Hohe Erwartungen an den „Christlichen Religionsunterricht“: Er soll für konfessionelle Unterschiede sensibilisieren und die Ökumene fördern.
Zum Schuljahr 2026/27 führt Niedersachsen das neue Schulfach „Christliche Religion nach evangelischen und katholischen Grundsätzen“ (CRU) ein. Die Universität Osnabrück begleitet die ersten beiden Jahre mit einem Forschungsprojekt, heißt es in einer Pressemitteilung.
In Deutschland und auch Europa gibt es seit Längerem den Trend, Schülerinnen und Schüler verschiedener Glaubensrichtungen gemeinsam im Religionsunterricht zu unterrichten und religiöse Werte und Bildung zu vermitteln. Für das neue Schulfach fehlen aber konkrete Vorbilder, sagt der Religionspädagoge Professor Jan Woppowa (Universität Osnabrück). Der Christliche Religionsunterricht knüpfe an den bestehenden in Niedersachsen bereits etablierten konfessionell-kooperativen Religionsunterricht an, verfolge jedoch neue Ziele: Er soll für konfessionelle Differenzen sensibilisieren, diese stärker im Unterricht sichtbar machen und die Ökumene fördern. Der Lehrplan werde dazu „völlig neu“ entwickelt, so Woppowa.
Mit einer interkonfessionellen und interdisziplinären Studie wollen die Forschenden untersuchen: Wie wird das neue Schulfach eingeführt und umgesetzt? Wie unterscheidet es sich vom bisherigen Religionsunterricht? Wie wirkt der CRU sich auf das Fachverständnis aus und welches Potenzial hat er für die Förderung der Ökumene inner- und außerhalb der Schule?
