Chemnitz
Polizisten in der Chemnitzer Innenstadt am Karl-Marx-Denkmal, an dem ein Transparent mit dem Zitat des Dichters Anton Günther "Deitsch un frei wolln mer sei" befestigt ist. (Foto: Sebastian Willnow / dpa)
Liegt die Verantwortung für die Ausschreitungen in Chemnitz „nur“ bei einigen gewaltbereiten Rechtsradikalen? Inwiefern ist es (auch) das Ergebnis von 40 Jahren DDR? Dazu ein Gastkommentar von Rüdiger Jope, gebürtiger Sachse und Chefredakteur des Männermagazins MOVO.

Die Bilder aus Chemnitz sorgten bei mir für einen Flashback: In der sächsischen Kleinstadt, in der ich bis vor einigen Jahren als Pastor tätig war, gab es 2010 das Ansinnen, einen offenen Jugendstrafvollzug einzurichten. Gebäude waren vorhanden, erste Gespräche mit der Stadt liefen. Dann griff die Presse das Thema auf. Am nächsten Morgen entdeckte ich bei meinem Bäcker neben Brötchen und BILD-Zeitung Unterschriftslisten. Die „Wutbürgerwelle“ rollte. Es brodelte im Ort.

Die Kommune und der Träger der Strafvollzugmaßnahme luden daraufhin zum Gespräch in die Stadthalle ein. Diese war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Stimmung war von Beginn an angespannt und feindselig. Unterbrochen von Zwischenrufen und Pfiffen wurde das Konzept vorgestellt. Dann wurde das Mikrofon zur Diskussion freigegeben. „Die sollen arbeiten, statt sich auf die faule Haut legen“, sächselte jemand. Ein Stimme hinter mir brüllte: „Zu DDR-Zeiten hätte es so was nicht gegeben, da hätte man die Kriminellen an die Wand gestellt.“ Der Nächste gab besorgt zu bedenken, dass man dann nicht mehr in Ruhe mit dem Hund oder zum Joggen in den Wald gehen könne. Eine Frau mittleren Alters betonte, dass jetzt auch mal etwas Geld für „die Bürger“ ausgegeben werden müsste.

Nach einer halben Stunde platzte mir (und vermutlich auch) dem ebenfalls anwesendem Superintendenten des Kirchenkreises innerlich der Kragen. Er ergriff als Erster mit einem positiven Beitrag zu diesem Projekt das Wort. Ich gab mir einen Ruck und stand ebenfalls auf. Mit zitternder Stimme plädierte ich für Solidarität, Nächstenliebe, eine zweite Chance, für ein Miteinander… Ich konnte meine Wortmeldung nicht beenden. Der Mob tobte. Ich sah in rote, wütende Gesichter. Ich wurde ausgebuht und niedergebrüllt. Zwei Männer sprangen auf, pfiffen ohrenbetäubend. Einer herrschte mich an: „Wo wohnst du?“ Eine Frau schrie: „Haut ab! Wir wollen hier nicht das Geschmeiße.“ Jemand fing an zu intonieren: „Wir sind das Volk!“

Der Jugendstrafvollzug in freien Formen kam nicht in diese Stadt. Wenn ich an diese Erfahrung vor neun Jahren zurückdenke, bekomme ich noch heute Gänsehaut. Ich hatte wirklich Angst um mein Leben und das meiner Kinder! Die feindliche Stimmung war bedrohlich. Und diese Bedrohung und Angriffe kam nicht von Rechtsradikalen, sondern aus der Mitte einer sächsischen Kleinstadt.

Was ist die Ursache für so viel ungezügelten und hemmungslosen Hass? Meine ganz persönlichen Erklärungsversuche:

1. Vierzig Jahre durfte man nicht die Klappe aufmachen. Wer es dennoch tat, verschwand von der Bildfläche, konnte seine Karriere knicken. Zivilcourage war nicht gefragt, konnte sich nicht in der Breite entwickeln.

2. Vierzig Jahre wurde Solidarität diktiert. Es galt solidarisch zu sein mit den sozialistischen Bruderländern, den Russen, den Kubanern… Doch diese geforderte Solidarität war keine eigene Entscheidung, sondern eine Entscheidung von oben.

3. Vierzig Jahre lang wurde das Thema Nationalsozialismus verdrängt. Eine kritische Aufarbeitung des Dritten Reiches wie durch die 68er in der Bundesrepublik gab es nicht. In der Schule wurde uns gelehrt: Die Nazis sitzen in der Bundesrepublik, die Guten sind in der DDR geblieben. Ich erinnere mich noch an ein Lesebuch, welches sinngemäß damit endete: Und wenn du jetzt die Elbe abwärts fährst, triffst du sie wieder, die „Herren Nazis“ von gestern.

4. Vierzig Jahre blutete der Mittelstand, das Bildungsbürgertum, im Osten aus. Hundertausende von Handwerkern und Mittelständlern wurden vor und nach dem Mauerbau vom DDR-Staat drangsaliert. Sie verließen Sachsen und Thüringen. Dieses Vakuum wird nun zum Bumerang.

5. Vierzig Jahre wurde von der Kinderkrippe bis in den Club der Volkssolidarität alles auf Kollektiv gesetzt. Jetzt ist sich jeder selbst der Nächste. Egoismus statt Kollektivismus ist hip.

6. Vierzig Jahre wurden die Fremden auf Distanz gehalten. Außer bei offiziellen Anlässen bestand ein Kontaktverbot zwischen Ausländern und DDR-Bürgern. Es bestand keine Chance auf die Entwicklung eines normalen Miteinander, eines unpolitischen Kennernlernens. Kritik, zum Beispiel an den Russen, war tabu.

7. Vierzig Jahre einseitige Lehre und Schwarzmalerei in Schule, Medien und Gesellschaft haben Spuren des Misstrauens und der Verunsicherung hinterlassen. Die Bildung durch das Fach Staatsbürgerkunde, den „Schwarzen Kanal“, das Neue Deutschland… Dies alles erweist sich als ungeeignet für die komplexen Herausforderungen in einer globalen Welt.

8. Vierzig Jahre konnte man – hinter vorgehaltener Hand – auf „die da oben“ schimpfen. Für die Mangelerscheinungen des Sozialismus ging der Blick immer Richtung Berlin. Diese unreflektierte Mentalität setzt sich in den Rufen „Merkel muss weg“ fort.

9. Vierzig Jahre wurde der Bankrott verschleppt. Flüsse und Felder waren vergiftet, Häuser und Straßen verkamen. Menschen mit Behinderungen wurden in kirchlichen Einrichtungen „entsorgt“. Es ist nicht alles gut geworden. Ja, und es gab Ungerechtigkeiten bei der Wiedervereinigung, aber das Jammern nach den „Fleischtöpfen in Ägypten“ ist das Heulen nach einer abgewirtschafteten Utopie.

10. Vierzig Jahre haben Volkspolizisten das Recht gebeugt. Ich erinnere mich an einen heulenden 50-Jährigen in der Seelsorge. Er hatte als Teenager mit Freunden eine rote Fahne runtergelassen und gegen ein Unterhemd ausgetauscht. Sie wurden für den Spaß (!) als Minderjährige von Vopos verdroschen, eine Nacht hinter Gitter gesperrt, von der Schule entfernt. Diese Respektlosigkeit und Kälte von Staatsorgangen schlägt heute auf jene zurück.

11. Vierzig Jahre lang wurden Posten nicht nach Fähigkeiten, sondern nach dem Parteibuch vergeben. Nach der Wende sicherten sich vielerorts die „Entscheidungsträger“ ihre Pfründe. Sie rutschten nur einen Sessel, ein Amtszimmer, eine Behörde weiter. Die „Vorwendeverlierer“ wurden so auch zu den „Nachwendeverlierern“.

12. Vierzig Jahre wurde die Kirche mit ihrem Werteangebot, der Nächstenliebe, die Tür zugehalten. „Ohne Gott und Sonnenschein fahren wir die Ernte ein“ tönte der Staatsratsvorsitzende Erich Honecker. Die gottlose Bilanz wird jetzt sicht- und hörbar in den Städten, Dörfern und Wahlergebnissen.

Wie sieht eine Lösung aus? Wir brauchen ein Reden und Zuhören. Wir brauchen Bürger, die zitternd aufstehen. Wir brauchen Politiker, die dorthin gehen wo es brennt. Wir brauchen einen Staat, der nicht wegschaut, sondern das Recht durchsetzt. Wir brauchen eine Bildungsoffensive. Wir brauchen eine Stärkung der Zivilgesellschaft, der Mittelschicht. Wir brauchen eine Kirche, die sich nicht zurückzieht, sich um sich selbst dreht, sondern Werte wie Solidarität, Nächstenliebe und Gottebenbildlichkeit (vor)lebt.

Kommentare auf unserer Webseite Jesus.de geben die Meinung des/der jeweiligen Autors/in wieder, nicht zwangsläufig die der gesamten Redaktion.

Weiterführende Links:

27 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Was der Mensch sät, das erntet er dann auch. So wie den Menschen in der DDR die Gottlosigkeit vermittelt wurde, so wird es heute überall in Deutschland gemacht. Die Werte werden mit Füßen getreten und zwar von ganz oben. Die Politiker sind nicht in der Lage, richtige Entscheidungen zu treffen, weil sie überhaupt nicht frei sind. Es gibt keine Demokratie in Deutschland, obwohl man dieses Wort oft in den Mund nimmt.

  2. Die Erfahrungen des Rüdiger Jope sind bitter, seine Erklärungsversuche aber m.E. viel zu kurz gegriffen. Den letzten Absatz des Beitrages kann ich dann wieder unterschreiben.
    Ich bin selbst ein Kind der DDR, habe 36 Jahre in diesem Staat gelebt. Als Christ habe ich nicht an den „Segnungen“ des Staates partizipiert, sondern musste mit den Konsquenzen meiner Überzeugung leben: Verweigerung des gewünschten Bildungsweges, Benachteiligungen in der beruflichen Laufbahn, Ausgrenzung etc. Aber hat mich das zu einem „Wutbürger“ von heute gemacht? Nein!
    Die DDR ist nicht Schuld. Das wäre doch wieder ein Abschieben der Verantwortung auf die ach so schlimme Vergangenheit. Es gibt nicht wenige damilge DDR-Bürger, die heute diesem Geist des Hasses und der Verachtung entgegen treten. Die johlenden, tobenden und Ausländer jagenden Wutbürger haben nur selten die DDR gekannt, die meisten von ihnen können sich an eine Zeit vor 1989 nicht erinnerrn, weil sie da noch gar nicht gelebt oder noch in die Windeln gemacht haben.
    Nein, die DDR ist nicht Schuld! Bitte, Herr Jope, suchen Sie die Schuld nicht bei den Anderen oder bei den Verhältnissen. Lassen Sie zu, dass sich jeder dieser Wutbürger selbst die ehrlich Frage stellt, was in ihn gefahren ist.
    Übrigens: Gottlosigkeit wurde nicht in der DDR erfunden. Sie lebte auch schon damals unter allen Deutschen. Im Westen war es der Wohlstandsgott, den Viele in der Wirtschaftswunderzeit angebetet haben, selbst während sie brav die Kirche besucht haben. Auch diese Früchte ernten wir heute in Form eines grenzenlosen Egoismus. Der Charakter wird eben durch ganz unterschiedliche Einflüsse verdorben, nicht nur durch Ideologie.
    Und nicht zu vergessen: Menschen, die unter Hass und Lieblosigkeit leiden und Gottes Realität (an)erkennen, gab und gibt es im GANZEN Land. Die Mär‘ vom „bösen“ Osten und dem „guten“ Westen hilft uns gerade jetzt nicht. Bitte fördern Sie durch ihre „Böse-DDR-Rhetorik“ nicht weiter die Spaltung unseres Landes! Wir sollten jetzt zusammen stehen und für unser Land im Sinne Gottes eintreten!

  3. Dies ist ein sehr starker Artikel, auch wenn ich als Wende-Kind der DDR mehr Gutes abgewinnen kann, als es ihr wohl gebührt. Auch ich „jammere nach den Fleischtöpfen Ägyptens“, nach dem hohen sozialen Zusammenhalt, dem damals so unerschütterlichen Sicherheitsgefühl. Vieles greift dieser Artikel auf, dem ich so gern wiedersprechen würde, wenn es denn Unwahrheiten zu beseitigen gäbe. Aber die gibt es nicht.

    Es bleibt mir nur eine Sache, die ich einwenden kann: Seit der Wende sind fast 30 Jahre vergangen. Anderthalb Generationen! Das heißt, dieses Problem gibt es nicht erst seit gestern: 30 Jahre, in denen der entfesselte Kapitalismus wüten konnte, sich nicht mehr als das „Bessere System“ zu beweisen brauchte.

    Angela Merkel war sehr lange Zeit die Kanzlerin aller Deutschen. Immer hat sie ihr Fähnchen in den Wind gehängt und das war das einzige, was man ihr vorwerfen konnte. In der Flüchtlingskrise jedoch tat sie etwas, was sie nie zuvor getan hatte: sie blieb bei ihrem Standpunkt, obwohl sich die Stimmung im Land veränderte. Das machte sie erstmals wirklich angreifbar.

    Wer Merkel attakieren wollte, der griff sie wegen ihrer Flüchtlingspolitik an. So wurde dieses Thema zu einer Art Blitzableiter für viele soziale Ungerechtigkeiten, die auch sie zu verantworten hat. Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun, aber seit wann denkt der Mensch logisch? Es ist einfacher auf „die Kanacken“ zu schauen, die alles haben, die alles kriegen, anstatt sich mit deren Situation wirklich auseinander zu setzen und festzustellen, dass es uns hier verdammt gut geht. Aber es ist eben einfacher, nach unten zu treten und nach oben zu schimpfen, als sich Zeit zu nehmen, zu reflektieren, sich mit jenen auseinander zu setzen, die gekommen sind und gern bleiben wollen.

    Es sind wirklich „nur“ einige Rechtsradikale, die Ausländer durch die Straßen unserer Stadt jagten. Die eigentliche Grausamkeit ist, dass die breite Mitte das duldet und hinter vorgehaltener Hand sogar billigt. Die Straftaten von Deutschen und die Straftaten von „Ausländern“ werden mit zweierlei Maß gemessen und NIEMAND MERKT DAS! Ich kann mit niemandem mehr vernünftig darüber reden: mit dem Nachbarn nicht, den Kollegen nicht, dem Paketboten nicht… Es gibt keine Belege dafür, dass sich jene schlechter benehmen, als Deutsche gleichen Alters. Und doch wird bei jeder Straftat zuerst nach der Herkunft gefragt.

    Und passt die Situation ins Bild, greift Hysterie um sich… wie jetzt in Chemnitz. Aber ist das nur ein ostdeutsches Problem? Ich denke nicht. Auch in den alten Ländern hat die AfD besorgniserregende Umfragewerte zu verzeichnen. Das ganze Land ist der Bundeskanzlerin und ihrer Baggage überdrüssig. „Wir wollen auch mal wahrgenommen werden! Mehr Geld für Kitas, mehr Geld für Straßen, mehr Geld für Schulen, mehr Geld für Krankenhäuser und Pflegeheime, mehr Geld für sozialen Wohnungsbau, und WENIGER GELD FÜR DIE DA!!!“

    Die AfD ist die einzige politische Kraft, die letzteres lautstark fordert und dabei übersehen aber viele, dass diese Partei keine Antworten auf die anderen Fragen hat: „Weniger Geld für die da“ heißt nämlich nicht, dass plötzlich Milliarden Euro übrig wären, die anderen Dinge anzugehen. Am Ende sind es ganz primitive Verlustängste. Andere könnten etwas zu viel vom Kuchen bekommen.

    Ich bin mutlos, denn die Kirchen haben viel zu sehr mit sich selbst und ihrem Mitgliederschwund zu tun. Die Katholiken scheitern dabei, die internen Missbrauchsfälle aufzuklären, die Lutheraner feiern sich selbst und die 500 Jahre Reformation, die Methodisten fahren in der Frage der Homo-Ehe ihre Kirche an die Wand… Sieht nicht gut aus… Für Vernunft und Liebe ist nirgendwo mehr Platz.

    Ich bin kein Prophet, aber ich bin mir sicher: Wir werden nach der nächsten Wahl ein „blaues Wunder“ erleben. Zumindest hier in Sachsen traue ich der AfD zu, stärkste Kraft zu werden.

    Und was ist mit Gott? Kann der uns retten? Kann er Liebe in die Herzen geben, das Linke und Rechte nicht einander hassen, dass die Herzen weich werden und Asylbewerber hier einen Platz zugesprochen bekommen, den wir alle gern bereit sind zu geben? Wir sind ein so gottloses Land, dass Missionare aus der dritten Welt zu uns kommen und hier evangelisieren. Ja, Gott geht uns nach. Aber wird sind so hochmütig und denken uns: „Wie niedlich! Die wollen uns was über Gott erzählen. Alles was ihr wisst, haben wir euch beigebracht!“ Harte Herzen, blinde Augen, taube Ohren. Gott hat in unserer Gesellschaft wenig Platz und daher hat er auch nur wenig Chance, hier zu wirken, fürchte ich…

  4. Entschuldigung, aber was wurde hier für ein geschwurbelter Mist zusammengerührt. Als Mensch mit über 50 Jahren ist mir bekannt, was man alles in der DDR nicht durfte. Inzwischen sind fast 30 Jahre vergangen. Ich erlebe studierte, ja sogar promovierte , „Besorgte Bürger“ , z.B. einen ehemaligenKollege, der sich dem harten Kern von Pegida angeschlossen hat. Zu DDR-Zeiten ist er, im Gegensatz zu Anderen, nie politisch aufgefallen. Ein weiterer hat als Offizier bei der Handelsmarine und später auf Kreuzfahrtschiffen viel mit Menschen aus fremden Kulturen zu tun. So lange kann man seinen Fremdenhass nicht verbergen. Sowohl in der DDR Handelsflotte, wie auch auf Kreuzfahrtschiffen, heute, bliebe man keine 5 Minuten mehr auf dem Schiff. Seit dem er da runter ist, verbreitet er übelsten Hass gegen Migranten und Schwule. Viele „Besorgte“ sind noch nicht mal so alt. Sie haben den allergrößten Teil ihres bewussten Lebens in der Bundesrepublik zu gebracht. Die Schuld an diesem Hass liegt meiner Meinung nach, in aller erster Linie, an der Gesellschaft hier und heute. Speziell an dem gewachsenem Biotop hier in Sachsen. Ich weiß nicht woher der Autor seine Weisheiten nimmt. Ich demonstriere fast wöchentlich in Dreden ,oder anders wo, zuletzt auch un Chemnitz gegen jene „Besorgte Bürger“. In meinem Heimatort wählen 43% AFD!…..

  5. Hallo liebe Mitchristen, ich habe mit Geburtsjahr 1969 auch noch einiges von der DDR mit erlebt, mich als Jugendlicher klar für Jesus und gegen die rote Mehrheit gestellt, ich finde, wir hatten damals zum Teil mehr Mut, nach Jesu Geist zu leben. Ich denke, dass dies auch heute wichtig ist, ohne Ideologie und nach dem Wind hin und her schwenkenden Meinungen zum Vorbild zu nehmen, zu beten und dann mit Gottes Geist zu handeln. Dann strahlen wir als Christen auch Jesu Liebe aus und sind bewahrt von ihm, dass glaube ich fest. Nehmt eure Bibel und lest Epheser 6, da steht viel Ermutigendes drin!

  6. Vielen Dank für diese Gedanken. Und den Mut zitternd aufzustehen. Heute hoffentlich gefestigter. Wir alles sollten mehr aufstehen – und es uns nicht auf dem Sofa bequem machen. Denn die Zeiten sind stürmisch.
    Für ein offenes Land ohne Feindseligkeit. Für ein Land, das teilen kann. Wir, die wir das GLÜCK haben hier geboren zu sein.

  7. … sehr wahre Worte und gut analysiert! Allerdings darf man auch nicht die rechten „Touristen“ aus dem Westen vergessen, die zu den Demos anreisen. 6000 rechte Demonstranten sind nicht 6000 Nazis aus dem „bösen“ Osten sondern eben ein Netzwerk von Gesinnungsgenossen aus dem ganzen Land.

  8. Ich kann Ihrer Analyse, Herr Jope, nur voll zustimmen. Sie entsprechen auch meinen Interpretationen der Kalamitäten hier auf dem Boden der Ex-DDR. Sie erscheinen mir jedenfalls tausendfach gescheiter und zutreffender als die Topoi, die die Spitzenpolitiker im Fernsehen so von sich geben. Ich selbst lebe in Potsdam und damit zwar einer Stadt, in der die Rechtsaußen bislang keinen Fuß in Tür bekommen haben. Aber hier vertreten viele aus genau den gleichen Gründen auch nicht viel stimmigere Linksaußen-Positionen, bestehend aus Utopien vom „Sozialbarock“ der DDR, aber mit einer bitte noch gesteigerten Gold-Esel-Wirtschaftskraft des prosperierenden Gesamt-Deutschland, also eigentlich eine Schlaraffen-Vollversorgung ohne Verpflichtung zu eigenen Anstrengung für Susi Sorglos und Max Sausebraus. Die wirkliche Demokratie braucht auch keiner so unbedingt, für die Diskriminierung gesellschaftlicher Randgruppen hat man kein Gespür; und auch Solidaritätsbegriff dieser Linken kennt genau wie bei den militanten Rechten eher nur den gemeinsamen Kampf und häufig kein wirkliches Erbarmen mit den Schwächeren und Ärmern in dieser Welt. Das Sündenbock-Projekt, an dem sie vor Ort ihren ganzen Hass und Hader ausleben, ist nun der Wiederaufbau des Garnisonkirchen-Turms. Hier kommt die gesamten indoktrinierte Kirchenfeindlichkeit und der Unwille, sich mit dem Nationalsozialismus auseinanderzusetzen, zusammen. Und dass die Weltverbesserer unter Ulbricht Kirchen mit lebendigen Gemeinden einfach weggesprengt hat, daran will man bitte auch nicht erinnert werden. Christliche Werte und das Bemühen um eine wirkliche Erinnerungskultur rufen auch hier eine an sich unverständliche aggressive Reaktion hervor. Nein, dass SED-Regime hat ganze Arbeit über seine eigentliche Zeit an der Macht hinaus geleistet. Es bestimmt immer noch die Vorstellungswelten und das Wertesystem ganz vieler Menschen in der Ex-DDR. Das müsste wirklich einmal beschrieben, analysiert und aufgearbeitet werden. Solange das nicht geschieht, können wir in Deutschland nicht bei einem gemeinsamen Wertesystem für das Handel von Staat und Gesellschaftvankommen.

    • Genau das meinte ich mit „Fehleinschätzung“ in meinem Kommentar weiter oben: Wie schnell sind wir doch dabei, die „böse DDR-Vergangenheit“ für die Abscheulichkeiten der Gegenwart verantwortlich zu machen. Wo bleibt der Mut, das JETZT und HEUTE ernsthaft zu hinterfragen?

      Noch ein Wort an die Redaktion: Mit der Aussage „…Gastkommentar von Rüdiger Jope, gebürtiger Sachse…“ suggeriert ihr einen Kenner der DDR und gebt damit seiner Einschätzung vorab einen hohen Stellenwert. Aber um die Situation in der DDR einschätzen zu können reicht es aber nicht aus, in Sachsen geboren zu sein und danach den größten Teil seines Lebens „im Westen“ verbracht zu haben, wie es bei Rüdiger Jope der Fall ist. Da habt ihr vielleicht journalistisch nicht ganz sauber gearbeitet. Hilfreicher wäre dann die Einschätzung eines Menschen gewesen, der sein ganzes Leben im Osten unseres Landes verbracht hat.

      • Lieber Herr Meyer, danke für die konstruktive Rückmeldung. Wir wollten und wollen hier niemanden „irreführen“. Es ist ein glücklicher Umstand, dass der liebe Kollege Jope in Sachsen geboren wurde UND dort auch 19 Jahre lang gelebt hat. Sein Vater saß zu DDR-Zeiten im Gefängnis (wegen vermeintlicher Staatsuntreue), später amtierte er als Bürgermeister in einer odstdeutschen Stadt. Seine Mutter hat in DDR ihren Beruf verloren, weil sie aus politischen Gründen als nicht tauglich galt. Das qualifiziert ihn mehr als jeden anderen in unserer Redaktion, sich des Themas anzunehmen. Für uns hat seine Meinung einen hohen Stellenwert, auch wenn er seit 2011 (wieder) im Westen lebt. Es steht Ihnen frei, das anders zu sehen. Gut möglich, dass ein Kommentator, der sein gesamtes Leben im Osten verbracht hat, profundere Kenntnisse vorzuweisen hat. Aber einen Automatismus gibt es da nicht.

        Und in einem wichtigen Punkt stimmen Sie, er und wir ja alle überein: „Wo bleibt der Mut, das JETZT und HEUTE ernsthaft zu hinterfragen?“ Jetzt muss gehandelt werden.

  9. Kommt den Niemand auf die Idee dass die ganze Berichterstattung gelogen und frei erfunden ist???….Die angeblichen Videos mit den Hetzjagden und Verfolgungen und Angriffe auf Ausländer und Fremden sind bis jetzt nicht aufgetaucht…es wird einfach was behauptet was nicht der Wahrheit entspricht ….weil nicht sein kann was nicht sein darf.Redet denn jemand noch über den Ermordeten?…urteilt nicht nach dem was vor Augen ist ,sondern urteilt gerecht…..Es sind friedliche Mitmenschen die Wut und Empörung zum Ausdruck bringen über eine bestialische Tat….und solange nichts anderes bewiesen ist, würde ich mich sehr vorsichtig mit Urteilen zurückhalten…mit dem Mass wo ihr urteilt,mit dem Mass wird man auch euch urteilen.Es soll das Bild von den Progromen an den jüdischen Mitmenschen in den Köpfen der Bevölkerung verankert werden um abzulenken von der Realität einer Welle von Morden an der schutzlosen Bevölkerung….Warum das gemacht wird,kann sich jeder ausdenken.Wer Augen hat zu sehen und Ohren hat zu hören der erkennt die Wahrheit.Gott sei diesem Land gnädig….was anderes wird uns nicht helfen.Humanität ohne Divinität wird zur Bestialität entarten….es soll jeder den Mut haben sich seines eigenen Verstandes zu bedienen.

    • Hallo Jose!

      Du schreibst: „Kommt den Niemand auf die Idee dass die ganze Berichterstattung gelogen und frei erfunden ist???“ Das ist ein harsches Urteil, dazu noch pauschalisierend. Bei aller berechtigten Kritik an Politikern oder der Berichterstattung in den Medien und deinem Recht auf eigene Meinung können wir das so nicht stehen lassen. Via Google kann man sich problemlos und schnell einen Überblick über das verschaffen, was in den Online-Ausgaben der bekanntesten Zeitungen tatsächlich zu finden ist.

      Du fragst, ob noch jemand über den ermordeten redet?“
      Kurze Suche: FAZ, ntv, Süddeutsche… Leicht zu finden.

      Du schreibst: „Es sind friedliche Mitmenschen die Wut und Empörung zum Ausdruck bringen über eine bestialische Tat“
      Vorab angemerkt, dass wir das Tötungsdelikt in aller Schärfe verurteilen – wie alle Kommentatoren hier. Und übrigens auch alle Kommentatoren in den öffentlichen Medien. Zu zu den Protesten. Natürlich waren in Chemnitz auch friedliche Demonstranten auf der Straße, aber eben auch Gewaltbereite – auf beiden Seiten. Das wurde in den meisten Fällen differenziert dargestellt und ist nachzulesen. In mehreren Quellen wird zB betont, dass die erste Demo (der AfD) friedlich verlief, und die Situation erst eskalierte, als die Hooligans erschienen.

      Wir alle sind aufgerufen, regelmäßig unsere „Filterblasen“ zu verlassen. Wir empfinden es als bedenklich, dass zwar einerseits „Lügenpresse“ skandiert wird, aber nachweislich (!) falsche Behauptungen rechter Agigatoren via FB und Twitter tausendfach ohne Prüfung geteilt werden. Da wird pauschal alles für bare Münze genommen. Ist das sinnvoll? Übrigens haben Teilnehmer der Demos selbst Videos im Netz geteilt, auf denen ausländerfeindliche Parolen zu hören sind. parolen, die den anerkannten Flüchtlingen, die wir kennen, einen Schauer über den Rücken jagen.

      Wie gesagt, es geht hier nicht (!) darum, die politischen Entscheidungen der vergangenen Jahre pauschal gut zu heißen oder jemanden zu verurteilen, der sich skeptisch gegenüber Migranten äußert. Aber eine pauschale Verurteilung der Presse als „Lügner“ oder „Handlanger“ der Regierung (…obwohl die Presse übrigens manchen politischen Skandal in unserem Land erst aufgedeckt hat!), das ist nicht akzeptabel.

    • Wer gestern die Live-Schaltung des Bürgerforums angeschaut hat, konnte sehen, dass sich die Bürger von Chemnitz in der Hauptsache über die Berichterstattung der Medien beschwert haben. Aber vor allem, dass diese von der Politik auch noch unkritisch kommentiert und übernommen wird. Das Credo der Bürger war, es gab keine Krawalle, es gab keine Hetzjagten. Es gab von 10.000 Demonstranten gerade mal vier Chnaoten, die den Arm erhoben haben. Es lief alles ruhig und geordnet ab. Viele ärgerten sich darüber, dass über die „wahren“ Probleme wie „Nogo-Area durch
      lang ignorierte Migrantenkrikminalität“ nicht gesprochen wird. Insofern macht der Autor des Artikels hier evtl. auch den Fehler, die Damatisierung (ggf. Instrumentalisierung) der Lage für bare Münze zu nehmen.

  10. Um Himmels Willen!
    Was für ein hilfloser Versuch die Ursachen im „hier und heute“ zu finden.
    Wo haben die Chemnitzer, die Herr Jope mit diesem Beitrag reinwaschen möchte, in den letzten ca. 30 Jahren gelebt?
    Mit welchem Faktor sollen die 40 Jahre DDR multipliziert werden?
    1,5? 2,5?
    Ab wann werden solche Ereignisse nicht mehr der DDR zur Last fallen, sondern diejenigen, die Missstände zu verantworten haben, übernehmen diese auch?
    Ich war zur Wende 16, lebe nach wie vor im Osten.
    Ich habe auch Arbeitslosigkeit erlebt, bin aber dennoch weder AfD- noch Pegid-Anhänger.

  11. [Abweichende Meinung – gerne, Beleidigungen – nein / die Redaktion] Ich hab auch in der DDR gelebt, mir ging es gut und man hat sich echt gegenseitig geholfen, Toleranz, Frieden und Freundschaft wurden groß geschrieben und gelebt. Wir hatten vielleicht nicht, was der Westen als demokratie bezeichnet, aber Gleichheit und Brüderlichkeit fand ich sowieso viel besser. Nicht nur an sich selbst zu denken. Mit dem Sturz der DDR und der Einverleibung ihrer durch den Westen wurden diese Werte zerstört, der normalo DDR Bürger betrogen. Handwerker wurden nach der Wende ausgebeutet, werden es noch heute. Durch den Staat, durch die, die für sich selbst hohe Diäten (schon das Wort sollte endlich mal zum Unwort gekürt werden) festlegen und nicht in Rentenkassen einzahlen, aber aus dem Steuertopf hohe Pensionen erhalten. Das soll Demokratie sein? Nein, Danke!!! Die DDR ist bestimmt nicht Verantwortlich für rechtes Nazigut. Die Rolle der Kirche dagegen könnte man ja mal hinterfragen…

  12. Ich kann dem nur bedingt zustimmen, denn viele, die da ihr „Wutbürgertum“ ausleben haben doch die DDR nicht mehr erlebt. Die, die in Chemnitz ausländisch aussehende gejagt haben, sind nach dem Mauerfall geboren oder kurz davor. Leider gibt es den rechten braunen Sumpf nicht nur in Sachsen. Auch im Ruhrpott sind viele Anhänger. Es ist eine Illusion, dass der Mensch sich irgndwie bessert. Es gibt aktuell in ganz Europa immer mehr Menschen, die sich auf rechtes Gedankengut stützen. Wir erleben gerade einen Geist, wie er zwischen den Weltkriegen geherrscht hat. Ich hoffe und bete, dass Gott uns die Gnade schenkt, dass es nicht eskalieren wird.

  13. Ich war 29, als die Mauer viel. Lebte auch mit den Konsequenzen eines Christen. Kenne also die DDR-Zeit… Dieser Beitrag ist ein Deutungsversuch, den ich großteils unterschreiben kann. Allerdings sollten wir vorsichtig sein und nicht alles übernehmen, was die Medien schreiben. Ich bin selbst in Chemnitz. Es hat niemals Herzjagden auf Ausländer gegeben. Haben Sie folgendes bemerkt?
    Die Berichterstattung am Abend des 30.8. ändert sich. Es wird nicht mehr vom pauschalen rechtsradikalen Mob berichtet, sondern von Bürgern, die um Sicherheit besorgt sind. Ein Versuch die aufgerissenen Fronten zu glätten.
    https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-442807.html
    Was vermutlich nicht passiert wäre, wenn nicht der Chefredakteur der Freien Presse (die einzigen die eigene Journalisten bei den Demos vor Ort hatten) im Interview bei Deutschlandfunk heute gesagt hätte, dass es nie Hetzjagden im Sinne des Wortes in Chemnitz gegeben hat.

    Auch wenn es Wutbürger gibt und auch rechtsradikale Gruppen, werden diese umso empörter und aufgewiegelter bei dieser Berichterstattung.
    Es bleibt ein Gebetsarbeiten, bei allen Problemen hier im Osten, dass die Medienwelt der Wahrheit dient! Damit diese nicht manipuliert…

  14. Ich komme auch aus Sachsen, Jahrgang 62, kann aber den Erklärungsversuchen nur zum Teil zustimmen. Man hatte ja durchaus die Möglichkeit, Kontakte mit Ausländern zu haben. Auch intensiv, wer wollte – wir konnten ja einfach in die CSSR, Ungarn und Polen visafrei reisen. Die Schwarzmalerei der offiziellen Medien konnte man mit „Westfernsehen“ kompensieren – das Misstrauen gegen die Staatsmacht war natürlich immer da – wir haben versucht, uns als Christen zu arrangieren – Theo Lehmann ist Gott sei Dank nicht in den Westen ausgereist – die Blankenburger Allianzkonferenz war zu DDR-Zeiten ein wichtiger jährlicher Ankerpunkt im Leben vieler Christen. Aber wer nicht christlich sozialisiert war, der hatte keinen inneren Halt – denn die „Sozialistische Persönlichkeit“, von der geschwafelt wurde, gab es nicht und die propagierte Gottlosigkeit, schlägt jetzt zurück.
    ABER: es gibt durchaus im reichen Südwesten der Republik viel zu viele AfD-Wähler. Für die treffen diese oben genannten Punkte alle nicht zu. Und es ist erschreckend, was z.B. im reichen Stuttgarter Speckgürtel an Hass, Angst und Ausländerfeindlichkeit zu finden ist…

  15. Ich bin auch ein Kind der DDR, habe jedoch meinen Geburtsort Leipzig im März 89 verlassen (Ausreiseantrag nach 3 Jahren genehmigt).Im Zuge der Wende musste ich mit Schrecken feststellen, wie meine ehemaligen Landsleute in den westlichen Medien in teilweise erhabener und menschenverachtender Form „vorgeführt“ wurden.Das hat damals auch bei mir ein zitterndes Wutgefühl verursacht.Die Würde des Menschen ist unantastbar…wurde aber verletzt, neben dem Verlust der Idendität!!! Dazu gab es reichlich Verlierer in der Wendezeit.Ich glaube, das war die Stunde 0 des Wutbürgers.

  16. Nun das Alles auf auf 40 Jahre DDR Vergangenheit zu reduzieren ist wohl eun bisschen sehr weit hergeholt ! Es mag eien Rolle spielen. Aber gerade gestern bei der Diskussion im Gellertstadion sprachen einige Bürger es offen an : Es sit der Frust und die Wut über eine verfehlte Poklitik über die Köpfe der Menschen. Einer politik die keiner mehr so recht versteht und die kaum noch einer teilt. Auch die Kirchen müssen sich diesen Vorwurf gefallen lasen ! Grenzemnlose Willkommenspolitik ohne wirkliche Kontrollen, ohne jede Differenzierung, das verharmlosen und eintschuldigen von Straftaten: Das bringt die Menschen in Rage und auf die STraße. Ja, und wohl leider auch immer mehr in die Fänge von Rechten.
    In Chemnitz kommt noch „ersxhwerend“ hinzu, das gerade von OBin Ludwig seitn Jahren eine arrogante Politik über die Köpfe der Bürder hinweg für ein kleines Klientel gemacht wird. Projekte die den Bürgern am Herzem liegen werden auf die Lnah nge Bank geschoben, immer wieder werden die Bürger vertröstet. Ob Tierpark und Wildgatter, ob Parkeisenbahn und Küchaldbühne, ob Schlossteichinsel oder Klapperbrunnen, ob Freibad Erfenschlag oder Talsperre Euba…. Spielplätze veroten, Kitas und Schulen fehlen……Aber für Prestigeobjekte ist immer Geld da ! Ein fünf Sparten Theater, ein 27 Millionen Stadion, Bänke vorm SMAC die keiner nutzen kann…..
    Auch das treibt die Bürger auf der Straße…..
    Als Chemnitzer und Christ, Vatwer von sechs Kindern (davon drei Töchter !) verurteile ich die Gewalt. Aber angesichts der vielen Übergriffe in Bus /Bah in der Innenstadt, i, Freibad mache ich mir Sorgen um meine Kinder ! Wir haben das auch schon in der Kirchgemeinde besprochen. Aber immer nur demütig stillhalten, nur Barmherzigkeit zeigen – das fällt selbst den „härtesten“ Gemeindemitgliedern nicht leicht…

  17. Eben – „vierzig Jahre durfte man nicht die Klappe aufmachen“. Es macht uns Ostdeutschen Angst und es macht uns wütend, dass das jetzt genauso ist. Medien sind mehr oder weniger „gleichgeschaltet“. Energische Gegenstimmen werden gnadenlos diffamiert und man muss ebenfalls um seinen Job fürchten.“ O-Ton eines Verwandten von mir in Dresden.

  18. Ich sehe in jedem Nationalismus die Gefahr der Entzweiung, des Stolzes, der Eingrenzung und der Eitelkeit.

  19. Immer nur das Argument: 40 Jahre DDR. Wir reden aber nicht nur von über 50jährigen abgehängten ehemaligen DDR-Bürgern. Die unter 30jährigen sind in der Bundesrepublik aufgewachsen. Aber es hat in Sachsen eben kaum Politik-Unterricht gegeben in der letzten Generation. Politische Bildung an der Schule hatte unter Biedenkopf und nach seiner Zeit keinen Stellenwert.

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