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Kirchentag 2017: Berliner Senat und Kirchen verteidigen Finanzierung

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Berliner Senat und Kirchen haben die Kritik an der staatlichen Mitfinanzierung des evangelischen Kirchentages 2017 in der Hauptstadt zurückgewiesen. Es handele sich um die Unterstützung eines Großereignisses und habe nichts mit dem Verhältnis von Staat und Kirche zu tun, sagte der stellvertretende Senatssprecher Bernhard Schodrowski am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Auch der Finanzchef des Deutschen Evangelischen Kirchentags, Jörg Kopecz, verteidigte die Finanzierung: Die Treffen böten die große Chance eines religiösen, sozialen und politischen Dialogs. Zudem profitierten Städte auch wirtschaftlich vom Kirchentag.

Gegen eine Kofinanzierung des Kirchentages 2017 in Berlin mit öffentlichen Geldern wendet sich ein Aktionsbündnis unter dem Motto "11. Gebot: Du sollst deinen Kirchentag selber finanzieren!". Auf der Webseite der Aktion ist ein Mitglied der religionskritischen Giordano-Bruno-Stiftung als Ansprechpartner genannt. Sprecher der Initiative ist der Kirchenkritiker und Buchautor Carsten Frerk. Er argumentierte, das Abgeordnetenhaus dürfe für kirchliche Großveranstaltungen keine Bargeldzuschüsse mehr bewilligen. Eine finanzielle Beteiligung durch Stadt, Land oder Bund widerspreche "einer korrekten Trennung von Staat und Kirche".

2017 soll anlässlich des Reformationsjubiläums ein Kirchentag in Berlin und mit einer Abschlussveranstaltung in Wittenberg stattfinden. Dann jährt sich zum 500. Mal der legendäre Thesenanschlag Martin Luthers, der als Beginn der Reformation gilt. Der Berliner Senat hatte Ende März einen Zuschuss von insgesamt 8,4 Millionen Euro für die Großveranstaltung beschlossen. Die Gesamtausgaben für den voraussichtlich im Mai 2017 stattfindenden Kirchentag liegen bei insgesamt 23 Millionen Euro.

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Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Irmgard Schwaetzer, sagte am Dienstag in Berlin, die Kirche habe nach dem Grundgesetz die Möglichkeit und die Aufgabe, in die Öffentlichkeit hineinzuwirken. Angesichts der staatlichen Mitfinanzierung vieler Kongresse von Organisationen, die diesen Auftrag auch wahrnähmen, erscheine ihr die Diskussion über einen Zuschuss zur Finanzierung eines Kirchentags "wirklich neben der Spur", sagte die frühere FDP-Bundesministerin.

Frerk erklärte unterdessen, dem Aktionsbündnis gegen eine Kirchentagsfinanzierung gehe es "nicht vorrangig um das Finanzielle". Die Kirchen sähen sich als gesellschaftliche Organisation, die wichtige Impulse gibt, was nicht mehr der Realität entspreche, sagte er. Gerade in einer Stadt wie Berlin, in der nur noch 18 Prozent der Bevölkerung der evangelischen Landeskirche angehörten, sei ein Zuschuss in der zugesagten Höhe nicht mehr zu begründen.

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Berlin erwartet zum Kirchentag 2017 rund 140.000 Dauer-Teilnehmer. Der Deutsche Evangelische Kirchentag fand bereits 1951, 1961, 1977 und 1989 in Berlin statt. 2003 gab es zudem in der Stadt den ersten Ökumenischen Kirchentag in Deutschland mit mehr als 190.000 Teilnehmern. Evangelische Kirchentage finden alle zwei Jahre statt, in diesem Jahr in Stuttgart.

(Quelle: epd)

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