In Chengdu hat die Polizei sechs Mitglieder einer Hauskirche festgenommen. Die Regierung geht seit Jahren hart gegen nicht registrierte religiöse Gruppen vor.
Die Verhafteten gehörten laut einem Bericht der Singapore Times der protestantischen Hauskirche „Early Rain Covenant Church“ an. Die Basis der 2008 gegründeten christliche Gemeinde liegt im Südwesten der Stadt Chengdu. Laut übereinstimmenden Medienberichten nahmen Polizeibeamte den Gemeindeleiter und weitere Mitglieder in ihren Wohnungen fest. Die genauen Gründe für die Verhaftung seien noch unbekannt, heißt es.
Staatliche Kontrollen und Überwachungsmaßnahmen nicht offiziell registrierter religiöser Gruppen sind in China an der Tagesordnung. Entsprechende Maßnahmen haben unter Präsident Xi Jinping stark zugenommen. Ziel sind häufig christliche Hauskirchen, für die es immer schwieriger wird, Spenden zu sammeln, Predigten online zu verbreiten oder Versammlungen abzuhalten.
Human Rights Watch fordert Freilassung
Human Rights Watch fordert die chinesische Regierung dazu auf, die aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen Verhafteten sofort freizulassen. Erst im Dezember habe die Regierung rund 100 Mitglieder einer anderen Untergrundkirche, der Yayang Church in Wenzhou, festnehmen lassen.
In China besteht für Kirchen eine staatliche Registrierungspflicht. Die Kommunistische Partei verlangt, dass die Ziele der Kirchen mit sozialistischen Werten übereinstimmen. Religiöse Inhalte werden an Parteipropaganda gekoppelt, politische Linientreue eingefordert. Die strikten Vorschriften zur Registrierung sollen unter anderem verhindern, dass ausländische Missionare Einfluss auf Kirchen in China gewinnen. Das Vorgehen gegen nicht registrierte Hauskirchen wird in der Regel mit „Verbreitung illegaler religiöser Inhalte“ oder „Störung der öffentlichen Ordnung“ begründet.
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