Geh aus mein Herz und suche Freud, heißt ein altes Kirchenlied von Paul Gerhardt aus dem 17. Jahrhundert. Offensichtlich ist die Freudensuche ein zeitloses Thema und eine Herausforderung für alle Generationen. Für diese Suche ist das Buch von Birgit Schilling ein hilfreicher und umfassender Wegbegleiter.
Die Autorin beschreibt, warum diese Freude so ein grundlegender Aspekt für ihr Leben und auch für ihren Glauben ist. Wichtig, lebensfördernd – und zugleich umkämpft und gefährdet. Sie lädt mit dem Buch ein, diese Freude zu gewinnen und zu bewahren. Ein Kapitel beschreibt die möglichen Freudenräuber: Scham, Hetze und Überverantwortlichkeit. In einem anderen zählt sie sieben Wege auf, wie Freude in unser Leben kommen kann: von der Schaffensfreude über die Beziehungsfreude bis hin zur Seins-Freude.
Ein Abschnitt benennt die Zäune, die aufgestellt werden müssen, wenn man die Freude nicht verlieren will. „Lebenslanges Heilen und Lernen“ (Seite 158) ist einer ihrer wichtigsten Begriffe. Denn es geht Birgit Schilling nicht um billige Freude, sondern eine Freude, die auch in den Herausforderungen des Lebens wächst und besteht. Deswegen beschreibt sie Freude zugleich als Gottes-Geschenk und als Trainingslager. In dieses Trainingscamp lädt sie uns ein.
Ein empfehlenswertes Buch für alle, die dieser Freude in ihrem Leben mehr Raum geben wollen. Ein gutes Packende für alle, die damit anfangen wollen. Und ein hilfreicher Wegbegleiter für die, die auf der Freude-Reise schon unterwegs sind. Fachlich fundiert und persönlich zugleich.
Von Martin Gundlach
