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Studie: Kindergrundsicherung zu niedrig

Die Verteilungsforscherin Irene Becker hält die Höhe der ab 2025 geplanten Kindergrundsicherung für unzureichend, um Kinderarmut nachhaltig zu verhindern. Ihre Hauptkritik: die „unzulängliche“ Berechnung des Existenzminimums.

Um Entwicklungsmöglichkeiten und soziokulturelle Teilhabe zu sichern, müssten die Beträge anders berechnet werden, fordert Becker in einer am Donnerstag vorgestellten Studie für die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf. Je nach Altersstufe der Kinder und Jugendlichen würden sie dann zwischen 30 und 191 Euro höher ausfallen als aktuell von der Bundesregierung vorgesehen.

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Die Wirtschaftswissenschaftlerin kritisiert vor allem die Berechnung des Existenzminimums, das der Ermittlung der Kindergrundsicherung zugrunde liegt. Diese sei „in mehrfacher Hinsicht unzulänglich“. So würden nur Konsumausgaben von Haushalten im untersten Einkommensbereich herangezogen. Von den so ermittelten Referenzausgaben würden zudem aufgrund willkürlicher politischer Vorgaben etliche Ausgaben generell gestrichen, etwa für Taschen, Regenschirme, das Eis in der Eisdiele, Pflanzen und Tierfutter. „Die Vorgehensweise führt zu einer systematischen Bedarfsunterdeckung“, beklagte Becker.

Die Sozialforscherin schlägt als Alternativkonzept vor, die Ausgaben von Haushalten im mittleren Einkommensbereich als Bezugspunkt zu nehmen und auf die Streichung einzelner Ausgabenpositionen zu verzichten. Außerdem sollte die Kindergrundsicherung kontinuierlich an die reale Entwicklung der Verbraucherpreise angepasst werden.

4 Kommentare

  1. Arme Menschen bleiben praktisch von allem ausgeschlossen

    Dass die Kindergrundsicherung, wie überhaupt das Existenzminimum immer weniger wurde, ist allen Leuten die was davon verstehen, schon immer glasklar gewesen. Mit der Erfindung der Sozialhilfe gab es einmal ein Warenkorb – gedacht wie ein Einkaufswagen – der nach damaligen Verhältnissen gefüllt, gerade noch des Existenzminimum umfasste und damit ein wenig Menschenwürde berücksichtigte. In den vielen Jahren ist dieser Warenkorb in ein extremen Ungleichgewicht geworden gegenüber dem ganz normalen Konsum- und Lebensgewohnheiten auch der einfachen Leute. Gewissermaßén wurde das der Inhalt des Einkaufswagens immer weniger. Leute die arm sind, Grundsicherung (und damals Sozialhilfe) erhielten, können quasi sowieso am öffentlichen Leben überhaupt nicht mehr teilnehmen – oder nur noch an solchem, was nichts kostet. Eine Tafel Schokolade oder vielleicht ein Eisbällchen für ein Kind in einem Monat ist schon die Grenze. Kino, Theater, Konzert, Oper, Show, Urlaub, Ferien, Biergarten und vieles andere, gestrichen. Sicherlich verhungert bei uns niemand. Aber ein Mensch, den wir quasi ohne es überhaupt zu merken, einfach ausschließen, von dem kann man fast schon nicht mehr erwarten dass er Vater Staat liebt und seine Parteien. Das Problem wird leider nicht kleiner, auch wenn wir immer noch ein recht perfekter Sozialstaat sind. Aber es bleibt nach unseren deutschen und europäischen Werten uangemessen, Menschen einfach vom ganz normalen Diskurs der Gesellschaft auszuschließen, und es noch nicht einmal zu merken und zu wissen.

    • Ob arm oder reich.
      Wer den Gott der Bibel kennt, lässt sich vom staatlichem Gedönse auch nicht mehr beeindrucken 🙂

      • Jesus liebte arme Menschen

        Lieber Gast: Wer die Tatsache, dass Menschen mit niedrigem Einkommen und Sozialleistungen praktisch von allem in der Gesellschaft ausgeschlossen sind als GEDÖNSE bezeichnet: Der geht nicht nur unachtsam mit seinen Mitmenschen um, sondern ignoriert auch die Wirklichkeit. Leider machen das aber viele. Die einen treten politisch dafür ein das Bürgergeld um 30% zu kürzen – ein böswilliger und auch absurder Vorschlag und zudem verfassungswidrig – oder andere verweisen auf Gott. Aber der Schöpfer aller Dinge ist kein Wunscherfüllungsgott. Er hat uns seinen Messias geschickt, um diesem Menschensohn Jesus und seiner Bergpredigt und all seinen anderen Werten zu folgen, hielte ich dann doch für angemessen. Ich würde dem lieben Gast und jedem anderen geneigten Leser empfehlen, sich doch einmal die Regelsätze des Bürgergeldes beispielsweise anzusehen und dann versuchen, davon zu leben. Dann können wir uns wieder sprechen. Jesus liebte arme Menschen, Randsiedler, Zöllner und Sünder (die Frauen nicht zu vergessen) und sogar den Schächer am Kreuz. Sogar die Kinder, die damals wenig Geltung hatten. Dies wäre die Antwort, statt Gedönse. Da kann ich leide auch nicht lachen, obwohl ich nicht ganz arm bin.

      • Lieber Gast,
        denkst Du, nur weil man den Gott der Bibel kennt, belastet Einen das Alles nicht?
        Ganz sicher nicht!
        Es ist egal, ob du Grundsicherung hast, Bürgergeld…oder eine kleine Rente….auch wenn Ich Gott kenne, muss ich jeden Pfennig(Cent) 2 und dreimal umdrehen….und hab manches Mal nichts mehr.
        Mich interessiert das Alles schon.
        Ich lebe am Existenzminimum und auch mit Gott(würde ich hier einmal behaupten)…
        aber Du darfst mir Glauben, wie Andere…auch einige Christen, kann ich nicht leben.
        Und ich liebe Jesus…
        liebe Grüße
        Meike

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