Pakistan: Verurteilte Christin Asia Bibi hofft weiter auf Freilassung (UPDATE)

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Papst Franziskus trifft den Ehemann und die jüngste Tochter von Asia Bibi (Foto: picture-alliance / dpa)
Seit 2009 sitzt die pakistanische Christin Asia Bibi im Gefängnis. Wegen vermeintlicher Blasphemie war sie zum Tod verurteilt worden. Das Urteil wurde in zweiter Instanz bestätigt. Nun wartet die Christin auf ihr Berufungsverfahren vor dem Obersten Gerichtshof Pakistans.

„Meine Frau lebt ihre Gefangenschaft im Zeichen des Glaubens und vertraut sich jeden Tag dem Herrn an“, erklärte ihr Ehemann gegenüber dem Fidesdienst in Rom. Papst Franziskus hat ihn dorthin zu einem persönlichen Gespräch eingeladen und will ihn und eine Tochter Asia Bibis am Samstag empfangen.

„Wir können den Richtern ohne Zweifel beweisen, dass Asia sich nicht der Blasphemie schuldig gemacht hat“, betonte Joseph Nadeem, Leiter der „Renaissance Education Foundation“, der Stiftung, die in Pakistan für Bibis Familie sorgt und Rechtsbeihilfe leistet. Dagegen sei nicht damit zu rechnen, dass das Blasphemiegesetz an sich in Frage gestellt würde. Die Regierung hatte erst kürzlich verlauten lassen, nicht an dem Gesetz zu rütteln. Paragraph 295-C des Strafgesetzbuches sieht für die Beleidigung des Propheten Mohammed die Todesstrafe vor und wird regelmäßig missbraucht. Immer wieder kommt es dabei auch zu Fällen von Lynchjustiz. Die Regierung erscheint hilflos.

UPDATE: Familie von Asia Bibi trifft Papst Franziskus

Papst Franziskus hat am Samstag den Ehemann und die Tochter von Asia Bibi in Audienz empfangen. Eisham Ashiq, die Tochter von Asia Bibi, betonte laut Vatican News, sie hoffe auf eine baldige Freilassung ihrer Mutter. Vatikanangaben zufolge traf Franziskus stellvertretend für verfolgte Christen überdies die Nigerianerin Rebecca Bitrus. Sie war von Mitgliedern der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram in Nigeria verschleppt und vergewaltigt worden. Aus Solidarität mit verfolgten Christen weltweit sollte am Abend überdies das römische Kolosseum rot angestrahlt werden.

Die Hilfsorganisation „Kirche in Not“ hatte im Rahmen ihrer Solidaritätsaktionen bereits vor zwei Jahren den Trevi-Brunnen in Erinnerung an das Blut christlicher Märtyrer in rotes Licht getaucht. Gleichzeitig mit dem Kolosseum sollten in diesem Jahr auch die maronitische Elias-Kathedrale in Aleppo sowie die Paulskirche in der irakischen Stadt Mossul rot angestrahlt werden.

Demonstration für die Hinrichtung von Asia Bibi in pakistan (Foto: picture alliance / AP)