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Zentralrat der Juden ehrt Kabarettisten Dieter Nuhr

Mit dem Leo-Baeck-Preis würdigt der Zentralrat der Juden Persönlichkeiten, die sich für die jüdische Gemeinschaft starkgemacht haben. In diesem Jahr geht die Auszeichnung an den Kabarettisten Dieter Nuhr.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland ehrt mit seinem wichtigsten Preis in diesem Jahr eine polarisierende Persönlichkeit. Wie der Zentralrat am Montag mitteilte, wird der Kabarettist Dieter Nuhr mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet. Man würdige damit «seinen entschiedenen Einsatz gegen Antisemitismus in der Medienlandschaft», hieß es zur Begründung.

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Zentralratspräsident Josef Schuster erklärte, Nuhr setze sich in seinen Beiträgen «mit herausragender Klarheit gegen Antisemitismus ein». «Dabei nutzt er seine Rolle als Kabarettist und seine Plattform im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, um konsequent Doppelstandards in der deutschen Debatte um Israel offenzulegen», sagte Schuster.

Ahmad Mansour hält Laudatio

Der Preis soll am 10. Juni verliehen werden. Als Laudator wird nach Angaben des Zentralrats der Psychologe und Autor Ahmad Mansour erwartet. Nuhr sorgte mit satirischen Beiträgen in der Vergangenheit für teils heftige Kontroversen. Mit Witzen über Muslime1) und die Klimabewegung «Fridays for Future» handelte sich der 65-Jährige den Vorwurf ein, Stereotype zu befeuern. Er selbst wies das zurück.2)

Mit dem Leo-Baeck-Preis werden seit 1957 Persönlichkeiten geehrt, die sich nach Ansicht des Zentralrats in herausragender Weise um die jüdische Gemeinschaft verdient gemacht haben. Zu den Preisträgern gehören die früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker (1994), Roman Herzog (1998) und Christian Wulff (2011) sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel (2007). Zuletzt ging die Auszeichnung vor zwei Jahren an den damaligen Geschäftsführer und heutigen Präsidenten von Borussia Dortmund, Hans-Joachim Watzke. Der Preis erinnert an den Rabbiner Leo Baeck (1873-1956).

1) 2014 wurde Dieter Nuhr wegen angeblicher „Beschimpfung von Religionsgemeinschaften“ – in diesem Fall dem Islam – angezeigt. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück stellte das Ermittlungsverfahren mit der Begründung ein, dass es sich um Satire gehandelt habe und zudem eine „fremdenfeindliche Gesinnung“ fehle.

2) Nuhr distanziere sich „eindeutig von rechtem Zuspruch im Internet, die Rechten, die Nazis, ekelhaft“ und habe Mitleid mit Muslimen, „die mit Islam oder Islamismus gar nichts am Hut haben“. Man versuche, ihn durch stete Diffamierung als „rechten Comedian“ aus dem Kreis ernstzunehmender Stimmen auszuschließen.

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Quelleepd

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