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Warum Social Media am späten Abend der Seele schadet

Noch vor dem Aufstehen oder Einschlafen schnell Nachrichten checken? Ein Medienpsychologe erklärt, warum das keine gute Idee ist.

Der Medienpsychologe Tobias Rothmund empfiehlt, Zeiten für den eigenen Medienkonsum bewusst zu wählen. «Psychohygiene ist ein wichtiges Thema bei der Mediennutzung. Also bewusst zu entscheiden, wann am Tag man welche Infos an sich ranlässt», sagte er der «Süddeutschen Zeitung» (Montag). Er riet davon ab, frühmorgens oder spätabends soziale Netzwerke zu nutzen oder Nachrichten zu konsumieren.

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«Morgens ist der Organismus durch digitalen Content schnell gestresst, von Grausamkeiten noch mehr. Wir müssen erst einmal hochfahren und uns langsam aktivieren», sagte der Professur für Kommunikations- und Medienpsychologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Spätabends wiederum nähmen Menschen Gesehenes schnell mit in den Schlaf.

Gewalt ist in Medien überrepräsentiert

Rothmund gab zu bedenken: «Wir werden in sozialen Medien unfreiwillig mit Nachrichten konfrontiert. Ich gebe also die Kontrolle an den Algorithmus ab. Und der will nur eines: maximale Aufmerksamkeit.» Deshalb sähen Menschen heute viel mehr negative Nachrichten als noch vor drei oder fünf Jahren. Dramatische Videos aus Kriegsgebieten zum Beispiel würden gezielt genutzt, um Bildschirmzeit erhöhen. Dadurch werde das Ausmaß von Bedrohungen oft überschätzt.

«Es gibt historisch gesehen weniger Gewalt auf der Welt und speziell auch in Deutschland als noch vor 100 Jahren. Aber unser Eindruck ist ein anderer», sagte Rothmund.

Quelleepd

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2 Kommentare

  1. Weniger bewegte Bilder mit Streitthemen, eher emotionales

    Meine Erfahrung ist, wenn ich spät abends noch den Livestream des Bundestages sehe mit den Reden der altgekannten Rechtsradikalen, dann kann ich kaum noch einschlafen. Andere Politiker in den üblichen Diskussionen auch am späteren Abend wiederholen das, was sie oft schon seit Monaten hier jedem Deutschlandland und weltweit ständig vorbeten. Da kommt mir die Entschuldigung der Politik, nicht gut informiert zu haben, fast irrational vor. Denn hier werden oft Langzeit-Gebetsmühlen betrieben. Auch solche Sendungen tragen nicht immer zum Nachschlaf bei und wer über Tag mehrere große Kaffee trank, erlebt es noch viel schlimmer. Gut sind emotionale Filme, auch wunderschöne Musik und alles, was hier Emotionen anregt. Übrigens gilt dies auch noch für traurige und schlimme Geschichten, wenn sie nur Gefühle tiefer berühren. Die haben eher die Botschaft indirekt, dass das reale Leben doch nicht von so hohen Wellen bedroht wird, als jene in den Filmen. Allerdings hochphilosophische oder das Denken sehr anregende Bücher sind Schlafverhinderer. Seit wegen der Weltlage die Kirmespferchen der Gedanken aller Diskutierenden vom Festgelände sich immer schneller drehen, ist der Humor im Netz und Fernsehen muffeliger geworden. Der Auftritt im Netz über Fernseher und PC
    ist ein Wettkampf, wo am nächsten Tag erbarmungslos öffentlich gute oder schlechte Noten vergeben werden. Journalisten sind Fangfragensteller.
    Übrigens: Die Jahrtausendwende bescherte eine Fülle von Weltuntergangsfilmen, die produzierten eine Verarbeitung von Angst. Wer nahe bei Ramstein lebt vermag sich vorzustellen, dass er mitten in Putins Fadenkreuz liegt. Nicht nahe um Staub zu werden, nicht zu weit weg ohne Plessur

    • Wenn ich Reden von Politikern sehe, schlafe ich schnell und gut ein. 😉

      Aber ab 18.00 Uhr werden bei uns keine Mails oder WhatsApps mehr gecheckt. Seit ich das mache, schlafe ich besser.

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