Mehr Hilfen für Opfer satanischer Sekten mahnt die Sektenexpertin des Bistums Münster, Brigitte Hahn, an. Überlebende satanistischer Kulte bräuchten "beschützende Einrichtungen, in die sie sich flüchten können", erklärte Hahn am Mittwoch.

Außerdem gebe es einen großen Bedarf an speziell geschulten Therapeuten, die bei der Überwindung von Traumata und bei der Reintegration helfen können. Zudem müssten Strafverfolgungsbehörden bei ritueller Gewalt Rechtsverstöße systematisch verfolgen.

 Die Sektenexpertin warnte vor einer Unterschätzung von Gewalt im Satanismus. "Quasi nebenan werden Menschen bei satanistischen Ritualen systematisch gequält, sexuell missbraucht, gefoltert und getötet", erklärte Hahn. Wenn Betroffene von diesen Untaten erzählten, stießen sie jedoch oft auf Skepsis und Ablehnung, auch bei Strafverfolgern, Medizinern oder Pädagogen. Satanistische Sekten seien nicht nur menschenverachtend, sondern auch verfassungsfeindlich.

 Mit ritueller Gewalt in satanischen Sekten befasst sich am 20. März in Münster eine Fachtagung. Ziel der Tagung ist es nach Angaben der Veranstalter, die unterschiedlichen Berufsgruppen zu vernetzen. Der "Arbeitskreis Rituelle Gewalt" wurde vor drei Jahren von den katholischen Bistümern Essen, Münster und Osnabrück gegründet.

(Quelle: epd)