In Nigerias Middle Belt sind am Wochenende bei zwei bewaffneten Angriffen mindestens 25 Christen ums Leben gekommen. Lokale Quellen machen bewaffnete Fulani‑Milizen verantwortlich.
In der Nacht zum Sonntag griffen bewaffnete Männer die überwiegend christlichen Dörfer Kum und Wereng‑Camp im Bundesstaat Plateau an, berichtet das Webportal persecution.org. Nach Angaben von Bewohnern wurden dabei neun Angehörige einer Familie getötet, darunter ein Säugling. Die Angreifer eröffneten demnach gegen 23.30 Uhr das Feuer und flohen, bevor Sicherheitskräfte eingreifen konnten.
Wenige Stunden später überfielen Bewaffnete die Nobi‑Gemeinde im Bundesstaat Benue, wo sie in den frühen Morgenstunden Häuser beschossen und teilweise in Brand setzten. Eine lokale Zeugin berichtet von mindestens 16 Toten, während die Polizei zunächst acht Todesopfer und fünf Verletzte meldete. Amnesty International Nigeria spricht von mindestens zehn Getöteten. Frauen und Jugendliche blockierten anschließend wichtige Fernstraßen und forderten von Regierung und Sicherheitskräften besseren Schutz und strafrechtliche Verfolgung der Täter. Die Meldungen werden durch mehrere lokale Medien sowie die Nachrichtenagentur Reuters bestätigt. Während lokale Bewohner und kirchliche Vertreter die Angreifer als bewaffnete Fulani‑Milizen schildern, haben die Behörden bislang keine Tätergruppe benannt.
Die betroffenen Regionen im Middle Belt Nigerias sind seit Jahren Schauplatz wiederkehrender Gewalt gegen überwiegend christliche Bauern, in der sich Landkonflikte, Kriminalität, ethnische Spannungen und religiöse Feindseligkeit überlagern.
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