Ab den 1950er Jahren wurden in Kinderheimen einer Brüdergemeinde in Korntal zahlreiche Kinder missbraucht. In dem Film „Die Kinder aus Korntal“ kommen sechs Betroffene zu Wort.
Die Dokumentation thematisiert einen der größten Missbrauchsskandale der evangelischen Kirche in Deutschland. In dem Film „Die Kinder aus Korntal“ erzählen sechs Betroffene von ihren Erlebnissen, heißt es in einer Pressemitteilung.
In den Heimen der pietistischen Brüdergemeinde Korntal wurden ab den 1950er Jahren zahlreiche Kinder missbraucht. Sie erlitten körperliche Züchtigung und sexualisierte Gewalt. 2013 wurden die Vorgänge öffentlich. Das ZDF zeigt den Film anlässlich des Europäischen Tages zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexueller Gewalt am 18. November 2025. Den Film ist ab Freitag 10:00 Uhr im ZDF-Streaming-Portal und ab Montag um 01:35 Uhr im ZDF zu sehen.
Betroffenen zuhören
Schätzungsweise 150 ehemalige Kinder aus den Heimen der pietistischen Brüdergemeinde sind seit 2013 mit den Gewalterfahrungen, die sie in den Kinderheimen in Korntal machen mussten, an die Öffentlichkeit getreten, heißt es in der Pressemitteilung. Der Ort und die Gemeindemitglieder reagierten lange mit Zweifeln und Ablehnung auf die Vorwürfe.
2018 habe die Brüdergemeinde einen Aufklärungsbericht über die mittlerweile verjährten Vorgänge präsentiert, in dem 81 Täter und Täterinnen, davon mehrere Intensivtäter, teilweise anonymisiert genannt werden. Viele Betroffene kämpfen nach wie vor um Gehör, Anerkennung und Respekt. Der Aufarbeitungsprozess selbst und die Entschädigungssummen für die Opfer sorgen weiterhin für Diskussionen.
Filmemacherin Julia Charakter wolle den Überlebenden Gehör verschaffen. „Man muss ihnen keine Stimme geben – sie haben längst eine. Der Film bietet die Möglichkeit, ihnen zuzuhören.“
