Die Medien transportieren zu viele schlechte Nachrichten, kritisiert Moderator Tim Niedernolte. Er ermutigt, mehr konstruktive Ansätze zu zeigen.
Gerade Christen müssten „viel fröhlicher durch die Welt laufen“, sagt Niedernolte im Interview mit dem christlichen Medienmagazin PRO. „Weil wir wissen, dass Gott uns liebt und uns so viel geschenkt hat.“ Dass viele Menschen sich auf schlechte Nachrichten fokussieren, sei ein gesamtgesellschaftliches Problem: „Wir übersehen die Möglichkeiten.“
Wer mehr positive Nachrichten konsumiert, sei eher bereit, sich gesellschaftlich zu engagieren. Dahinter stehe der Gedanke: „Es ist noch nicht alles verloren.“ Auch andersherum gelte: „Wer denkt, alles gehe ohnehin schlecht aus, der bringt sich nicht ein oder spendet beispielsweise nicht. Negative Nachrichten haben also auch negative Effekte, nicht zuletzt auch für die Psyche.“
Niedernolte habe oft von Menschen gehört, „dass sie gar keine Nachrichten mehr schauen, weil sie das ganze Negative nicht mehr hören können“. Journalisten sollen nicht nur Missstände anprangern, sondern „die Welt zeigen, wie sie ist. Und da gibt es eben auch Positives“, appelliert er.

Als Christen dürfen voll auf Gott vertrauen
Wir Christinnen und Christen dürfen fröhlicher durch die Welt laufen und könnten zeigen, daß wir großes Gottvertrauen haben. Aber es ist bei den guten konkreten Absichten auch wichtig, sich gegen falsche Prophetien zu rüsten. Etwa jene Maga-Bewegung aus den USA. Der Universität Yale zufolge sind ein knappes Fünftel aller Republikaner*innen und ein Viertel aller „evangelikalen/wiedergeborenen“ Christ*innen in den USA fest der Meinung, „da die Apokalypse herannaht, müssen wir uns keine Sorgen um die Erderwärmung machen“: sehenden Auges und reinen Gewissens in den Abgrund, sozusagen. Die christlich-nationalistische Bewegung MAGA – Make America Great Again – ist damit mehr als der extremistische Flügel der republikanischen Partei. MAGA ist ein Kult mit Gläubigen in staatstragenden Ämtern. Es gibt Menschen in den Vereinigten Staaten, die in den immer extremer werdenden Naturkatastrophen der vergangenen Jahre nicht das Resultat anthropogener Aktivitäten sehen, sondern den tatsächlichen Willen Gottes. Und die Zahl dieser Menschen steigt. Waren im Jahr 2012 noch 36 Prozent aller US-Amerikaner*innen dieser Meinung, waren es 2014 bereits 49 Prozent, zeigen Befragungen des Public Religion Research Institute (PRRI). Anders ausgedrückt: Bereits vor acht Jahren sah knapp jeder zweite Mensch in den USA die biblische Apokalypse auf die Menschheit zukommen. Zwar ist die Mehrheit der US-Bevölkerung (63 Prozent 2012 gegenüber 62 Prozent 2014) noch immer davon überzeugt, die jüngsten Naturkatastrophen seien Resultat des Klimawandels, doch der politische Einfluss des Kassandrakults wächst zunehmend – und gedeiht geradezu prächtig in bestimmten religiösen Milieus.
Im ersten Teil des Midterms-Specials wurde ausdifferenziert, welche Teile des überaus breiten und weitgehend harmlosen evangelikalen Spektrums eine Überschneidung mit der extremistischen MAGA-Fraktion der republikanischen Partei (GOP) aufweisen: Es sind die überwiegend Weißen, sich mehr als evangelikal denn als „evangelikal/wiedergeboren“ identifizierenden Kongregationen. Unter besagten Weißen Evangelikalen (Englisch: White evangelical Protestants) lag die Quote derer, die in zunehmender Intensität von Hurricanes und Tsunamis den Beweis für die bevorstehende Apokalypse sehen, laut PRRI bereits 2014 bei sage und schreibe 77 Prozent. Etwas weniger alarmierende – aber dennoch beunruhigende – Zahlen als PRRI liefert die Universität Yale: In einem 2016 veröffentlichten Report kamen die Forschenden zu dem Ergebnis, dass ein knappes Fünftel aller Republikaner*innen und ein Viertel aller „evangelikalen/wiedergeborenen“ Christ*innen in den USA der Überzeugung sind, dass die Klimakatastrophe kein Problem darstellt, da sowieso die Apokalypse herannaht. Auch über die gesamte US-Bevölkerung sind mit neun Prozent erstaunlich viele davon überzeugt, dass sie das Ende der Welt noch live miterleben werden. Eine Person von sieben in den USA hält es definitiv (sieben Prozent) oder wahrscheinlich (neun Prozent) für richtig, dass „Gott das Klima kontrolliert, weswegen es keinen anthropogenen Klimawandel gibt“. Diese Überzeugung ist in konservativen und evangelikalen Kreisen noch weitaus verbreiteter: Unter den dortigen konservativen Republikaner*innen (31 Prozent) und „evangelikalen/wiedergeborenen“ Christ*innen (30 Prozent) hängt dieser Fantasie beinahe ein Drittel an. (Aus dem Internet vom 24. November 2022 unter Midterms-Special, Teil 2).
Gott kehrt nicht vor unserer Haustür, der repariert nicht unseren Klimawandel und er macht ihn auch nicht zu unserer Strafe, genauso wie er kein Feuer vom Himmel wirft. Der Klimawandel ist unsere Hausaufgabe. Ansonsten dürfen wir uns freuen, daß kein Mensch, der je über die Erde ging,
nicht von Gott geliebt wird. Wir können auch beim allertiefsten Fall nur in die liebende Hände Gottes fallen. Jesus hat nicht gepredigt, er käme als gnadenloser Richter, sondern nur als (sanftmütiger) Erlöser. Der Himmel verspricht Liebe und am Ende jedes dunklen Tunnels kommt helles Licht. Die Bibel sagt uns, daß völliger Liebe zu Gott keine Angst ist. Die Hölle machen wir und notfalls die Apokalypse. Gott aber ist nur unendliche Liebe.