Der Theologe und Islamwissenschaftler Yasin Adigüzel ist christlich und muslimisch zugleich aufgewachsen, bevor er bewusster Christ wurde. Im Gespräch erzählt er von Gemeinsamkeiten und Unterschieden der beiden heiligen Bücher – biografisch und theologisch. Teil I.

Von Lydia Rieß

Du bist mit zwei verschiedenen Glaubensrichtungen aufgewachsen: Dein Vater ist Muslim, deine Mutter Christin. Wie hat das deinen Alltag bestimmt?
Yasin Adigüzel: Meine Eltern haben sich früh darauf geeinigt, uns in der großen Schnittmenge zwischen Islam und Christentum großzuziehen. Wir haben also auch von Jesus gehört. Wir haben ihn allerdings nicht als Sohn Gottes, sondern nur als Propheten kennengelernt. Wenn wir zusammen gebetet haben, dann haben wir einfach zu Gott gebetet.

Kamst du in deinem Leben irgendwann an den Punkt, dass du dich für eine der beiden Seiten entscheiden musstest?
Ich hatte das Gefühl, dass ich mich auf die Suche machen musste, um eine Wahrheit für mich zu erkennen und zu ergreifen. Für mich kam dieser Punkt, als ich ungefähr 15 war. Da bin ich zum ersten Mal von einem Freund in den Jugendkreis einer Freien evangelischen Gemeinde eingeladen worden. Für meinen Vater war das nicht leicht und er hat das Gespräch mit mir gesucht. Da habe ich zum ersten Mal verstanden: Es gibt einen Unterschied. In der Folge habe ich angefangen, mich ganz intensiv mit Glaubensthemen auseinanderzusetzen. Ich habe Bibel und Koran gelesen. Ich bin in den christlichen Jugendkreis gegangen, aber auch zur muslimischen Jugendarbeit. Ich habe Gespräche geführt mit dem Imam in unserer Ortsmoschee und mit dem Jugendkreisleiter in der Freien evangelischen Gemeinde.

„Ich bin mir bewusst, dass Gott mit keiner unserer menschlichen Ausdrucksweisen ganz zu fassen ist.“

Hast du damals zum ersten Mal die Bibel und den Koran gelesen?
Nein, als Kinder haben wir Geschichten aus der Kinderbibel gehört, sowas gab’s bei uns zu Hause. Mit dem Koran jedoch bin ich vorher kaum in Berührung gekommen. Bei uns hingen manche Koranverse und auch Bibelverse an den Wänden. Aber wir hatten keinen Kinder-Koran – so etwas ist erst vor etwas mehr als zehn Jahren auf dem Markt erschienen.

Inwieweit ist dein Gottesbild von christlicher und von muslimischer Tradition geprägt?
Für mich sind möglicherweise manche Fragestellungen schwieriger als für Menschen, die „nur“ in christlicher Tradition aufgewachsen sind. Ein Beispiel ist die Trinität, die Dreieinigkeit Gottes. Ich bin mir bewusst, dass Gott mit keiner unserer menschlichen Ausdrucksweisen ganz zu fassen ist. In meinem Nachdenken über Gott betone ich, dass Jesus menschgewordener Gott ist. Diese Ausdrucksweise ist mir näher, denn die Einheit und Einzigkeit Gottes wird gewahrt. Wenn ich von Jesus als Sohn Gottes spreche, geht bei manchen Muslimen sofort eine Alarmanlage an, weil sie dann denken: Moment mal, es gibt aber nur einen Gott! Im Dialog mit Muslimen werden wir in der Regel missverstanden, wenn wir ohne weitere Präzisierung von Jesus als dem Sohn Gottes sprechen.

Kann man Bibel und Koran eins zu eins miteinander vergleichen?
Davor möchte ich warnen! Denn gerade weil viele Menschen genau dies machen, gibt es unglaublich viele Missverständnisse im interreligiösen Dialog. Für Muslime ist der Koran Gottes
Wort – man könnte sagen: „inlibriertes“ (d.h. buchgewordenes) Wort Gottes, so wie wir an Jesus als inkarniertes (d.h. fleischgewordenes) Wort Gottes glauben. Dadurch ist der Koran bei Muslimen nicht nur in seinem Inhalt, sondern in jedem Pünktchen heilig: „Das hat Gott so gesprochen.“ Für die meisten Christen ist es eher so, dass allein der Inhalt wichtig ist, und wie genau das formuliert ist, das tritt erst mal in den Hintergrund. Als Christen glauben wir, dass Gott sich zunächst einmal in Jesus offenbart, und dass die Bibel davon Zeugnis gibt. Dies ist ein ganz entscheidender Unterschied. Ich müsste also eigentlich den Koran nicht mit der Bibel, sondern mit Jesus vergleichen. Ich persönlich lese die Bibel ganz stark mit dem Gedanken: Da hat jemand etwas über Gottes Offenbarung erzählt. Das heißt, es gibt Raum für menschliche Deutungen und auch Unzulänglichkeiten. Daher ist es nur logisch, dass es zwischen den Evangelien manche Widersprüche gibt, denn ich weiß: Das wurde von Menschen aufgeschrieben, so wie sie es gehört haben oder wie sie sich erinnern. Wenn ich nun die Bibel Wort für Wort neben den Koran Wort für Wort lege, dann gibt es viele Schwierigkeiten.
Für einen Muslim ist auch die kleinste Ungereimtheit im biblischen Text ein Manko, das die Bibel insgesamt unglaubwürdig macht. Er legt intuitiv einen anderen Maßstab an als ein Christ. Erst wenn man sich die unterschiedlichen Schriftverständnisse plausibel gemacht hat, wird ein Austausch über die verschiedenen Glaubensdokumente fruchtbar.

„Ich finde, man kann alles vergleichen, das ist ja nicht verboten. Man muss sich aber auch klarmachen, dass jeder Vergleich hinkt.“

Du sagst jetzt, man sollte den Koran nicht mit der Bibel, sondern mit Christus vergleichen. Ist die Vergleichsfigur zu Christus im Islam denn nicht der Prophet Mohammed?
So wird es oft gemacht. Aber der Anspruch, den Mohammed hat, ist ein anderer als der, den Jesus hat. Ich finde, man kann alles vergleichen, das ist ja nicht verboten. Man muss sich aber auch klarmachen, dass jeder Vergleich hinkt. Wenn ich bei dem bleibe, was der Islam lehrt, dann ist Mohammed erst einmal ein Prophet in einer Reihe von vielen Propheten. Dann hat er keine neue Botschaft verkündet oder gar eine neue Religion gegründet, sondern er hat auf Arabisch noch einmal das wiederholt, was die Propheten vor ihm ebenfalls gesagt haben.

Auch nach muslimischem Verständnis?
Ja. Nach muslimischem Verständnis haben alle Propheten immer versucht, zu diesem einen Gott hinzuführen. Schon Adam ist nach muslimischem Glauben der erste Prophet. Der
Koran nennt 25 Propheten beim Namen. 21 oder 22 davon kennen wir aus der Bibel. Allerdings hat Mohammed den Anspruch, der Letzte der Propheten zu sein: „das Siegel der Propheten“.
Jesus seinerseits hat – nach christlicher Auffassung – den Anspruch, eins zu sein mit dem Vater. Natürlich hat er auch eine Botschaft, genau wie ein Prophet, und deswegen gibt es Schnittmengen zwischen seiner Rolle als Erlöser und der als Prophet. Aber seine Mission beschränkt sich nicht auf seine Verkündigung. Er ist für uns gestorben. Diesen Erlösungsfaktor gibt es im Islam nicht.

„Ohne den Vergleich mit dem Koran wäre mir die Radikalität dessen, was Jesus sagt, nicht so klar.“

Was würde dir fehlen, wenn du nur die Bibel kennen würdest, aber nicht den Koran?
Ich habe über die Bibel immer stark in Abgrenzung zu dem nachgedacht, was ich im Koran gelesen habe. Ohne den Vergleich mit dem Koran wäre mir die Radikalität dessen, was Jesus sagt, nicht so klar. Mir würde das nicht so wertvoll werden, weil ich nicht sehen würde: Da gibt es eine Sichtweise von Jesus, die der biblischen zunächst ähnlich scheint, aber nur den halben Weg mitgeht.

Und umgekehrt – was würde dir fehlen, wenn du nur den Koran kennen würdest, aber nicht die Bibel?
Dann wäre ich vom Koran vermutlich begeisterter, denn die Sachen, die ich im Koran schön finde, kommen ja letztlich aus der Bibel. Diese Erkenntnis ist mir irgendwann mal wichtig geworden. Ich habe lange mit mir gerungen und gesagt: Im Koran stehen schöne Sachen und auch in der Bibel stehen schöne Sachen. Aber wenn ich all das aus dem Koran wegnehmen würde, was letztendlich aus der Bibel kommt – bliebe da eigentlich irgendwas, was da neu positiv hinzugekommen ist, über die Bibel hinaus? Und dann habe ich gesehen: Die Dinge, die im Koran hinzukamen und die sich nicht aus der Bibel herleiten, sind gerade die Sachen, die ich nicht so gut am Koran fand.

Weiter geht es in Teil II.


Dieser Artikel ist zuerst in der Zeitschrift Faszination Bibel erschienen, die wie Jesus.de zum SCM Bundes-Verlag gehört.

 

 

 

 

 

13 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Es wäre schön, wenn so ein Text eines einzelnen Interviewpartners in sich widerspruchsfrei bliebe. Die redaktionell gesetzte Überschrift verändert die einschlägig gestellte Frage und widerspricht damit dann einer zentralen Interview-Aussage:
    Überschrift: „Man kann den Koran nicht mit der Bibel vergleichen“
    Interview-Frage: „Kann man Bibel und Koran eins zu eins miteinander vergleichen?“
    Interview-Aussage: „Ich finde, man kann alles vergleichen, das ist ja nicht verboten“.
    Mein Doktorvater (Politologe und Pastorensohn) hat 1991 in einem seiner Bücher zur Vergleichenden Politikwissenschaft geschrieben: „Vergleichen heißt, zwei oder mehrere Sachverhalte anhand gleicher Fragen und Maßstäbe miteinander in Beziehung setzen. Als Erkenntnisziel geht es dabei üblicherweise um die Beantwortung der Frage, ob und inwieweit die miteinander verglichenen Sachverhalte als solche tatsächlich gleich, annähernd gleich, einander ähnlich oder ob sie mehr oder weniger Verschieden sind. Umgangssprachlich wird gelegentlich behauptet, gewisse Erscheinungsformen, Dinge bzw. Sachverhalte seien ’nicht miteinander zu vergleichen‘. Soll sich eine solche Aussage als kritikfest erweisen, müßte zuvor genau das getan worden sein, was die Aussage gerade bestreitet: es müßte verglichen worden sein. Wie könnte anderenfalls eine Unvergleichbarkeit ernsthaft behauptet werden?“ (Winfried Steffani: Regierungsmehrheit und Opposition, in: ders. (Hrsg.): Regierungsmehrheit und Opposition in den Staaten der EG, Opladen 1991, S. 11).
    Merke: „Vergleichen“ und „miteinander gleich setzen“ ist zweierlei!

    • Danke für diese gute Aufklärung. Vielen Menschen fällt es jedoch in heutiger Zeit schwer, analytisch zu denken. Dabei muß man nämlich das Gefühl außenvor lassen und lediglich den Verstand und die Logik gelten lassen. Außerdem gehört dazu ein fundiertes Fach- und Sachwissen. In diesem Fall also die Bibel und Erkenntnis Gottes, wie z. B. in Röm 12, 1+2 ausgeführt.

    • Lieber Jürgen Plöhn, danke für den Hinweis. Ihre konstruktive Kritik betrachten wir als Ansporn, bei Worten und Formulierungen künftig noch sorgfältiger nachzudenken und abzuwägen, lieber ein drittes Mal zu prüfen. Diesen Anspruch haben wir an uns selbst, trotz des manchmal hektischen Redaktionsalltags. Wir wissen, dass wir ihm nicht immer genügen.
      Herzliche Grüße, Daniel im Namen des Jesus.de-Teams

    • Lieber Herr Pöhl,

      In den Religionswissenschaften ist aus der Historie heraus die aus der Komparatistik stammende analytische Vergleichen eine der Kern- Kompetenzen, die man im Studium von der ersten Vorlesung an erlernt.

      Gleichwohl zählen in den Religionswissenschaften Publikationen aus den Jahren um 1991 als uralte Historische Vorläufer, um die Entwicklungsgeschichte des Fachs zu erläutern analog zu Augustinus, Thomas von Aquin oder Martin Luther.

      Der historische Hintergrund des interreligiösen Dialogs ist die Globalisierung und intellektuelle Blüte der Jahrhundertwende um 1900. Die beiden Weltkriege haben dafür gesorgt, das die Welt erst Ende der 1990er Jahre wieder auf dem Stand von 1900 angekommen ist.

      Die traditionelle Nähe des interreligiösen Dialogs zur Religionsphänomenologie und Mystik entzieht sich a priori einer analytischen Betrachtung.

      Man müsste aktuelle und zeitgemäßen Forschungsmethoden aus zahlreichen Forschungsdisziplinen mindestens aber Postkolonialismus und Dekonstruktivismus wie Talil Assad et al hinzuziehen.

      Inhaltlich ist was dieser Interviewpartner sagt, äußerst Aussage kräftig. Die Aussage zur Vergleichbarkeit entspricht dem Forschungsstand. Mit Hinblick auf die Methode der „dichten Beschreibung“ von Clifford Geertz ist dies ein sehr hochkarätiger und wertvoller Beitrag.

      Was die Sinn verzerrenden Überschriften anging: Als Leser der Lutherbibel sollte man den Umgang daran gewöhnt sein, so dass man einen Kompetenz-Vorsprung beim Lesen digital journalistischer Artikel hat.

      Mit besten Grüßen

  2. Wenn der Autor Schwierigkeiten hat mit der Trinität Gottes z. B., hilft ihm vielleicht der Vergleich mit Wasser. Wasser hat unterschiedliche Formen, wie Eis, Regen, Nebel. Es ist und bleibt aber immer „Wasser“. So ist es auch mit Gott:
    Gott-Vater: IHN sollen wir anbeten;
    Gott-Sohn: ER ist der Weg zum Vater;
    Gott-Heiliger Geist: ER ist unser irdischer Helfer.
    Es ist immer der gleiche Gott, lediglich in unterschiedlichen Erscheinungsformen.

    • Prof. Dr. Paul Schwarzenau:
      Meine Gedanken – Gedanken eines Christen – zum Qur’an beruhen auf einem sehr persönlichen Qur’anerlebnis, von dem ich zu Beginn wenigstens andeutungsweise reden möchte. Ich befand mich körperlich und seelisch in einem Zustand der Krise; angesichts einer nahenden Krankheit war ich körperlich ganz leicht und seelisch wie mir selbst entnommen. Dazu kam persönlicher Schmerz. In dieser Zeit kam mir der Gedanke, den Qur’an zu lesen. Ich hatte mich früher schon öfter darin versucht, den Qur’an im Zusammenhang zu erfassen, doch hatte ich mehr den Eindruck, einer ungeordneten Masse von Sentenzen, Bildern und Erzählungen gegenüberzutreten. Dann erlebte ich mich auf einmal durch den Qur’an wie ganz vom Sprechen Gottes umgriffen. Ich erlebte den Qur’an als die Sprachwerdung Gottes. Gott umfasst alles Geschehen. Gott öffnet dem Menschen die Brust, und die Verse Gottes dringen als seine Zeichen in den Menschen ein.
      So erlebte ich es damals. Damals hätte mich die Bibel nicht trösten können, deren episch-abständiger Ton mich nicht erreicht hätte. Ich erlebte den Qur’an wie eine Bibel hoch zwei, eine Bibel der zweiten Potenz, und das Bild vom von innen durchleuchteten, unendlich facettierten, übergroßen Juwel tauchte in mir auf, als ich den Qur’an in meiner „Qur’ankunde für Christen“ beschrieben habe. Mein Qur’anerlebnis ist die Geburtstunde für dieses mein Buch geworden. Es war für mich kein Zweifel mehr, im Qur’an dem Worte Gottes zu begegnen.
      Ich erfuhr den Qur’an als aktualisierten Monotheismus.
      Gott umgreift alles. Der Qur’an ist, genauer, reaktualisierter Monotheismus.
      …Islam und Qur’an betonen gegenüber dem jeweils heils- und religionsgeschichtlich Neuen das Bleibende und Selbe, „die Religion in den Religionen“, um einen Ausdruck von Ulrich Mann zu gebrauchen. Dabei ist der religionsökumenische Aspekt des Qur’an unüberhörbar: die getrennten Brüder werden zum Gespräch gerufen.
      …Wir werden durch den Qur’an aufgerufen zum Bekenntnis, zum Dialog und zur Erweiterung des Offenbarungsverständnisses. Offenbarungsurkunden sind alle heiligen Bücher der Buchbesitzer, nicht nur die Bücher der Bibel.
      …In Sure 33, 44 heißt es: „Mohammed ist Gottes Gesandter und das Siegel der Propheten.“ In diesem Ausdruck „Siegel“ liegt zugleich Abschluss und Bestätigung.
      …Jesus sagt also ausdrücklich, dass nach ihm ein zweiter Gesandter kommen werde, der in die ganze Wahrheit hineinfahren wird. Dieser trägt den Namen: Paraklet. (Joh. 16, 7:13) …Der Name Ahmed im Qur’an gilt als Hinweis auf Mohammed als Parakleten.
      …Die Umma, die von Mohammed gegründete islamische Gemeinde, ist weder eine Staats- noch eine Kirschengründung. Sie ist „din wa daula“, Einheit von geistlichem und weltlichem Reich, und nimmt darin die Reichsgottespredigt Jesu auf. Sie meint letztlich einen universalen Islam, der allen offenbarten Religionen zugrunde liegt. Dieser universale Islam ist das Bleibende, in dessen Namen Jesus als der eschatologische
      Ein Zeichen des Wunders –

  3. Welche Sachen gibt es, die im Koran schōn sind? Alle Unglãubigen zu tōten, bis nur noch Allah verehrt wird? Diebe, die ein Stūck Brot entwenden, um den Hunger der Familie zu stillen, die Hãnde abhacken? Frauen zu schlagen, wenn der Tee nicht rechtzeitig serviert wird oder keine Lust auf Sex haben? Ist es so schōn, vier Ehefrauen haben zu dūrfen, aber umgekehrt hat die Frau nicht das Recht? 70 Prozent der Frauen sind nach ihren Leben Hōlllenbewohner. Ist diese Angstmache so schōn im Koran?

    [Dir ist bewusst, dass im Alten Testament steht, dass zB die Anbetung fremder Götter, Inzest, Ehebruch, Geschlechtsverkehr mit einer menstruierenden Frau oder sogar das Holzsammeln am Sabbat todeswürdige Verbrechen sind? Für uns heute grausam erscheinende Passagen gibt es auch in der Bibel. Die müssen eingeordnet werden. Nein, dies soll keine Verteidigung des Koran sein, nur der Hinweis, nicht mit zweierlei maß zu messen. / die Redaktion]

    Der IS tut das, was im Koran steht. Dieser Koran kann nicht heilig sein, denn Jesus Worte waren: „Viele falsche Propheten werden nach mir kommen um euch falsch zu leiten“.
    Da der Islam Jesus auch als Gottes Sohn ablehnt, kann es auch nicht der gleiche Gott sein, denn Jesus sagt: „Nur durch mich kommt ihr zum Vater!“
    Jesus baute eine Weltreligion im Namen des Friedens auf, Mohammed im Namen des Schwertes und der Unterwerfung.
    Jesus war Pazifist, Mohammed Kriegsherr und Mōrder. Eine Religion, die auf Unterwefung beruht, kann keine Religion sein.
    Auch ein Prophet, der 11 Ehefrauen gehabt hatte und als letztere ein Neunjåhriges Mãdchen zur Frau (Frau oder Kind?) nahm und diesem Kind die Kindheit nahm, kann von Allah nicht gewollt sein.
    Also was bitte, Ist am Koran schōn? Und die Bibel mit dem Koran vergleichen, das geht gar nicht.

    [Azariah, wie du siehst, haben wir deine scharfe Kritik stehenlassen – allerdings nicht den AH-Vergleich. Vergleiche mit Bezug auf die NS-Zeit streichen wir hier grundsätzlich, da wir sie nicht wünschen. Sie haben noch nie zu einer sinnvollen Diskussion beigetragen / die Redaktion]

    • Roger Garaudy:
      Als ich die außerabendländischen Kulturen erforschte, habe ich entdeckt, dass im Islam ein besonderes Potenzial vorhanden ist. Das war keine plötzliche Entdeckung. Mein erster Artikel über islamisch-arabische Kultur hatte ich in voller Begeisterung nach meiner sehr bedeutsamen Begegnung mit Scheich Ibrahim im Jahre 1949 verfasst. Heute aber gibt der Islam, wenn ich unser Jahrhundert kritisch betrachte, Antwort auf meine Lebensfragen, die ich in drei Stichpunkten zusammenfasse.
      1. Mohammed beanspruchte niemals, einen neuen Glauben gegründet zu haben. Er hat uns den ursprünglichen Glauben Abrahams verkündet. Im Qur’an heißen Moses und Jesus, Propheten des Islam. Die Welt kann darin eine Einheit unter Juden, Christen und Moslems schaffen.
      2. Der Islam trennt wissenschaftliche Bildung nicht von Weisheit und Weisheit nicht vom Glauben. Die islamische Bildung hatte in den glänzenden Zeiten der Universität Cordoba die Forschung der Ursachen nicht von der Forschung des Zieles getrennt. Dies hindert jedenfalls, dass sich wissenschaftliche Bildung und Technologie in die Bürokratie der Bildung und Technologie umwandelt und dass sich Politik in Machiavellismus verändert. Es zwingt dazu, nicht nur nach dem „Wie“ sondern auch nach dem „Warum“ zu fragen.
      3. Der Islam veranlasst die Menschen die Frage nach der Beziehung zwischen dem Glaube und Politik, welche zwei Dimensionen des Menschen bilden, in der Öffentlichkeit zu besprechen und lässt sie nicht mit den Beziehungen zweier Institutionen wie Kirche und Staat verwechseln, wie es in Frankreich und in allen anderen Ländern Europas vorkommt.
      Sie werden fragen, wo es diesen idealen Islam gibt. Nirgendwo! – Richtig, er existiert nur in einem Buch und im Herzen der Menschen, so wie er aber in christlichen Gemeinschaften niemals vorhanden war.
      …Garaudy schreibt weiter, dass diese ideale islamische Gemeinschaft in ihrem einzigen und einzigartigen Beispiel durch den Ehrwürdigen Propheten in Medina gegründet wurde. Damit hatte der Islam eine bedeutende Lücke in der Christenheit erfüllt und Ordnung in der Gesellschaft geschaffen. Die Gemeinde, welche Mohammed zustande brachte, ist weder um ein bestimmtes Blut, noch um ein bestimmtes Stück Erde, noch um einen bestimmten Markt, noch um eine bestimmte Kultur errichtet. Sie ist auf die Einheit im Glauben aufgebaut. Sie ist offen für alle. So stellte sich mir dies als der Grundstein einer menschlichen Gemeinschaft heraus.
      Worte

    • Nach einer echten Überlieferung wird sogar berichtet, dass die wahrhaft frommen Christen sich am Ende der Zeit mit den Leuten des Qur’an vereinigen und, so wie sie sich gegen ihren gemeinsamen Feind, den Atheismus, wenden werden, dann sich nicht nur die Gefolgsleute des Glaubens und des rechten Weges in wahrer Brüderlichkeit vereinigen werden, sondern auch die Christen mit einer echten Frömmigkeit und Spiritualität, dabei zunächst einmal alles, was eine Quelle von Streitigkeiten sein könnte, nicht zum Anlass für weitere Debatten und Disputationen zu machen, sondern stattdessen sich lieber ihrem gemeinsamen Gegner, dem kämpferischen Atheismus, gemeinsam entgegenstellen müssen.}
      Blitze – 301

  4. Team Jesus.de
    Mir sind die Gräueltaten des AT bekannt. Es gibt viele gläubige Juden die dies ablehnen. Zum Beispiel der Genozid an die Midianiter. Die Begründung ist einfach. Jemand der die Gesetzestafel mit dem Gebot „Du sollst nicht töten“, empfängt, soll dann zum Mörder eines ganzen Volkes werden? Hier gibt man auch Jahwe die Schuld, der Moses den Befehl erteilte. Angeblich.
    Wie alt ist das AT? Und wie alt ist der Koran?
    Von einen Koran, der 1400 Jahre alt ist, erwarte ich mehr als nur „Tötet die Ungläubigen, bis nur noch Allalh verehrt wird“. Besonders dann, wen dieser Koran als heilig bezeichnet wird.
    Eigentlich sind es Moslime, die immer wieder auf die Gräueltaten des alten Testamentes hinweisen um ihren Koran als friedlich zu interpretieren.
    Meine Frage an Jesus.de. Wie viele Angriffskriege gegen Europa gingen vom (friedlichen) Islam aus?

    • Hallo Azariah, so kommen wir nicht weiter. Diese Diskussion lässt sich nicht in wenigen Sätzen führen. Nur soviel: Es geht doch dem Schreiber des Textes, wie bereits erklärt, nicht um eine Verherrlichung des Korans. Er ist Autor für das Magazin „Faszination Bibel“ – dafür schlägt sein Herz.
      Noch ein abschließender Hinweis zur Geschichte und Pauschalisierungen. Du fragst:
      „Meine Frage an Jesus.de. Wie viele Angriffskriege gegen Europa gingen vom (friedlichen) Islam aus?“

      Gegenfrage: Wieviel Angriffskriege gegen beliebige Staaten und Völker weltweit gingen von christlichen Herrschern aus, die „im Namen Gottes“ loszogen?

      Der Islam ist eine Religion und kann keinen Krieg führen. Allerdings haben islamische Herrscher europäische Staaten im Mittelalter angegriffen. Hier sind einige Beispiele aufgelistet: Angriffe.

      Inwiefern dies als Vergleich für heute taugt, sei dahingestellt. Vor allem aber darf man dann Kreuzzüge und andere Kriege und Eroberungen (Südamerika zB) nicht unerwähnt lassen. Lass uns die Diskussion an dieser Stelle beenden. Die Intention des Autos war eine völlig andere. VG, das Jesus.de-Team

  5. Was ist der Qur’an? Wie kann man ihn darstellen?
    Antwort:
    Wie schon im „Neunzehnten Wort“ erklärt und in anderen Worten bewiesen wurde, ist der Qur’an die urewige Übersetzung dieses großen Buches der Schöpfung… er ist das Sprachrohr ihrer verschiedensten Zungen, die die Wunderzeichen des Seins vortragen… er ist der Kommentator dieses Buches der unsichtbaren und bezeugten (alem-i shehadet) Welten… er ist der Entdecker der Namen Gottes als geistige Schätze, die in der Erde und im Himmel verborgen sind… er ist der Öffner der Wahrheiten, die in den Zeilen der Ereignisse enthalten sind… er ist die Sprache der unsichtbaren Welt in der sichtbaren Welt… er ist die Schatzkammer der ewigen Zuwendungen des Allbarmherzigen und der urewigen Reden des Gepriesenen, welche aus der unsichtbaren Welt kommen, die hinter dem Schleier dieser sichtbaren Welt liegt… er ist die Sonne, Fundament und Plan dieser geistigen Welt, die der Islam ist… er ist die heilige Landkarte der jenseitigen Welten… er ist das erläuternde Wort, eindeutige Auslegung, sicherer Beweis, klarer Übersetzer des Wesens, der Eigenschaften, der Namen und des Wirkens Gottes… er ist der Erzieher dieser Menschenwelt…er ist das Wasser und das Licht des Islam, was Hingabe in Gottes Willen bedeutet, was die große Menschlichkeit ist… er ist die wahre Weisheit des Menschengeschlechts… er ist der wahre Lehrer und Wegweiser, der die Menschheit zur Glückseligkeit führt… er ist den Menschen sowohl ein Gesetzbuch als auch ein Gebetbuch und auch ein Buch der Weisheit, ein Buch des Gottesdienstes, ein Buch der Befehle und Einladungen, ein Buch des Gottesgedenkens, ein Buch des Nachsinnens; er ist das einzige, umfassende heilige Buch, das viele Bücher in sich enthält, die den Menschen für alle ihre geistige Bedürfnisse als Nachschlagewerke dienen können.
    Wortr said nursi

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