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„Beschenkt“: Bund Freier evangelischer Gemeinden feiert 150-jähriges Jubiläum

Vor 150 Jahren wurde der Bund Freier evangelischer Gemeinden (FeG) gegründet. Im Rahmen der Jubiläumsfeier gab es Rückblicke in die Geschichte, viel Dankbarkeit und Ausblicke in die Zukunft.

In drei Streaming-Veranstaltungen hat der Bund Freier evangelischer Gemeinden (FeG) unter dem Motto „Beschenkt“ am Wochenende sein 150-jähriges Bestehen gefeiert: Jugendgottesdienst, Festakt am Samstag und ein großer Gottesdienst am Sonntag gehörten zum Programm.

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Beim Festakt am Samstag gab es zahlreiche Einblicke in die Geschichte und Theologie des Bundes. In einer „Historiker-Runde“ betonte Erich Brenner, früherer Geschäftsführer des Bundes-Verlags, den „nicht hierarchischen“ Aufbau des Bundes. Dies sei eine Besonderheit, mit all seinen Chancen und Herausforderungen – „bis heute“. Laura Schäfer vom Historischen Arbeitskreis der FeG erzählte vom Zeitzeugenprojekt des Bundes: „Du kannst mir noch so viel von deiner Theologie erzählen, ich möchte sehen, wie es in deinem Leben aussieht. In der Geschichte kommt beides zusammen, und das ist, was mich interessiert.“

Alt-Präses Peter Strauch betonte die Bedeutung der Öffnung des Bundes „von innen nach außen“: „Als ich 1973 im Bundeshaus anfing, da gab es südlich der Mainlinie, von ein paar Ausnahmen abgesehen, fast nichts.“ Heute sei dies völlig anders. Da hätten Leute verstanden: „Wir haben eine Nachricht, die unter die Leute muss. […] Jeder Christ ist missionarisch verantwortlich. Und das gehört meiner Überzeugung nach zur DNA der FeG.“ Außerdem habe es auch eine Öffnung von außen nach innen gegeben: Damals gab es in den 70ern zahlreiche Einladungen aus dem nicht-freikirchlichen Raum vor dem ersten Christival. Die Öffnung sei für Strauch etwas Wesentliches: „Die Gefahr ist groß, dass wir sagen: Die FeG ist etwas so Einzigartiges, dass wir den Blick nach draußen verlieren. FeG first? Das wäre eine Verarmung. Im Himmel wird die FeG keine Rolle mehr spielen. Wir sind immer nur ein Teil des Volkes Gottes.“

Gnade und Bibel

In einer Dreierrunde diskutierte FeG-Präses Henrik Otto mit Andreas Heiser, Kirchenhistoriker und Rektor der Theologischen Hochschule Ewersbach und dem Systematischen Theologen Markus Iff über die theologische Geschichte des Bundes. Iff erinnerte an den Prediger Jakob Millard (1860 – 1938), der die Bedeutung der Gnade im Zusammenhang zur Reformation herausstellte. „Wir sind Teil des weltweiten Christentums.“

Heiser erklärte im Hinblick auf die FeG-Gründung 1874, dass Hermann Heinrich Grafe nicht eine neue Gemeinde gegründet habe, weil er „die Pfarrkollegen in Elberfeld so schrecklich fand“ oder die Idee hatte, „die eine, reine Gemeinde zu erschaffen“. „Er hat Bibel gelesen“, so Heiser. „Er hatte auch die theologische Überzeugung, dass dieses neutestamentliche Modell Wesenszüge enthält, wie Gemeinde aufgebaut sein muss. Und von da kam er zu der Freiwilligkeitsgemeinde mit missionarisch-evangelistischer Ausrichtung und einer presbyterialen Beteiligungsstruktur. Und dieses Modell ziehen wir bis heute durch.“

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„Man denkt nur mit dem Herzen gut“

Präses Henrik Otto drückte seine Dankbarkeit für die Geschichte des Bundes aus, auch wenn es kritische Phasen gegeben habe – so etwa im Dritten Reich. „Vor zehn Jahren haben wir hier an dieser Stelle ein Schuldbekenntnis ausgesprochen.“ Deutlich sprach sich Otto gegen Abschottung und Hetze gegen Ausländer aus: „Wenn die Gemeinde Jesu universal ist, können wir nicht für eine Gesellschaft eintreten, die ausschließlich national sein möchte.“

Der Präses zitierte FeG-Gründer Grafe, der einmal schrieb:

‚Es gibt Christen, die wollen aus dem Glauben ein System machen. Ich will lieber eine Herzensangelegenheit daraus machen.‘

Dazu sagte Otto: „Ich bin dankbar für die Verankerung von Glauben, Lehre und Leben in der Bibel, auch wenn uns das Ringen um die rechte Erkenntnis manchmal Mühe macht.“ Ansonsten brauche es „Tapferkeit“, um in unsicheren und komplexen Zeiten Gemeinde zu bauen. Dies wolle der Bund aus Überzeugung tun. „Ich träume von einer Gemeinde, die absichtsvoll und ganz natürlich Menschen zum Glauben einladen. So, wie es zu ihnen passt. […] Ich träume von Gemeinden, die Menschen ein Zuhause geben.“

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Der Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland wurde 1874 gegründet und besteht aus mehr als 500 selbstständigen Ortsgemeinden mit 42.350 Mitgliedern. Er ist mit der Evangelischen Allianz in Deutschland verbunden und Mitglied der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) sowie der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK). Präses ist seit 2024 Henrik Otto.


Hinweis: In einer früheren Version hieß es fälschlicherweise, dass vor 150 Jahren die erste FeG-Gemeinde in Wuppertal-Elberfeld gegründet wurde. Tatsächlich ist diese noch 20 Jahre älter (Gründungsjahr 1854). Die Gründung des Bundes erfolgte dann 1874.


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