Spiegel TV hatte in einer Sendung freikirchliche Gemeinden und Christfluencer sehr kritisch dargestellt, darunter auch die ICF München. Die Gemeinde wehrte sich – mit Erfolg.
Am 12. Januar hatte Spiegel TV einen Beitrag ausgestrahlt, in dem freikirchliche Gemeinden und Christfluencer kritisiert wurden – darunter auch ICF München. Nach einer Beschwerde der Gemeinde hat Spiegel TV den betreffenden Abschnitt nach redaktioneller Überprüfung aus der Reportage entfernt, wie die Gemeinde jetzt via Instagram mitteilte.
„Hass im Namen Gottes: Wie radikale Christen gegen Andersdenkende hetzen“ – mit diesem Statement beginnt die Reportage von Spiegel TV. In dem Beitrag geht es in erster Linie um die „FWBC Seelengewinnen“ in Pforzheim, vormals Baptistenkirche Zuverlässiges Wort, die durch skandalöse Äußerungen ihrer Prediger deutschlandweit Schlagzeilen gemacht hatte. Die Gruppierung, die nichts mit dem Baptistenbund zu tun hat, wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Außerdem widmet sich der Beitrag dem „Marsch für das Leben“ sowie den Influencern Jasmin Friesen und Leonard Jäger – und der ICF München.
Fehlende journalistische Sorgfalt
Gezeigt wurde im Beitrag von Spiegel TV ein Predigtausschnitt, in dem sich ICF-Mitarbeiter Jens Koslowski kritisch zum Thema Abtreibung äußert. „Auch in der Freikirche ICF Church in München wird gegen Abtreibung gehetzt“, heißt es dazu im Beitrag. Die evangelikale Freikirche fühlte sich ungerecht behandelt: „Es ist unerträglich, dass eine theologisch fundierte, renommierte und international vernetzte Kirche wie ICF in einen Topf geworfen wird mit einer kleinen Gruppierung in Pforzheim, die mit einem biblischen Anstrich ein radikal verzerrtes Glaubensverständnis propagiert und tatsächlich Hass predigt„, teilte die Gemeinde in einer Stellungnahme mit. Die ICF-Position zur Abtreibung werde „falsch und pauschal“ dargestellt. Die ICF München distanziere sich „unmissverständlich und in aller Deutlichkeit von allen Positionen und Aussagen, die zu Hass, Diskriminierung oder Gewalt gegen Andersdenkende oder Personen anderer sexuellen Orientierung aufrufen.“
ICF München kritisierte fehlenden theologischen Tiefgang und mangelnde journalistische Sorgfalt im Beitrag von Spiegel TV. Dass es bei einem solch komplexen Thema wie Abtreibung nicht nur aus theologischer Sicht, sondern auch aus gesellschaftspolitischer Sicht unterschiedliche Meinungen gebe, dies lasse der Bericht von Spiegel TV völlig außer Acht.
In ihrer Stellungnahme hatte die ICF München ausdrücklich keine Pauschalkritik an der medialen Darstellung ihrer Arbeit geübt, sondern zum Beispiel auf Artikel in der FAZ („Ist Jesus wieder cool?“) und der NZZ („Der Hunger nach Gott wächst„) verwiesen, die den „tatsächlichen Inhalten und dem theologischen Profil von ICF“ gerecht würden.

Abtreibung ist Tötung, also Mord, geplant, gezielt und heimtückisch. Dabei wird’s immer bleiben.
Christen sollten sich dazu bekennen und keinen solchen Eiertanz aufführen, um bei der Welt gut dazustehen.
Das ist weder biblisch noch rechtlich richtig.
Ich bin für alles verantwortlich was ich tue
„ICF München kritisierte fehlenden theologischen Tiefgang und mangelnde journalistische Sorgfalt im Beitrag von Spiegel TV. Dass es bei einem solch komplexen Thema wie Abtreibung nicht nur aus theologischer Sicht, sondern aus gesellschaftspolitischer Sicht ebenso unterschiedliche Meinungen gebe, dies lasse der Bericht von Spiegel TV völlig außer Acht“! So würde ich dies ebenfalls sehen. Ich persönlich bin für alles was ich denke, plane, tue und schreibe, persönlich selbst verantwortlich gegenüber meinen Mitmenschen und Gott. Den Schwangerschaftsabbruch lehne ich ab, allerdings gehört es auch zur Sachlichkeit, dass die Fristenlösung und hier hatte die Festschreibung einer Beratung durchaus dazu führte, dass viele Babys leben dürfen, weil bei finanziellen Problemen Stiftungen immer einspringen. Der politische und/oder ethische Kompromiss kann
sinnvoll sein, aber eine reine Verhinderungsabsicht – so gut sie auch gemeint ist – würde Frauen und Familien in die Hände von Kurpfuscher/innen treiben. Hass ist nie christliche Tugend, auch nicht auf Abtreibende und Barmherzigkeit (nicht Beliebigkeit) erscheint mir durchaus ebenso sinnvoll.
„Wir sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhmes, den wir vor Gott haben sollten“! – sagt uns das Neue Testament; Weil Christinnen/Christen immer begnadigte Sünder/innen sind. Es gibt viele innere Abgründe, in die jeder Mensch und jeder Christ fallen könnte. Gott ist und bleibt Liebe.
ICF München (was übrigens eine tolle Kirche ist) hat geschickt auf diesen Beitrag reagiert und sachlich argumentiert. Der ziemlich schlecht recherchierte Beitrag, hatte viele Mängel und das ICF war vollkommen falsch dargestellt worden. Der Predigtausschnitt wurde extrem verkürzt und vollkommen verfälscht dargestellt.
Aber nicht nur ICF wurde falsch dargestellt, sondern auch eine Influenzerin, der man ausdrücklich zugesichert hat, dass ihr Beitrag nicht so verwendet wird, wie er verwendet wurde. Dumm für Spiegel TV war, das die junge Frau die Zusage sogar aufgenommen hat und somit beweisen konnte das der Spiegel sie hereingelegt hat.
Etc…
Jede/r macht Fehler
Antwort an EinFragender: Natürlich besteht die Spiegelredaktion auch nur aus Menschen die Fehler machen wie wir alle. Wer Spiegeljournalisten in Fernsehdiskussionen erlebt, wird niemals behaupten können die wären unkritisch, einfach links auf dem anderen Augen blind und schon gar nicht böse mit der Absicht – wie Sie dies beschreiben – junge Frauen herein zu legen. Also den Spiegel betreffend ist dieser – um noch markigeren Worten von anderen zu folgen – nicht „linksversifft“! Übrigens sind die Diskussionen im Fernsehen in ARD und ZDF sehr differenziert, weil da jeder einzelne Mensch oder Politiker/in die eigene Sichtweise mit einbringt, die ihm kein Ideologe zuflüstert. Da sind die Diskussionen überall spannend, oft auch zugespitzt, aber letztlich produktiv. Es werden im übrigen dort im Fernsehen und Internet alle politischen Themen bis zum Letzten stets ausgepresst. Die Auffassung vieler Politiker, sie hätten über ihre Politik das Wahlvolk unzureichend aufgeklärt, war eher Anbiederung als Realitäten gefolgt. Aber man muss dann politische Diskussionen auch einschalten, um etwas zu wissen. Die unvermeidliche Schwäche der Politik besteht da leider (unvermeidbar?) in dem Reflex, Wahlbürger/innen gegen besseres Wissen nach dem Mund zu reden, notfalls dass Flüsse oft aufwärts fließen.