Gemeinsames Warten auf die Ankunft Jesu – was sonst ein besonders schöner Start ins Kirchenjahr ist, muss in diesem Jahr (wie so vieles) ganz anders ablaufen. Um die Wartezeit so angenehm wie möglich zu gestalten, haben wir uns etwas überlegt.

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von Hella Thorn

Weihnachtsmarkt to go

In den meisten Städten und Gemeinden sind Weihnachts- und Adventsmärkte abgesagt worden. Das trifft viele hart. Kein geselliges Beisammensein bei Punsch und Glühwein. Kein Geruch von Bratäpfeln, gebrannten Mandeln und Crépes, keine besonderen Weihnachtsgeschenke von Künstlern und Handwerkern aus der Umgebung. Doch auch wenn Kontaktbeschränkungen gelten, sich in den eigenen vier Wänden verkriechen und langweilen muss sich niemand.

Verabrede dich doch mit den anderen Bewohnern des Hauses oder den Nachbarn in der Siedlung (z.B. via E-Mail, Brief oder WhatsApp) einen Weihnachtsmarkt to go. Egal, ob im Treppenhaus, im Hof, im Vorgarten oder in der Einfahrt – jeder, der mitmachen will, stellt einen Tisch mit Glühwein, Waffeln, Plätzchen, Selbstgebasteltem o.ä. hin und die Nachbarn können nacheinander, z.B. zu festgelegten Zeiten, einen kleinen Rundgang über den „Weihnachtsmarkt“ machen und sich an dem Angebot bedienen. Untermalt mit Weihnachtsmusik und Kerzenlicht bekommt das Ganze echte Adventsatmosphäre!

Social Distancing

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Hast du dir im Frühling die einsame Zeit noch mit ausgedeeehnten Spaziergängen im Wald und Feld vertrieben, treibt dich nun die früh einsetzende Dunkelheit ins eigene Heim. Damit die Einsamkeit nicht gleich mit ins Wohnzimmer schlüpft, ist es wichtig, Kontakt zu lieben Menschen zu halten.

Briefe schreiben. Wer freut sich nicht, wenn im Briefkasten mal wieder ein (handgeschriebener) Brief liegt, der nicht vom Finanzamt oder der Krankenkasse kommt? Und zu erzählen gibt es ja viel: Wie hast du das verrückte Jahr 2020 erlebt? Welche Sehnsüchte sind hochgekommen? Was hast du (über dich) gelernt? Was vermisst? Auch scheinbar banale Alltagseinblicke sind für den Adressaten interessant, weil sie nur so an deinem Leben teilhaben können.

Verabredungen. Normalerweise triffst du dich dienstags abends mit Freunden auf ein Glas Wein in der Stammkneipe, doch die hat nun zu? Schade. Aber deswegen muss das Treffen nicht ausfallen. Verabredet euch zur gewohnten Zeit (vielleicht sogar mit der Vorgabe, dass alle dasselbe Getränk vor sich haben), macht es euch im Wohnzimmer gemütlich und trefft euch digital. Wer mag kann sogar Kneipengeräusche im Hintergrund laufen lassen (Eine Stunde Restaurantgeräusche gibt’s zum Beispiel auf YouTube). Auch gemeinsam einen Film gucken, ein (online) Spiel spielen oder gemeinsam Essen ist eine schöne Möglichkeit, räumlich getrennte Liebste mit am Alltag teilhaben zu lassen.

Hauskreis. Auch Hauskreise können sich dank der digitalen Möglichkeiten online treffen. Gemeinsam Bibellesen, sich über den Glauben austauschen und Beten geht auch wunderbar von Bildschirm zu Bildschirm. Der Vorteil: Man kann schnell mal googlen, wie der gelesene und gerade so diskutierte Vers in einer anderen Übersetzung lauten würde.

Hygge

Jedes Land hat natürlich für sich eigene Corona-Regeln. Bei den Belgieren dürfen Paare einmal, Singles zweimal pro Woche jemanden zu sich nach Hause einladen. Wenn es für alle Beteiligten okay ist, spricht auch in Deutschland trotz der Bitte um Kontaktbeschränkungen nichts dagegen, jemanden mal zu sich nach Hause einzuladen. (Hierbei gilt: Natürlich nur im Rahmen der aktuellen Empfehlungen und Bestimmungen der Regierung und unter den entsprechenden Abstands- und Hygienemaßnahmen und mit eingeschaltetem Verstand!!! Jeden Abend willkürlich verschiedene Menschen zu sich nach Hause einzuladen, ist damit natürlich nicht gemeint!) Aber auch nur mit den Menschen, die eh schon mit zu Hause wohnen kann man einen schönen Hygge-Abend verbringen: Viele (!) Kerzen, Kissen, Decken, leckeres Essen (warum nicht mal ein ganz besonderes Essen gemeinsam zubereiten?), Tee oder Kakao, stimmungsvolle Musik. Alles, was gute Laune macht und die Sorgen für einen Moment vertreibt, ist richtig. Wichtig für ein hyggeliges Gefühl ist auch, dass die Gespräche sich nicht um divers diskutable Themen drehen. Für einen Abend darf es unbedingt leicht und unbeschwingt sein!

Adventskalender

Nicht nur Kinder freuen sich über einen Adventskalender, auch die meisten Erwachsenen freuen sich, wenn sie morgens ein Türchen öffnen können. Warum verschenkst du also dieses Jahr nicht einen (weiten) Adventskalender an deine Freunde, Familie oder Kinder?

Antreiber. Für Leute, die in diesem harten Winter zu versacken drohen, tut es vielleicht gut, wenn sie jeden Morgen eine kleine Aufgabe finden: Jemanden anlächeln (ist aufgrund der Maskenverordnung auf jeden Fall eine Herausforderung!), einem anderen etwas Gutes tun, sich entschuldigen, Geduld üben, sich etwas gönnen, einen Gruß schreiben, ein neues Gericht kochen, ein Gedicht lernen, …

Unternehmer. Gerade Familien mit Kindern werden unter Corona-Stress schnell ideenlos, wie man die langen Tage mit den Kindern gut füllen könnte. Am besten teilt man die Tage untereinander auf und jeder darf sich mal wünschen was gemacht wird: Einen Film gucken, die Eisenbahn aufbauen, Eis essen, lange baden (ohne Haarewaschen), Plätzchen backen, mit Verwandten einen Videocall machen, malen, basteln, spazieren gehen, … Alle 24 Wünsche werden bunt gemischt und nummeriert. Welcher Wunsch wird heute erfüllt?

Neugierige. Wer nun über ein deutliches Plus an freier Zeit verfügt, kann diese dazu nutzen, Neues zu lernen. In diesem speziellen Adventskalender verbergen sich 24 Themen, Stichwörter, die es nachzuschlagen gilt. Wer mag, kann sich mit einem Gleichgesinnten am Abend eines jeden Tages über das neue Wissen austauschen.

Bibelbits. In diesem Adventskalender verbergen sich für jeden Tag ermutigende, stärkende Bibelverse, kurze Impulse oder Liedzeilen, die einfach guttun und dabei helfen, sich Gottes Gegenwart an jedem einzelnen Tag neu bewusst zu machen.

Entspannt planen

Normalerweise artet der Advent schnell in eine absolute Stressphase aus. Geschenke müssen überlegt, besorgt und eingepackt werden. Weihnachtskarten geschrieben werden. Diverse Weihnachtsfeiern besucht werden. Doch dieses Jahr besteht die Chance, dass es tatsächlich mal eine entspannte Adventszeit werden könnte. Überleg dir am besten jetzt schon bei eine Tasse Kaffee, wem du was schenken möchtest. Plane die Wochen bis Weihnachten durch: In dieser Woche besorgst oder bestellst du die Geschenke. In der nächsten Woche packst du sie alle abends (bei Kerzenlicht und einer Kanne leckerem Tee und einem spannenden Hörspiel) ein, in der darauffolgenden Woche steht alles hausgemachte im Vordergrund: Glühweingelee, Plätzchen, Orangenöl, Christbaumschmuck, … alles was sich als kleine Freude für einen selbst oder andere erweist, kann nun hergestellt werden. Und dann ist auch Zeit, den Heiligabend und die Feiertage zu planen. Diesmal ohne Verwandte, Freunde und Gottesdienst. Autsch. Da sind nun gute Ideen gefragt, wie man die Geburt Jesu Christi gebührend feiern kann. Was ist einem für diese Tage besonders wichtig? Was darf auf keinen Fall fehlen? Was würde man gerne neu ausprobieren oder einführen? In den Einschränkungen liegt eine große Freiheit, Neues zu wagen und Neues zu denken.

Welche Ideen und Gedanken zur Adventszeit zu Corona hast du? Wie werdet ihr die Adventszeit in diesem Jahr verbringen? Gerne könnt ihr uns Anregungen und Tipps als Kommentar hinterlassen.

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