Werbung

Die Vorbereitungen zur Gründung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland laufen kirchlichen Angaben zufolge derzeit auf Hochtouren.

Er sei zuversichtlich, dass auf der ersten Tagung der verfassungsgebenden Synode am 31. Oktober in Travemünde ein Verfassungsentwurf vorliegen wird, sagte der Schleswiger Bischof Gerhard Ulrich am Samstag vor der nordelbischen Synode in Rendsburg.

Die Nordkirche soll nach bisherigem Fahrplan 2012 gegründet werden. Sie ist ein Zusammenschluss der nordelbischen, mecklenburgischen und pommerschen Kirchen mit insgesamt 2,4 Millionen Kirchenmitgliedern. Ulrich ist Vorsitzender der nordelbischen Kirchenleitung und zugleich Vorsitzender der gemeinsamen Kirchenleitung von nordelbischer, mecklenburgerischer und pommerscher Kirche.

Werbung

Wie der Bischof berichtete, werden in Arbeitsgruppen derzeit ein Verfassungsentwurf, ein Finanzgesetz und eine Angleichung der Pastorenausbildung vorbereitet. Auch eine Satzung für die Diakonie wird erarbeitet. In jedem Bundesland soll es jeweils ein Diakonisches Werk in der künftigen Kirche geben, also je ein Werk in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Weiter wird an der Struktur der künftigen Verwaltung gearbeitet. Hier sollen auch Einsparungen von 15 Prozent angepeilt werden.

Ulrich wies auch auf den Umgang mit dem Thema Homosexualität hin. «Ich habe schon mehrfach gesagt, dass es ein fusionsbedingtes Zurück hinter die in unserer Kirche erreichte Beschlusslage und Praxis mit mir nicht geben wird», betonte er vor dem Kirchenparlament. Der Konvent schwul-lesbischer PastorInnen hatte jüngst in der «Evangelischen Zeitung» darauf hingewiesen, dass Homosexualität in der nordelbischen Kirche kein Einstellungshindernis ist. In der pommerschen Kirche hingegen sei offen lebenden schwulen und lesbischen Geistlichen der Weg ins Pfarramt bislang verwehrt.

Die am 31. Mai 1934 verabschiedete Barmer Theologische Erklärung soll in der Nordkirche als erster lutherischen Kirche in den Bekenntnisstand aufgenommen werden. Dies kündigte der Vorsitzende der «Arbeitsgruppe Theologie Nordkirche» und Hamburg-Altonaer Propst Horst Gorski an. Die Barmer Erklärung gilt als zentrales Dokument des Kirchenkampfes in der NS-Zeit. Darin grenzten sich evangelische Christen von den Nationalsozialisten und von theologischen Irrlehren ab.

(Quelle: epd)