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Studie: Darum traten Menschen 2020 aus der Kirche aus

Viele Menschen verlassen die Kirche wegen der Steuern. Bei jungen Menschen ist das Motiv der Verlust ihres Glaubens.

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Die westfälische und württembergische Landeskirche haben eine Pilotstudie zu Kirchenaustritten veröffentlicht. Anlass war laut eines Presseberichts der Evangelischen Kirche von Westfalen, dass ihre Austrittszahlen seit 2018 über dem langjährigen Durchschnitt lagen. Zwar seien 2020 weniger Menschen aus der Kirche ausgetreten, das habe aber mit wegen der Pandemie teils geschlossenen Amtsgerichten zu tun. Zur Erhebung der Daten wurden seit Oktober vergangenen Jahres fast 500 Leute telefonisch befragt, die im vorherigen Monat aus der Kirche ausgetreten waren. Ein wichtiger Grund für den Austritt sei dem Bericht nach die Kirchensteuer: Manche wollten sparen, anderen fehle ein Gegenwert und wieder andere könnten sie sich zum Beispiel als Alleinerziehende nicht leisten. Die meisten Befragten hätten jedoch keinen konkreten Anlass für ihren Austritt genannt.

Männer öfter gleichgültig als Frauen

Die Erhebung gliederte die Austrittsmotive in die drei Bereiche Handeln der Kirche, Glaubensverlust oder Indifferenz der Kirche gegenüber und individuelle Nutzen-Abwägung. Dabei sei aufgefallen, dass das Handeln der Kirche vor allem bei Menschen ab 40 entscheidungsrelevant sei. Bei Personen unter 40 seien es eher der Glaubensverlust oder die Nutzen-Abwägung, erklärte ein Statistiker des Landeskirchenamts Bielefeld. Konfessionswechsel hingegen hätten als Motiv in beiden Landeskirchen kaum eine Rolle gespielt. Der Vergleich der Geschlechter habe gezeigt, dass die befragten Männer sowohl der Kirche als auch dem Glauben im Allgemeinen häufiger gleichgültig gegenüber stünden als die ausgetretenen Frauen. Trotz ihrer eigenen Abkehr von der Kirche fand die Mehrheit es wichtig, dass es die evangelische Kirche gibt, so der Bericht.

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1 KOMMENTAR

  1. Die Mitgliedskirchen sind kein Zukunftsprojekt

    Es gibt sicherlich Menschen, die eigentlich ehrlich sind wenn sie aus der Kirche austreten: Niemand will beispielsweise gerne Mitglied in einem Verein sein, von dessen Überzeugungen und Aktionen er nicht überzeugt ist. Dies muss sich seit 1970 – vielleicht auch in Form des gegenwärtigen Traditionsabbruches – völlig verändert haben. Damals sagte eine Studie, dass in den beiden großen Kirche nur 3 – 5% der getreulichen Kirchensteuerzahler*innen erreicht werden können. Aus ihnen besteht die Kerngemeinde. Allerdings stellt diese Studie fest, dass die nicht praktizierenden Christen in der Regel von der Wiege bis zur Bahre getreulich Kirchensteuer zahlen, also in aller Regel nie austreten, ihre Kinder taufen lassen, die Söhne und Töchter in den Konfirmandenunterricht schicken und ihre Eltern christlich beerdigen lassen. Heute tritt man offensichtlich verstärkt aus, wenn man sich auch aus gutem Grund über kirchens ärgert, oder einfach nicht glauben will oder kann. Als ein sehr überzeugter Christ hat mich diese als teilweise eine reine Tradition wahrende Verhaltensweise, oder die Kirchenmitgliedschaft fast wie eine Versicherung gegen den Tod zu betrachten, sehr gestört. Andererseits möchte ich überhaupt nicht festlegen, ob ein Anderer ein Gläubiger ist, beispielsweise wenn er nur den Weihnachtsgottesdienst besucht. Es soll ja den anonymen Christen geben, der am Sonntag mittels Pantoffelkino oder Internet Gottesdienst geniest – oder gar nichts tut, aber mit Gott jeden Tag wie mit einem guten Freund redet: Auch als Konfessionsloser.

    Ich bin aber davon überzeugt, dass es aus verschiedenen Gründen Mitgliedskirchen von der Wiege bis zur Bahre, in späterer Zukunft nicht mehr geben wird. An ihre Stelle könnte sich eine arme, geistlich aber sehr aktive Kirche der vielen kleinen Gruppen und Gemeinschaften bilden, die auch sehr ökumenisch und offen für alle Menschen ist, sowie das Leben mit ihnen teilt. Sie leben dann was sie glauben. Am Ende könnte verstärkt die Entscheidungs- bzw. Erwachsenentaufe stehen. Die Menschen sind nicht mehr obrigkeitsgläubig, auch nicht gegenüber der Kirche, bei der man sogar wegen seinem guten Ruf in der Vergangenheit Mitglied sein musste. Wenn die Kirchen ärmer, christuszentrierter, unbürokratischer und auch ökumenischer werden, wirklich ein alternatives Lebensmodell sind, entsprechen sie mehr dem biblischen Vorbild. Der Heilige Geist wird dafür sorgen, dass hieraus keine engstirnigen Dogmatiker werden oder gar eine Sekte. Wandel ist immer Chance. Die weltweite Kirche, die alle Konfessionen und Traditionen umfasst, ist keine Institution. Sie ist der Brückenkopf für den Neuen Himmel und die Neue Erde, die kommen. Eine solche sich global verstehende christliche Kirche sollte politisch sein, wenn sie im gemeinsamen Lebensvollzug die Bergpredigt Jesu nach eigenem Vermögen lebt. Sie wäre keine kopierte Urgemeinde, sondern eine des 21. oder 22. Jahrhunderts. In ihr könnten auch Familienväter mit anderen Berufen Priester sein. Möglicherweise ist dies die Methode des Himmels, dass wir Christen wirklich ein Licht der Welt werden.

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