jahrhundert gehört.

Als Pfarrer war Knak im pommerschen Wusterwitz und später in Berlin tätig. Aber nicht nur die Volksmission lag ihm am Herzen. Er hat auch die Auslandsmission nach Kräften gefördert und
auf vielen Missionsfesten gepredigt.

Eine Melodie, die wandert

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Und die Melodie? Man könnte sie als Wandermelodie bezeichnen, denn neben unserem Lied dient sie auch noch verschiedenen anderen Texten. Ursprünglich wurde sie zu einem Freiheitslied aus der Zeit der Befreiungskriege geschrieben: „Freiheit, die ich meine“.

Dieses Lied wurde von Christian Heinrich Zeller in ein geistliches Lied umgedichtet, das ebenfalls mit den Worten „Freiheit, die ich meine“ beginnt. Das Reichsliederbuch nennt in seinem Versmaßregister unter der Nummer 51 nicht weniger als acht geistliche Lieder, die das gleiche Versmaß haben wie das Lied „Keiner wird zuschanden“ und darum ebenfalls nach seiner Melodie gesungen werden können. Dabei ist die Melodie des Freiheitsliedes inzwischen ganz eng mit diesem Lied verbunden.

Text: Reinhard Deichgräber


Hier findest du gute Gedanken zu weiteren altbekannten Chorälen und christlichen Liedern.

Und falls du die alten Liederschätze auch anhören möchtest, dann kannst du im SCM-Shop vorbeischauen. Der SCM-Shop gehört wie Jesus.de zur SCM Verlagsgruppe.

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