„So kann das nicht weitergehen!“ – Ein Ausruf der dieser Tage von vielen Seiten kommt. Auch unter Christen gibt es eine große Sehnsucht nach einer Kurskorrektur. Welche Schritte man auf dem Weg zu einem anderen Leben gehen kann, will ein neues Magazin zeigen. Ein Gespräch mit den Redakteurinnen Anja Schäfer und Melanie Carstens.

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Jesus.de: Anja, wie kommt ihr grade jetzt auf die Idee, ein neues Magazin auf den Markt zu bringen? 

Anja: Entstanden ist das neue Magazin andersLEBEN aus den Fragen der Corona-Krise: Soll, muss und kann alles so bleiben, wie es vor der Krise war? Wie wollen wir überhaupt leben? Und wie können wir eine bessere Zukunft schaffen? Schon vor der Krise gab es viele Gedanken zur Klimakrise und einem verantwortlichen Lebensstil, auch im Hinblick auf einen guten Umgang mit Gottes Schöpfung. Dieses Gespür, dass es noch bessere Lebenskonzepte gibt als bisher, auch und gerade aus unserem Glauben heraus, nimmt andersLEBEN auf. Wir stellen Ideen und Vorbilder für ein gutes Leben im Kleinen und Großen vor – mit inspirierenden Porträts von Menschen, die jetzt schon wertvolle Schritte gehen. 

Was soll denn anders werden? 

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Anja: Wir wünschen uns eine Zukunft, in der wir nachhaltiger, gemeinschaftlicher und in der christlichen Spiritualität verwurzelt leben. Statt zu viel Konsum, Ego-Mentalität, Ausbeutung der Schöpfung und Einsamkeit in der Gesellschaft wünschen wir uns neue starke Lebensformen, die von Gemeinschaft und christlichen Werten geprägt sind. Uns ist wichtig, ökologische Vorstellungen mit geistlichen Aspekten und gesellschaftlichen Entwicklungen zusammenzudenken. 

Und wie kann ein Magazin dabei helfen? 

Melanie: Wir stellen Menschen vor, die kluge Ideen einbringen oder zukunftsfähige Ansätze schon umsetzen. Wir suchen nach spannenden Vorbildern und Alltagstipps für ein gutes, nachhaltiges Leben, das die Gemeinschaft im Blick hat. Denn wir glauben einfach, dass wir gemeinsam viel in Gottes guter Welt bewegen können. Und wir hoffen, dass sich viele einklinken … 

An wen soll sich das neue Magazin richten? Muss man schon voll im Nachhaltigkeitsthema drin sein, um sich von dem Magazin angesprochen zu fühlen? 

Melanie: Wir erleben, dass die meisten viele vage Fragen zu unserem Lebensstil mit sich herumtragen: Wollen wir in allem wirklich weiterleben wie vor Corona oder können wir nicht die Chance nutzen, manches auf eine bessere Spur zu setzen? Wie geht’s eigentlich weiter mit dem Klimawandel? Ist unser sehr individualistisches Leben und das Streben nach Absicherung tatsächlich das Leben in Fülle, das Jesus verspricht? Wer sich solche Fragen schon mal gestellt hat, ist bei andersLEBEN richtig. 

Die Redakteurinnen Anja Schäfer und Melanie Carstens begeben sich auf die Suche nach einem anderen Leben. (Foto: Matthias Endlich / endlichbilder.de)

Wann bzw. woran habt ihr gemerkt, dass ihr anders leben wollt? Und wie habt ihr angefangen?  

Anja: Anders zu leben ist ja erst einmal ganz breit gemeint: gemeinschaftlicher leben, nachhaltiger leben, an der christlichen Spiritualität orientiert leben. Das ist ein Nachspüren, das mich schon lange begleitet. Ich habe Kinder auf den Straßen von Neu-Delhi Kuhdung verarbeiten sehen, als Brennmaterial. Das hat mein Bewusstsein für Menschen auf der anderen Seite der Erdkugel geschärft. Ein kleiner konkreter Schritt ist, dass ich nur noch fairen Kaffee kaufe, sodass die Kinder der Pflückerinnen Bildung bekommen. Ich habe Reportagen über Massentierhaltung gesehen. Also habe ich angefangen, weniger Fleisch zu essen und wenn, dann bio. Ich habe in einem Bruderhof erlebt, wie Menschen gemeinschaftlich zusammen arbeiten und leben und das hat eine Sehnsucht nach einem weniger vereinzelten Leben verstärkt. Die Lust, etwas zu verändern, setzt sich immer aus vielen individuellen Erfahrungen zusammen, die bei jedem ein bisschen anders aussehen, und ich glaube, es ist am hilfreichsten, diesen persönlichen Erfahrungen und Fährten nachzuspüren und dort etwas umzusetzen. 

Melanie: Mich faszinieren schon immer Menschen, die anders leben; besonders Männer und Frauen, die sich dafür einsetzen, gesellschaftliche Missstände zu verbessern – egal, ob hierzulande oder weltweit. Mich lässt die Ungerechtigkeit, die viele erleben müssen – persönlich, gesellschaftlich oder strukturell – oft fassungslos zurück. Deshalb lasse ich mich von positiven Vorbildern ermutigen, klein und konkret anzufangen, etwas zu verändern. Statt an der Unterdrückung von Frauen in Indien zu verzweifeln, fördere ich ein konkretes indisches Mädchen mit einer Patenschaft.

Weil ich die Gefahren für unsere Umwelt bei der Lagerung von radioaktiven Abfällen sehe, habe ich zu einem Stromanbieter gewechselt, der Strom aus erneuerbaren Energien anbietet. Und statt hinzunehmen, dass in unserer Gesellschaft Menschen oft nur nach ihrer Leistung und ihrer Herkunft beurteilt werden, engagiere ich mich mit unserer Gemeinde dafür, eine gastfreundliche Gemeinschaft zu leben, wo Menschen wertgeschätzt werden, heil werden und Gott kennenlernen können. Denn letztlich ist Gott es, der Menschen den Mut gibt, anders zu leben und unsere Gesellschaft auf positive Weise zu verändern. 

Was sind eure persönlichen Highlights der ersten Ausgabe?  

Anja: Mich begeistert vor allem, dass wir spannende Menschen vorstellen, die auf irgendeine Weise anders leben: Anselm Grün im Kloster, Stefanie Linner ist nach einer Sabbatzeit wieder bei der Micha-Initiative aktiv. Philipp Mickenbecker ist erfolgreicher YouTuber, hat aber vor allem zu gemeinschaftlichen Aktionen im Real Life was zu sagen. Der Missionar Tony Rinaudo hat eine innovative Methode entwickelt, mit der Millionen Hektar Wüste in Afrika wieder begrünt wurden. Dafür hat er 2018 den Alternativen Nobelpreis gewonnen. Ihn zu interviewen und seine Sicht zu Natur und Bibel und Mission zu hören, war für mich ein echtes Highlight.  

Warum braucht andersLEBEN eigentlich zwei Redakteurinnen? 

Melanie: Weil wir gemeinsam mehr bewegen können! Das gilt nicht nur für unseren Alltag, sondern auch für dieses Magazin! Neu denken, nachhaltig handeln und uns unserer christlichen Wurzeln neu bewusstwerden, geht am besten gemeinsam. Deshalb starten wir gemeinsam diese Suchbewegung – und freuen uns über jede und jeden, der mitmacht! 


andersleben Cover andersLEBEN erscheint in dieser Woche im SCM Bundes-Verlag, zu dem auch Jesus.de gehört.

 

 

 

 

1 DIREKT-KOMMENTAR

  1. Das is ja alles ganz nett und richtig. Aber die immens wichtige Frage ist: „Was sieht unser HERR unter uns CHRISTEN pro Wohnort und Land und was möchte ER (endlich) unter uns erkennen ?“ ER sieht seit Jahrhunderten, besonders in Europa und USA tiefe Spaltungen (Konfessions- und Dogma-Gewürge) überall unter uns ! Sehen will ER aber, damit wir glaubwürdig werden, dass wir endlich unsre Spaltungen erkennen und demontieren. Allein unsre Gemeinde-Namen polarisieren u. verra- ten unsre Blindheit. Bei GOTT gibt es nur den LEIB des CHRISTUS pro Wohnort und Land, alles Andere kann ER nicht sooo SEGNEN wie ER es eigentlich möchte … Wenn also Jemand bekennt, dass er-sie von Herzen CHRISTUS vertrauen und gehorsam sein will, dann ist dieser Zeitgenosse/in unser BRUDER bzw. SCHWESTER alle anderen Kriterien sind falsch und bewirken eine falsche Entwicklung (falsches Bewußtsein), ergo Spaltungen. Es geht um EINHEIT in uns und unter uns, siehe Gal.2,20 und z.B. Joh.17, 11+22 … Wenn das nicht endlich klar ist, wer soll uns da ernst nehmen. Dann wird uns bald die GOTTlosigkeit, samt Islam-Fanatiker überrennen … „HERR öffne uns besonders die inneren Augen !“

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