Sie suchen Anerkennung – und landen in gefährlichen Netzwerken: Immer mehr Jugendliche werden laut Verfassungsschutz gezielt im Internet radikalisiert.
Nach Angaben des Verfassungsschutzes Brandenburg hat die gezielte Radikalisierung junger Menschen durch Extremisten deutlich zugenommen. Das geht aus dem am 5. Juni 2026 vorgestellten Verfassungsschutzbericht 2025 hervor. Innenminister Jan Redmann (CDU) warnte in Potsdam, soziale Netzwerke seien ein zentrales Einfallstor für extremistisches Gedankengut.
„Geködert und turboradikalisiert wird die Jugend über soziale Medien“, sagte Redmann. Neben rechtsextremen Gruppen seien auch Islamisten und Linksextremisten aktiv. Der Minister forderte deshalb strengere Regeln für den Zugang zu sozialen Netzwerken sowie Anpassungen im Straf- und Polizeirecht. Die Bekämpfung von Extremismus bleibe eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
Laut des Berichts stieg das extremistische Personenpotenzial in Brandenburg auf 7.540 Personen. Den größten Anteil stellt der Rechtsextremismus mit 5.890 Menschen, gefolgt von Linksextremismus (660) und Islamismus (260). Gleichzeitig warnt der Verfassungsschutz vor hybriden Bedrohungen wie Desinformation und Spionage, etwa durch pro-russische Kampagnen und den Einsatz künstlicher Intelligenz zur gezielten Beeinflussung der öffentlichen Meinung.
