John Mark Comer teilt seine Erfahrungen zum Thema Jüngerschaft auf dem Willow Creek Kongress. Und betont den Fokus auf Ruhe und Gnade.
Der Gemeindegründer und Bestseller-Autor John Mark Comer war per Videoschalte in Dortmund beim Willow Creek Kongress dabei. Im Interview mit Felix Ronsdorf erzählte er von der Zeit, bevor er „Das Ende der Rastlosigkeit“ geschrieben hatte. In dieser Zeit sei er als junger Pastor aus verschiedenen Gründen ausgebrannt gewesen. Begabt, aber nicht geistlich gereift, so seine Selbsteinschätzung. Das typische Jüngerschaftsmodell sei für ihn und seine Charakterformung nicht ausreichend gewesen. Seiner Meinung nach müsse man das System der Jüngerschaftslehre anpassen, um die Ergebnisse zu ändern. Ein wichtiger Punkt ist ihm dabei die Ganzheitlichkeit – weder den Kopf und das Wissen, noch das Herz und die Emotion überzubetonen.
Comer beschrieb eine Abfolge von Phasen in der Entwicklung von Christen in Gemeinden: Nach einer Phase der hohen Produktivität folge eine Zeit der spirituellen Übung. Dabei könne es passieren, dass man sich aus Verantwortung und Mitarbeit in der Gemeinde zurückziehe. Doch danach folge auch wieder eine Phase, in der man nach außen gehe und aktiv werde.
Er empfahl Gemeindeleitungen, Mitglieder nicht noch mehr anzustacheln, sondern ihnen zu helfen, langsamer zu machen. Comer machte klar, dass viele Menschen schon aus einem übervollen Leben kommen und dann zusätzlich von Kirchen mit Aufgaben überladen würden. In Comers eigener Kirchenneugründung müssten sich die Menschen unter anderem dazu verpflichten, den Sabbat zu halten. Diese Verpflichtung solle zu Entschleunigung und Rückbesinnung führen.
Abschließend betonte Comer die Wichtigkeit der Gnade. Einerseits um die eigene Stellung vor Gott zu erkennen und anderen Menschen Vergebung zu schenken. Aber auch um andere Christen zu bestärken, durch den Heiligen Geist geleitet, das zu tun, was sie aus sich selbst heraus nie tun könnten.
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Gott ist Liebe
Obigem Artikel kann ich fast voll zustimmen. Eine „Jüngerschaftslehre“ ist mir aber als selbständige christliche Lehre inhaltlich niemals konkret begegnen. Dies mag daran liegen, dass ich einfach NUR Christ bin. Die Jünger gehorchten eigentlich keiner bestimmten Idee, sondern da nur der guten Botschaft Jesu, in dem er in der Gottes- und Nächstenliebe die Zusammenfassung (damals auch der jüdischen Lehre) erkannte. Dort ist der
engste Mitarbeiterkreis Jesu keine Zentrierung von Menschen, die sich in ihrem Wissen, um was es Jesu geht, immer völlig sicher waren. Dass hier auch der Menschensohn freiwillig sterben muss, von den Römern am Kreuz ermordet wird und nach drei Tagen auferweckt wird und aufersteht, scheint bei ihnen nicht immer angekommen zu sein. Auch die Idee, in der neuen Regierung des Rabbi zu sein so Macht zu ergattern, muss wohl eine ihrer Überzeugungen gewesen zu sein. Oder der sehr sanft von seinem Rabbi kritisierte doch recht sehr schwachgläubige Thomas will gerne einen beweisbaren und ebenso mit harten Fakten begründeten Glauben. Aber wir dürfen heute moderner das Vertrauen auf diese sehr höheren Gedanken und Vorhaben Gottes ebenso verinnerlichen. Sie sind damals bei Jesus in die Schule gegangen. Höher ist unser Status niemals. Wir sind nie stets perfekte Menschen und müssten daher begreifen, dass die Liebe nach 1. Korinther 13, über dem Glaube (als Vertrauen) und der Hoffnung stehen und dass ohne diese gelebte Liebe Gottes alles nichts wert ist. Hierauf fußt geradezu auch die Lutherische Überzeugung und darin sind sich die meisten Christinnen und Christen mit Theolog(innen) einig. Gott ist Liebe und mittels dieser Liebe ist Gott in uns und wir ebenso in Gott. Dies steht so als Überlieferung aus der Urgemeinde in jeder unserer Bibeln. Es gilt nicht eine Macht wie fasst auch sanfte Gewalt, und/oder in Gestalt von Perfektion, hier im Leben zu verwirklichen. Auch Jesus als Messias will nicht herrschen wie Menschen und damit sehr starke und menschliche Hierarchien errichten. Wie es Jesus mit seiner Fußwaschung verdeutlichte, dass wir den Menschen(rechten) ebenso auch dienen dürfen. Daher will der Gottessohn auch wiederkommen als sanftmütiger Herrscher und nicht als Richter, sondern nur Erlöser aller. Nach unserer menschlichen Logik ist dies fast unmöglich, denn genauso wie im heutigen Judentum, sind auch nur wenig mehr als 3% der Mitglieder der großen Noch-Volkskirchen diejenigen, die ihren Glauben exemplarisch leben. Sie folgen nicht einem Befehl, sondern tun hoffentlich pur aus Dankbarkeit gegenüber Jesus.
Sabbat darf man gerne halten für bessere Entschleunigung. Aber dies funktioniert ebenso mit unserem Auferstehungsfest jeden Sonntags gut.
Tja, wenn ich den Sabbat halten MUSS – auch wenn das gut gemeint ist – dann habe ich ganz klar nicht verstanden, was wichtiger ist: das alte oder das neue Testament. Wenn dann bitte Sabbat UND Sonntag halten….
Manchmal kommt dann auch noch die Phase, dass man das fromme Theaterspiel durchschaut
und lernt, sich ganz ohne Pastor vom Wort Gottes und vom Heiligen Geist führen zu lassen …