Die katholische Kirche hat eine Kampagne für verfolgte Christen in Pakistan gestartet. Christen seien in Pakistan Bürger zweiter Klasse und vielfältigen Benachteiligungen ausgesetzt, sagte der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Ludwig Schick, am Donnerstag in Berlin.

 In weiten Teilen Pakistans könnten Christen zwar unbehelligt leben und auch Gottesdienste feiern, aber sie lebten in einer ständigen Rechtsunsicherheit, erläuterte Schick. Ebenso wie andere religiöse Minderheiten würden sie rechtlich benachteiligt.

 Vor allem das Blasphemie-Gesetz sei für Christen problematisch, berichtete der Präsident des katholischen Missionswerks Missio, Prälat Klaus Krämer. Danach können die Schändung des Koran mit lebenslanger Haft und abfällige Bemerkungen über den Propheten Mohammed mit dem Tod bestraft werden.

 Da das allgemeine Klima in Pakistan zunehmend von islamistischen Fundamentalisten beherrscht werde, werde dieses Gesetz willkürlich angewandt. Wenn jemand die Visitenkarte eines Geschäftspartners herunterfalle, der den Namen des Propheten trage, reiche dies schon als Anklagegrund. Vor allem Minderjährige, Analphabeten und Ungebildete seien der Willkür schutzlos ausgeliefert, beschrieb Krämer die Lage.

 Die Bischofskonferenz hat eine Broschüre veröffentlicht, in der das Leben der Christen in Pakistan genauer dargestellt wird. 2003 riefen die katholischen Bischöfe die Initiative «Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen» ins Leben, die wechselnden Regionen gewidmet ist. In den vergangenen Jahren waren Indien, China und der Nahe Osten Schwerpunktländer der Kampagne.

(Quelle: epd)