JESUS KENNENLERNEN

Wer ist dieser Jesus eigentlich?

Faszination Jesus

100 Fragen + Antworten zum Glauben

Jesus ABC

Abendmahl

Stell dir einen Abend in Jerusalem vor: Jesus sitzt mit seinen engsten Freunden um einen Tisch. Brot liegt bereit, Wein steht im Krug. Vermutlich feiern sie gerade das Passafest, und Jesus weiß, dass sein Tod nahe ist. Dann bricht er das Brot und sagt: „Nehmt und esst; das ist mein Leib.“ Danach reicht er den Becher: „Trinkt alle daraus. Denn das ist mein Blut des neuen Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden“ (Matthäus 26,26–28). Aus diesem Abend wurde eines der zentralen Zeichen des christlichen Glaubens. Bis heute erinnern Christen daran, wenn sie Brot und Wein miteinander teilen. Sie tun es, weil Jesus seine Freunde ausdrücklich aufforderte: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ (1. Korinther 11,24–25). Brot und Wein stehen für seine Hingabe und für die Versöhnung mit Gott, die er möglich machte. Wie genau sich Christus in diesem Mahl gegenwärtig zeigt, verstehen die Kirchen unterschiedlich. Die katholische Kirche spricht von der Wandlung von Brot und Wein, die lutherischen Kirchen von der wirklichen Gegenwart Christi, die reformierten Kirchen von einer geistlichen Gegenwart. Gemeinsam ist allen: Am Tisch des Herrn ist jeder eingeladen, der sich nach Gemeinschaft mit Gott und mit anderen Menschen sehnt. Ein Mahl, das vor fast 2000 Jahren begann und bis heute Menschen zusammenbringt.

Auferstehung

Paulus bringt es auf den Punkt: „Ist aber Christus nicht auferweckt, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich“ (1. Korinther 15,14). Für ihn steht die Auferstehung im Zentrum. Er zählt Zeugen auf, unter ihnen Kephas, die Zwölf und „über fünfhundert Brüder auf einmal, von denen die meisten noch leben“ (1. Korinther 15,5–6). Wer nachfragen wollte, konnte es tun. Auffällig ist, wer in den Evangelien zuerst am Grab steht: Frauen. In der damaligen Welt zählte ihr Zeugnis vor Gericht nicht viel. Viele Forscher sehen darin einen Hinweis darauf, dass die Berichte nicht ausgedacht sind, denn wer eine Geschichte erfindet, wählt andere Zeugen. Ein Beweis ist das nicht, aber ein kluges Indiz. Über das genaue Verständnis der Auferstehung ist auch unter Christen viel geschrieben, diskutiert und gestritten worden – und das nicht erst im Zeitalter der Aufklärung. Rational erschließen lässt sich die Auferstehung nicht. Die Bibel beschreibt die Auferstehung selbst nicht, sondern setzt sie als geschehen voraus. Für uns steht fest: Der Osterglaube ist nicht der Glaube an ein leeres Grab, sondern an den erstandenen Christus.

Aramäisch

„Talita kum“, „Mädchen, steh auf!“ So soll Jesus einem toten Mädchen zugerufen haben (Markus 5,41). Die Worte klingen fremd, denn sie sind Aramäisch, die Sprache, in der Jesus im Alltag sprach. Aramäisch ist eine semitische Sprache, verwandt mit Hebräisch und Arabisch. Zur Zeit Jesu war es die Alltagssprache in Galiläa und Judäa, während Hebräisch vor allem in Schrift und Gottesdienst gebraucht wurde. Die Evangelien sind dagegen auf Griechisch überliefert, der Verkehrssprache des östlichen Mittelmeerraums. Ab dem 7. Jahrhundert verdrängte das Arabische das Aramäische weitgehend. Bis heute sprechen kleine, oft christliche Gemeinschaften Nachfahren des alten Aramäisch, etwa das Chaldäisch-Neuaramäische im Irak. Diese Sprachen sind nicht identisch mit der Sprache Jesu, zeigen aber, wie lebendig das Aramäische geblieben ist. Wer die Worte hört, merkt: Jesus sprach nicht in einer fernen Gelehrtensprache, sondern in der Sprache des Alltags.

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