Der zweite Krimi von Leo Taut über den etwas menschenscheuen Architekten Felix Brandtstädter ist völlig unabhängig vom Ersten lesbar und führt uns aus dem Münsterland in die Eifel. Dieses Mal soll er, vermittelt durch seinen alten Freund Pfarrer Gregor, seine ermittlerischen Fähigkeiten in den Dienst eines Klosters stellen. Die Nonnen dort versuchen, es zu einem Hotel umzubauen, was aber durch allerlei Sabotageakte ausgebremst zu werden scheint. Begleitet und ergänzt wird Brandtstädter von Trixi, die man im ersten Band der Reihe als freche Punkerin kennengelernt hat, und die mittlerweile als studentische Hilfskraft im Architekturbüro assistiert. Zusammen stolpern die beiden etwas unbeholfen, aber durchaus sympathisch durch ihr Klosterabenteuer und bekommen es ganz im Stil eines klassischen Krimis auch noch mit Mord zu tun.
Die Erzählung spielt in den späten 1980er Jahren und punktet mit liebevoll eingearbeiteten zeittypischen Details. Ich konnte mir den Verlauf der Geschichte lebhaft vorstellen und schmunzelte regelmäßig über den mitschwingenden Humor. Die beiden recht gegensätzlichen Charaktere sind glaubwürdig gezeichnet und setzen sich hier und da in unaufdringlicher Weise mit Glaubensfragen auseinander, zum Beispiel wenn der Protagonist mit dem Tod seiner Frau ringt oder als die Besitzerin eines Esoterikladens den Schauplatz betritt. Dabei schätze ich die differenzierte Herangehensweise des Autors, bin in manchen Details allerdings anderer Meinung, zum Beispiel wenn er Okkultes vor allem als Scharlatanerie darstellt.
Insgesamt fühlt man sich durch den Roman gut unterhalten und kann den Klosterausflug in die 80-er rundum genießen. Ich finde, dem Autor ist eine stimmige Geschichte gelungen, und ich wäre begeistert von einer Fortsetzung.
von Judtih Böttcher
