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Über 50.000 Schüler demonstrieren gegen die Wehrpflicht

Am Donnerstag versammelten sich bundesweit rund 50.000 Jugendliche in 150 Städten, um zu streiken. Sie befürchten, dass aus dem freiwilligen Wehrdienst bald ein Zwang wird.

Die Initiative „Schulstreik gegen Wehrdienst“ fürchtet, dass das im Dezember 2025 beschlossene Wehrdienstmodernisierungsgesetz den Weg zur Wiedereinführung der Wehrpflicht ebnet. Deshalb hatte das Bündnis am gestrigen Donnerstag alle Schülerinnen und Schüler zum zweiten Mal zum Streik aufgerufen. Laut einer Pressemitteilung von „Schulstreik gegen Wehrdienst“ nahmen daran bundesweit rund 50.000 Jugendliche teil – davon allein 10.000 am Potsdamer Platz in Berlin (nach Polizeiangaben 3.500).

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„Von Freiwilligkeit beim Wehrdienst kann gar keine Rede sein“, sagte Shmuel Schatz, ein 17-jähriger Pressesprecher des Schulstreikkomitees Berlin. „Jetzt schon werden Jungs zur Musterung gezwungen.“ Er glaubt: „Bis zum verpflichtenden Wehrdienst ist es nicht mehr weit.“ Die Initiative fordert eine Kriegsdienstverweigerungsberatung für alle Abschlussjahrgänge. Geld solle nicht in Aufrüstung, sondern in Bildung, Soziales und Umweltschutz fließen. Zudem solle die Bundeswehr an Schulen nicht werben dürfen: „Wir wollen Friedensbildung“, heißt es in einem Instagram-Beitrag der Initiative. „Es sind nicht die Kinder von Merz, von der Leyen oder Pappenberger [Rüstungskonzern Rheinmetall], die im Zweifel an die Front müssen. Es sind wir, und wir wollen nicht für ihre Kriege sterben“, heißt es in einem weiteren Beitrag.

Laut Angaben von „Schulstreik gegen Wehrdienst“ unterstützten in der Bundeshauptstadt das Berliner Bündnis „Nein zur Wehrpflicht“ und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Berlin die Streikenden. Rückhalt kam zudem von Lehrerinnen und Lehrern, Eltern und weiteren Gewerkschaften. Allerdings habe es an einzelnen Schulen auch Gegenmaßnahmen gegeben, heißt es. Die Initiative will die Streiks erst dann beenden, wenn der „neue Wehrdienst“ zu Fall gebracht wird.

Seit Januar 2026 erhalten alle 18-Jährigen im Rahmen des Wehrdienstmodernisierungsgesetzes einen Fragebogen der Bundeswehr. Männer müssen ihn ausgefüllt zurückschicken, Frauen können dies freiwillig tun. Auf diese Weise sollen mehr junge Menschen für einen Dienst an der Waffe gewonnen werden.

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16 Kommentare

  1. Gut so, dass die Jugend wach ist und ihre Rechte wahrnimmt.
    Der Frieden kann nur aufrecht erhalten werden, wenn man für den Pazifismus eintritt.

    • Nehmen wir mal an, die Ukraine wäre ohne Waffen und rein pazifistisch gewesen. Welchen Frieden hätte sie denn heute gehabt? Und welchen das Baltikum ohne NATO? Oder anschließend wir?

          • Nein, genau das ist nicht die Kernfrage.
            Die Kernfrage ist, ob es eine verpflichtende Wehrpflicht geben darf.
            Und die ist mit einem klaren Nein zu beantworten.

            • Wer das mit einem klaren Nein beantwortet, muss sich dann aber auch zu den Folgen äußern. Darum drücken sich diejenigen in aller Regel herum oder kommen mit realitätsfernen Vorschlägen.

              Wie wollen wir die Verteidigungsfähigkeit denn sonst herstellen? Das wir die brauchen, steht für mich, dsiehe meinen Einwand, ausser Frage, es sei denn, wir haben nichts gegen eine russische Eroberung unserer Partner und letztlich auch von uns. Putin hat klar erklärt, dass sein langfristiges Ziel die Eroberung aller Länder ist, auf denen russische Soldaten standen. Das war auch die ehemalige DDR

              Natürlich ist Freiwilligkeit immer der 1. Weg. Und genau das probiert man jetzt ja auch. Wenn das nicht reicht, wie soll es dann ohne Wehrpflicht gehen?

              Ausserdem haben wir ja weiterhin die Möglichkeit zu verweigern.

  2. Christinnen und Christen schwimmen gegen den Strom

    An einem Donnerstag versammelten sich bundesweit rund 50.000 Jugendliche in 150 Städten, um zu streiken. Sie befürchten, dass aus dem noch freiwilligen Wehrdienst bald ein Zwang wird. Wir wollen FRIEDENSBILDUNG“, heißt es im Instagram-Beitrag der Initiative. Dies ist sehr „christlich“.
    Denn der Frieden und die Versöhnung mit Gott funktioniert nicht wirklich, in einer völlig unversöhnlichen Haltung und Feindschaft aller gegen alle.
    Da kann ich mich eher wiederfinden, auch wenn die Situation der Werteveränderungen nicht nur ungut, sondern sogar problematischer wird.. Die Menschenrechte und unser Völkerrecht, durchaus hier aus christlichem Empfinden und Denken hervorgegangen, mit jenen Werten und Normen begründet, hatten aber historisch nie wirklich großen Stellenwert. Der 1. Weltkrieg hatte bereits diesen Werteverlust des nachfolgenden weiteren Krieges vorgeschattet. Dann folgte der unselige Führer und sogar sogenannte Superchristen riefen lautlautstark „Heil“. Man zog für das Ideal des Vaterlandes in den Krieg – anfangs noch singend – dann aber schockiert von der Realität der Schützengräben, dem Blutvergießen und brutalster stets kriegerisch-menschlicher Abgründe. Dann haben wir Gottes geliebtes Volk versucht von 1939 bis 1945 auszurotten. Heute versuchen bei uns diese Rechtsradikale mit den Mitteln der Demokratie die selbige abzuschaffen.. So haben wir Freundinnen und Freunde von Jesus auch an allen Wahlurnen Verantwortung. Friedensbewegte kämpfen „Kämpfe des Guten“. Ich glaube an dies „du sollt nicht töten“ und Werte der Bergpredigt.

    Ich sage ja nicht, wir sollten gegen den Werteverfall seitens Putin und Gleiche nicht agieren, auch nicht gegen den unseligen Wirrkopf Trump, der den Staat, eigene Gewinnsucht und seine Familie zu seinem Geschäft vernetzt und so typischer Antichrist ist. Putin und Trump brauchen sich nicht mehr mit Schafsfellen verkleiden, genauso nicht jene falschen Fünfziger mit bösartigem Gottesbildes im Iran. Böses und Gutes sind gut erkennbar.
    Der Krieg in der Ukraine und sonstige Kriege, Terror und Gewaltabgründe sind eher Anlass, für mehr und kräftigere Diplomatie. Gleicher Logik sich militärisch zu verstärken, braucht als Gegengewicht voll die Kraft guter Werte und bester Normen, also den Frieden zu leben. Ich kann da auch die Jugendlichen sehr gut verstehen, denn je mehr wir – ohne es immer zu merken – einen sehr großen Krieg eigentlich stets als unvermeidbar stärker proklamieren, betreiben wir sich selbst erfüllende Prophetie. Ich rede keiner Werkgerechtigkeit das Wort, keine ethischer Überheblichkeit, sondern ich glaube, dass die uns von Gottes Liebe verordneten Hausgabengaben dringlich sind. Dazu sind Diplomaten erforderlich, die beten und arbeiten, sowie Kirchenpräsidenten, Bischöfe und Päpste, die an den Türen der Mächtigen kratzen und sich nicht zurück schicken lassen. Hunderttausende waren vor vielen Jahrzehnten in Moskau um Billy Graham zu lauschen, die Plätze in den Gotteshäusern reichten niemals und Kommunisten waren irritiert. Genauso in Nordkorea. Auch die sinnbildlichen Mauern von Jericho fallen, wenn wir sinnbildlich Haltung zeigen. Christen glauben, dass wir die Wahl haben zwischen selbst betriebener Apokalypse, oder der Schwerter als Pflugscharen. Unser freier Wille kann sein, wie Kain seinen Bruder zu erschlagen, soweit geht unsere Freiheit durch Gott. Oder in Wahrnehmung unserer Verantwortung den Heiligen Geist wirken zu lassen. Zudem das Wunder der Wiedervereinigung war eines, weil Menschen, aus der Kirche kamen und riefen „keine Gewalt“. Die Zeit ist reif für Gegengewichte.
    Aber zum Schluss was politisches: Ich bin kein Wahlgänger derzeit der CDU. Aber ich würde sie herzensgern wählen, würde dies AfD so verhindern.
    Norbert Blüm ist mein großes Vorbild. Er schlug sein Zelt eine Woche auf einem verschlammten kalten Flüchtlingsgelände auf, solidarisch. Solche Menschen sind moderne Heilige und nicht jene nur mit Schein. Selig sind immer noch diejenigen die Frieden stiften. Also keinerlei Naivlinge plus.

      • Sinnspruch deuten

        Hallo Chey: Aber dieses Bild gegen den Strom zu schwimmen behauptet eben, nicht sich vom Strom der Meinungen
        und Vorurteile mitreißen zu lassen. Wer gegen den Strom schwimmt, kann so nur zur Quelle kommen. Oder er fällt in den Abgrund am Ende der Strecke, wenn alles nur Irrtum war. Selbst der Apostel Paulus hat auch einmal gewarnt, dass wenn unser Glaube sich nicht als dann wirkliche Wahrheit enthüllen würde, alles sehr furchtbar sein muss. Ein durchaus phantasievoller Literat, dessen Name ich leider vergessen habe, hat bildhaft beschrieben wie schrecklich Auferstehung wäre, wenn jemand als Seele durch das unendlich kalte leere Universum irrt und nach dem Jesus sucht, den es nie gab. Der Glaube kann sich durchaus auch angstvoll anfühlen wie die Seele eines Trapezkünstlers, der Angst hätte auf jenem Boden der Realitäten zu zerschellen. Aber Glaube und Zweifel sind Systeme, die sich sinnvoll gegenseitig regulieren. Sie
        bewahren uns vor Intoleranz und ermöglichen Akzeptanz jener, die Gott und Sinn des Lebens unterschiedlich sehen. Gott ist eben, gegen allen Fundamentalismus, niemals für uns verständlich. Nur Jesus zeigte Gottes Liebe menschlich.

        • Gegen den Strom schwimmen ist nicht weniger von Vorurteilen geprägt als mit dem Strom schwimmen. Nämlich dass die Mehrheit immer Unrecht hat.

          Um im Bild zu bleiben: Man sollte sich vorher gründlich überlegen, wohin man will und warum. Und in die Richtung schwimmt man dann. Die Stromrichtung ist völlig egal.

          • “ Um im Bild zu bleiben: Man sollte sich vorher gründlich überlegen, wohin man will und warum. Und in die Richtung schwimmt man dann. Die Stromrichtung ist völlig egal. “

            Es gibt ja auch die Redensart : Wie die Lemminge…
            Dabei geht es auch um Massen, die Lemminge, die sich, aus irgendeinem nicht ersichtlichen Grund, in Massen von Klippen ins Meer stürzen.
            Stell dir vor, du entscheidest dich irrtümlich für die Lemmingrichtung., und kannst nicht mehr zurück, weil die Strömung zu stark ist.

            • Man sollte weder mit noch gegen die Lemminge rennen sondern, wie ich schrieb, selbst entscheiden.

              Eine eigene Entscheidung kann auch immer falsch sein, aber es ist dann wenigstens die eigene. Nennt sich Selbstverantwortung

            • Weil es mich interessiert hat, habe ich. mal nachgeschaut;

              Es ist bei den Lemmingen wirklich nur eine Redensart, die in der Natur nicht vorkommt.

              Im Gegenteil, Lemminge sind evolutionär sehr erfolgreich. Wenn die Population zu groß wird, macht sich ein Teil zu einer Massenwanderung auf, um neue Gebiete für sich zu erobern. Runterstürzen tun sie sich dabei nicht.

              Mit den Lemmingen zu wandern führt also nicht ins Verderben sondern zu neuen frischen Gebieten. Gegen den Lemmingestrom führt zu besiedelten verbrauchten Gebiet.

              Schönes Beispiel, das zeigt, dass Nachdenken und eigene Entscheidungen richtig sind und nicht pauschal etwas machen, weil man gegen den Strom immer richtig findet.

  3. Hallo!
    Männer müssen NICHT! Die Freiwilligkeit gilt für Männer und Frauen. Das Gesetz verstößt nämlich gegen die Gleichberechtigung die schon im Grundgesetz verankert ist und ist somit auch nicht rechtsgültig.
    Ich bin zwar schon zu alt – und außerdem damals schon ungeeignet, aber ich würde unter anderen Voraussetzungen auch nichts ausfüllen.
    Gruß,
    Peter

    • Das ist rechtlich wegen Art 12a Grundgesetz falsch (Wehrpflicht nur für Männer). Da in diesem Fall die Ungleichbehandlung sich damit ebenfalls wie auch der Gleichberechtigungsgrundsatz aus dem Grundgesetz ergibt, der Widerspruch also im Grundgesetz selbst so steht, ist es zulässig. Denn in so einem Fall gilt beides.

      Ungerecht finden kann man es natürlich. Ändern kann man es nur mit 2/3 Mehrheit. Und die sehe ich nicht.

  4. Da es weiterhin die Möglichkeit gibt, den Kriegsdienst mit der Waffe zu verweigern, sehe ich nicht so richtig das Problem.

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