Erzbischof Rainer Maria Woelki (Foto: Erzbistum Köln)

Evangelische Christen dürfen die Kommunion empfangen? Die Vorstellung ist dem Kölner Kardinal Woelki und sieben weiteren Bischöfen ein Dorn im Auge. In einem Brief wenden sich die Geistlichen an den Vatikan.

Die katholischen Bischöfe in Deutschland streiten sich offenbar über den Zugang zur Kommunion für evangelische Christen. Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ in seiner Onlineausgabe berichtet, halten die Geistlichen eine Ende Februar von der Bischofskonferenz mit Zwei-Drittel-Mehrheit beschlossene pastorale Handreichung für konfessionsverschiedene Ehen für unrechtmäßig. Dem Zeitungsbericht zufolge erfolgte die Eingabe an den Vatikan ohne vorherige Absprache mit dem Vorsitzenden der katholischen Deutsche Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx.

Ökumene: Streitpunkt Abendmahl

Zum Abschluss der Frühjahrskonferenz der Bischofskonferenz hatte deren Vorsitzender Marx eine Handreichung angekündigt, die die gemeinsame Teilnahme an der Eucharistiefeier für Ehepaare, bei denen ein Partner katholisch und der andere evangelisch ist, möglich macht. Priester sollen dies im Einzelfall beurteilen. Das Verständnis des Abendmahls ist nach wie vor einer der größten Unterschiede zwischen Katholiken und Protestanten. An katholischen Abendmahlfeiern dürfen bislang in der Regel nur Katholiken teilnehmen.

© epd-bild / Jens Schulze

Die Bischofskonferenz überschreitet nach Auffassung der Bischöfe ihre Kompetenz, wenn sie den Kommunionsempfang für evangelische Christen öffne, hieß es weiter in dem Zeitungsbericht. Angesichts mehrerer offener dogmatischer und kirchenrechtlicher Fragen bäten die Bischöfe in ihrem Schreiben, das dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vorliegt, den Vatikan um Hilfe und um Klärung. Das Schreiben richtet sich an den Präfekten der Glaubenskongregation, Luis Ladaria, sowie an den „Ökumene-Minister“ des Vatikans, Kardinal Kurt Koch.

Neben Woelki sei der dreiseitige Brief auch vom Bamberger Erzbischof Ludwig Schick sowie den Bischöfen Konrad Zdarsa (Augsburg), Gregor Maria Hanke (Eichstätt), Wolfgang Ipolt (Görlitz), Rudolf Voderholzer (Regensburg) und Stefan Oster (Passau) unterzeichnet worden.

Kritische Reaktionen: „Rückbindung mit der Universalkirche klar gegeben“

Kardinal Reinhard Marx (Foto: Wolfgang Roucka / Erzbischöfliches Ordinariat München / Wikimedia)

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, verteidigte die pastorale Handreichung für konfessionsverschiedene Ehen. Kardinal Marx betonte in einem am Mittwoch verbreiteten Antwortbrief, dass die Handreichung noch ein Entwurfstext sei, „der ja nach dem Beschluss der Vollversammlung noch eine Modiphase durchläuft“. Es sei deutlich dargelegt worden, dass eine nationale Bischofskonferenz Kriterien formulieren könne, die „die Kommunionspendung an nicht in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche befindlichen Christen erlaube“. Es sei auch auf bereits bestehende Regelungen in anderen Teilen der Kirche verwiesen worden, so Marx. Die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz habe ihre Entscheidung vor dem Hintergrund theologischer und ökumenischer Bezugstexte und kirchenrechtlicher Regelungsmöglichkeiten getroffen. Sie „sieht deshalb die Rückbindung mit der Universalkirche als klar gegeben an, zumal nach der Ermutigung von Papst Franziskus zu weiteren Schritten in der Ökumene, auch in der Seelsorge“, fügte Kardinal Marx jetzt hinzu. Die Handreichung setze diesen Wunsch „behutsam um mit der Absicht, für die Seelsorger und die Eheleute eine größere Klarheit zu schaffen.“

„Unsolidarisches Verhalten“

(Bild: By Steffen Prößdorf – Own work, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=29977177)

Beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) stieß die Kritik der sieben Bischöfe ebenfalls auf Unverständnis. ZdK-Präsident, Thomas Sternberg, zeigte sich angesichts des Briefs der Bischöfe überrascht: „Mich wundert dieses Verhalten, das mir ziemlich unsolidarisch erscheint“, schrieb er am Mittwochnachmittag im Kurznachrichtendienst Twitter. „Kennen wir nicht alle evangelische Ehepartner, die das bejahen, was wir katholisch in der Eucharistiefeier bekennen? Ist das Problem nicht pastoral vor Ort längst gelöst?“

35 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Es ist gut das Kardinal Woelki um Klärung bittet. So locker flockig wie Kardinal Marx die Aufhebung beschließt ist das ganze nicht, da evangelsiche Christen etwas vollkommen anderes im Abendmahl sehen wie katholische Christen.

    Die Frage eindeutlich zu klären ist keine Ausgrenzung, sondern das Ernstnehmen von wesentlichen Glaubenspositionen der evangelischen und katholischen Kirche. Ist es der Leib Christi, wie es in der Bibel steht oder nicht?

    • Das verstehe ich als einfacher evangelischer Christ nicht. Wer bitte soll etwas klären, worüber Bischöfe!!! nachgedacht, diskutiert, gestritten und dann mehrheitlich entschieden haben. Welche Haltung steht denn da dahinter? Ich find es einfach nur traurig, wenn vorsichtige und wohl überlegte, aber dennoch unbedingt wichtige Annäherungsversuche mit so einem dummen Spruch wie „locker flockig“ abgetan werden. Diese elende „Klärerei“ bringt uns nichts, ganz im Gegenteil: wir schaden uns Christen gegenüber denen, die uns sowieso schon lächerlich und erbärmlich finden nur in einem Maße, dass man sich dann von so einer Kirche nur noch abwenden kann. Schade, dass sich diese engsichtigen und kleingläubige Menschen in der Katholischen Kirche wohl immer und immer wieder durchsetzen.

    • „Evangelische Christen“ verstehen NICHT etwas VOLLKOMMEN ANDERES im Abendmahl als römisch katholische Christen.
      … und es gibt leider genug römisch katholische Kirchenmitglieder, denen es nicht klar ist, was in ihrer Eucharistiefeier der Priester mit …“der Leib Christi“ ausdrücken will.
      Außerem: Warum nicht einander das Gastrecht gewähren? Bei den Katholiken die Kommunion nur mit: „…der Leib Christi“ (Obwohl der Priester sehr wohl Jesus Christus zitiert mit: “ …drinket alle daraus“ ) – und bei den Evangelischen das Abendmahl in beiderlei Gestalt. Da wird kaum der jeweils Gast-Seiende gleich in die andere Konfession übertreten.
      Daher –> fasse es also der Empfangende wie er kann.

    • Es ist völlig irrelevant, mit welcher Haltung und welcher Denke das Abendmahl gefeiert wird. Wichtig ist, dass es gefeiert wird. Der Stifter des Abendmahls war Jesus, nicht die Kirche – egal welcher Konfession. Darum gilt: Über Sinn und Inhalt können die Theologen sich gerne streiten, aber in der Christenheit selbst kann es einfach gefeiert werden – und zwar gemeinsam. Der Sieger im Abendmahlsstreit ist der Satan. Er hat es geschafft, genau an der Stelle, an der Jesus Einheit stiften wollte, Zwietracht und Trennung zu säen. Jeder, der die Trennung aus dogmatischen Gründen aufrecht erhält, tut dem Feind einen gefallen – auch wenn er meint, im Sinne Gottes zu lehren. Wer sind wir denn, dass wir meinen, göttlichen Stiftungen Legitimationen erteilen zu dürfen, die sich an unserem Verstehen zu orientieren haben?

  2. Die Herren Bischöfe sollten die Bibel einmal gründlich mit offenen Augen, offenen Herzen und vorallem mit einem gesunden Menschenverstand lesen! Da würden sie nämlich erkennen, daß Jesus Christus alle, die an IHN glauben, zur Einigkeit aufgerufen hat!!! Wenn diese Herren weiterhin einen Keil in die Christenheit treiben, sind sie nicht mehr wert als die Hohenpriester und Schriftgelehrten, die die Kreuzigung von Jesus zu verantworten haben! Kein Wunder, daß so viele Katholiken aus der Kirche austreten, wenn solche (Schein-) Heilige ihre Macht missbrauchen und aufrichtig Glaubende unter Druck setzen. Ich bin überzeugt davon, daß Jesus Christus sich sehr freuen würde, wenn wir Christen uns gemeinsam zum Abendmahl treffen würden. Ganz nach SEINEM Vorbild: Liebe deinen Nächsten…..

    • Das sehe ich ganz genauso. Ich bin auch evangelisch und besuche die katholische Kirche weil meine Kinder katholisch getauft sind . Deshalb bin ich kein schlechter Christ und der Meinung das es endlich möglich sein sollte mit an der Kommunion teilzunehmen. Meine Kinder finden es auch dumm.

    • Liebe frau senger,

      gleich zu welcher Kirche oder Gemeinde sie gehören.
      Der Hinweis auf die bibel ist Richtig !!!!
      die Dogmen der K-Kirche sind der größte Hinderungsgrund der Zusammenarbeit

    • Ja, genau. Jesus ruft glasklar dazu auf, dass alles andere egal ist, solange man ihn lieb hat. Auch egal, ob man seinen sonstigen Worten glaubt. Spaltung verursachen nicht die, die auf Unterschiede hinweisen und echte Lösungen von Streit wollen, sondern unqualifizierte Beiträge und Engstirnigkeit, die sich leider allzu oft selbst dairn gefällt, eben dies den anderen vorzuwerfen.
      Ich glaube, das wäre mal wert, eine Weile bedenken.

  3. Es wäre gut, wenn man die Unterschiede in der Auffassung und die Teilnahme am Abendmahl egal welcher Konfession endlich der Eigenverantwortung der Gläubigen überlässt.

    Wie viele katholische Christen teilen das offizielle Eucharistieverständnis ihrer Kirche schon nicht mehr und gehen trotzdem zum Abendmahl?

  4. Angesichts mehrerer offener dogmatischer und kirchenrechtlicher Fragen bäten die Bischöfe in ihrem Schreiben, das dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vorliegt, den Vatikan um Hilfe und um Klärung.

    Klingt doch toll, oder ?

    Dogmen verbauen den Weg …
    und vor allem kirchenrechtlich !
    Was ist das für ein Recht ? Nicht Christ zu sein ? Ein anderer Jesus ?
    Und was hat das Kirchenrecht mit dem Glauben an Jesus Christus zu tun ?
    Da hat man wie zu Jesu Zeiten Zusatzlehren aufgestellt und stellt sich in vielen Dingen selbst ein Bein !
    Da gibt es noch viel „Arbeit!

    • Ich war bis vor kurzem in einer Landeskirche und hatte eher den Eindruck dass dort Zusatzlehren zuhaus sind. Empfangen die Menschen dort immer die teure Gnade?

  5. Meine tiefste Überzeugung ist, dass Jesus, wenn er zurück käme, als erstes Kardinäle wie diese aus dem Tempel jagen würde. Diese „Christen“ haben nichts verstanden von dem, was Jesus einst predigte.

  6. Ich bin Methodist und nach methodistischem Verständnis ist das Abendmahl eines von mehreren Gnadenmitteln, in denen sich Gott offenbart. Wenn ich zum Tisch des Herrn trete, ist es ein Ausdruck der Suche. Ich suche Gott, seine Nähe und diese Suche verbinde ich mit der Hoffnung, am Tisch des Herrn Gnade zu finden. Wie muss man gestrickt sein, anderen diese Gnade wissentlich zu verwehren? Aber gut: das ist MEINE Ansicht und bedauerlicherweise verstehe ich die katholische Seite nicht gut genug. Ich bin sicher, dass die K-Kirche vielleicht sogar gute Gründe für ihren Ausschluss hat. Vielleicht findet sich jemand, der das mal erläutern kann. Nichts desto trotz sagt Jesus: „Kommt her ALLE, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken.“ In Zeiten schwindender Jesusanhänger in diesem Land sind derartige Dogmen eher hinderlich und sind, wenn das Kirchenrecht so liegt, unbedingt von höchster Stelle zu prüfen und ggf. zu überdenken. Es wäre jedenfalls ein weiterer Schritt hin zu dem Attribut „eins in dem Herrn“.

    • Ich bedaure die herbe Kritik von Elke Senger sehr, auch wenn ich das gemeinsame Mahl vor Christus nicht erst in der Ewigkeit für möglich halte.
      Auch als evangelisch-katholischer Christ mit theologischer Ausbildung wünsche ich mehr den Mut, das Abendmahl unter Christen gemeinsam zu feiern. Doch der Respekt vor den Glaubensvätern und deren Ringen um eine angemessene Gestaltung und der seelsorgerlichen Verantwortung ist mMn in der Bibel zu lesen.
      Sooo einfach wie es Frau Senger macht, ging es schon in der Zeit der Reformation und der ersten Konzilien nicht.
      Wir sind schon erheblich weiter, wenn die jeweils andere Praxis als grundsätzlich möglich anerkannt ist.

      Menschen – in diesem Fall die Brüder Bischöfe- zu unterstellen, die Bibel nicht richtig zu lesen oder sie als Schein-Heilige zu bezeichnen, führt zu weit. Alle großen Entscheidungen der Konzilien oder Kommissionen oder Synoden sind begleitet vom Votum der Gruppen in der Minderheit.

      Das muss möglich sein ohne Ketzerhüte oder Scheinheiligenb-Terstate zu verteilen.
      MenschMartin

    • Ich bestreite, dass wir in einer Zeit „schwindender Jesusanhänger“ leben. Ich nehme sooo viel Jesusanhänger wahr, von denen einige sich leider besonders hervortun und sich abgrenzen durch ihre Lehrkataloge.
      (Der Beitrag zur Kritik von Elke Senger ist falsch angegliedert).
      MenschMartin

  7. Ich kann es ja nachvollziehen auf die Unterschiede hinzuweisen und sich da zu Rate zu ziehen….

    ….wären gewisse Kirchen nur beim Thema Islam genau so kritisch. Wurden Moslems nicht zum Teil schon als (Glaubens-)“Brüder“ bezeichnet? Hier ist Einhalt definitiv geboten.

  8. WENN ES NUR EINE KIRCHE JESUS CHRISTI BESTEHT; GIBT ES AUCH NUR EIN ABENDMAHL

    Ich bin der festen Überzeugung, dass alle Christen über alle Konfessionsgrenzen hinaus, die eine weltweite Kirche Jesu Christi bilden. Nur dieses Verständnis erlaubt es, in einer Einheit in der Vielfalt eine Bereicherung und keine Verwässerung des Glaubens und der Glaubwürdigkeit der Christen zu sehen. Theologische Unterschiede in der Lehre sind deshalb Unterschiede, weil Menschen unterschiedlich sind, weil auch jeder einzelne Mensch auch individuell jeweils andere Glaubenserfahrungen macht und weil daher auch das Gottesbild eines jeden Gläubigen sich immer von dem anderer Menschen unterscheidet.

    Eine solche gemeinsame Ökumenische Kirche, die vielleicht eine Kirche ist (und auch kirchenrechtlich so verfasst sein müsste) trotz dann noch bestender Unterschiede in der Lehre, kann ihre Gemeinsamkeit nur verwirklichen, wenn das gemeinsame Abendmahl, zu dem nicht die Kirche/n einladen, sondern Jesus Christus, wirklich aufgrund der grenzenlose Liebe Gottes auch allen Gläubigen offen ist. Ein getrenntes Abendmahl ist ein Ärgernis und kein Zeugnis vor der Welt.

    Das gemeinsame Abendmahl kann dann ja durchaus liturgisch in Form der Eucharistie oder des Ev. Abendmahles gefeiert werden. Aber weil Jesus dazu einlädt, der weder evangelisch, orthodox, katholisch, freikirchlich oder baptistisch ist, muss jeder immer willkommen sein.

    Bernd Hehner, jetzt Kaiserslautern

  9. Jesus hätte vielleicht die Kardinale aus den Tempeln getrieben um dort das Abendmahl mit den Ärmsten der Armen zu feiern. Vielleicht hätte er aber auch gesagt, >> seht sie diese Kirchenfürsten in ihren prunkvollen Kathedralen und ihren Glauben an den von Menschen geschriebenen Gesetzen um des Geldes und der eigenen Macht Willen. Sie geben vor Gott zu ehren und doch tun sie nicht das was der Vater im Himmel durch den Menschensohn verkünden ließ. Weh denen, die um ihrer Selbstwillen vorgeben Gott zu kennen und andere mit ihrem falschen Zeugnis bekehren wollen. << So wie ich Jesus verstanden habe, hätte er angesichts dieser Diskussionen so etwas sagen können.

    Jesus lehrte uns Güte und herzensgute Demut und verurteilte niemanden, welcher in seinem Namen Gutes tat. Wer anderen das Abendmahl verweigert, ist es nicht wert im Namen des Menschensohn und des allmächtigen Gottes das Brot auch nur anzusehen.

    Das ist es, was mir dazu einfällt. Ich selbst will niemanden verurteilen, sondern all jenen ins Gewissen reden, damit sie dem Pfad des Menschensohns folgen und nicht den geschriebenen Gesetzen von männerdominierten Großfürsten, die goldene Badewannen unter teure Teppiche kehren. Das Neue Testament und die darin enthaltene frohe Botschaft des Menschensohnes unterscheidet nicht zwischen, evangelischen und katholischen Christen, diese Trennung ist erst mit der unermesslichen Anhäufung von irdischen Reichtümern und der Ausübung von Macht gegenüber der einfachen Bevölkerung entstanden.

    Jesus ist mitten unter uns, da bedarf es keiner selbstverliebten Moralapostel, die uns ihre endlosen Litaneien gebetsmühlenartig predigen. Es bedarf den einfachen Menschenverstand und ein Herz voller Demut gegenüber Gott und der Welt um das was Gott verlangt zu verstehen. Die ärmsten der Armen sind als Maßstab zu nehmen. Niemand hat das Recht sich über andere zu erheben, NIEMAND. Gott selbst hat es uns eindrucksvoll bewiesen, indem er seinen einzigen Sohn vor den Menschen erniedrigt hat. Wie kann es da der Mensch wagen, sich über andere Menschen zu erheben?

    Ich bin katholisch getauft und dennoch lebe ich als Christ und gehe in die Gotteshäuser, die mich bewegen, egal ob dort katholisch, evangelisch oder sonstigen Glaubensrichtungen gelebt werden. Wer mir das Brot im Namen des Menschensohns gibt, von dem nehme ich das Brot, egal was mir andere sagen.

    Gott lässt es regnen und die Sonne scheinen für gute und für böse Menschen. Wenn wir von dieser Güte nur den Hauch eines Sonnenstrahls und die Fülle eines Regentropfens besäßen, würden wir sicherlich nicht so viel Weltfremdheit erfahren.

    An ihren Taten werdet ihr sie erkennen.

  10. Das sehe ich genauso wie die Bischöfe. Bin selber als Kind katholisch erzogen worden und zur ersten Kommunion gegangen und später als Erwachsene evangelisch geworden. Vertrete heute ausschließlich die evangelische Variante des Abendmahls. Das heißt, keine „Konsekration“, keine Verleiblichung Christi, wie es in der katholischen Kirche ja gilt. Ich gehe gerne in katholische Messen, aber nie zur Kommunion, weil diese wirklich etwas völlig anderes ist als das Abendmahl. Bei letzterem ist Jesus zwar auch anwesend, aber eben geistig, nicht körperlich.

  11. es würde ja wohl zur weiteren Verwirrung im Glauben beitragen, wenn evangelische Christen so mir nix dir nix den Leib Christi empfangen dürften. In die Zeit die wir jetzt haben würde es aber sehr gut passen. Bin gespannt, was noch alles an Ideen kommt.

    • Die Verwirrung im Glauben produzieren schon bestimmte Menschen und die Kurie(mafia) im Vatikan

    • Ich gehöre zu einer Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde. Zum Abendmahl wird bei uns jeder eingeladen, der Jesus Christus als Sohn Gottes und seinen persönlichen Retter bekennt. Jeder prüfe sich selbst…

    • Ev. C’hristen empfanden beim katholischen wie beim evangelischen Abendmahl den Leib Christi, aber nicht die unterschiedlichen und eigentlich nur Philosophen und Theologen wirklich verständlichen dogmatischen Vorstellungen. Jesus lädt zum Abendmahl ein, nicht die Konfessionen.

  12. Gemeinsame Kommunion
    Ich hätte nicht gedacht, dass erwachsene Männer (Bischöfe) so dumm sein können.
    Übrigens habe ich als evang.-luth. Christ schon das eine oder andere Mal an der kath. Kommunion teilgenommen.
    Auch unser Patenkind ist katholisch. Was soll der Quatsch dieser Betonköpfe? Wollen sie von der Kurie, die meiner Meinung mafiöse Strukturen hat, nun unterstützt werden? Sind sie nichts Manns genug und warum halten sie sich nicht an Vereinbarungen?
    Fred Hagen

  13. Schon wieder kommt aus dem geistigen Umfeld des ehemaligen Regensburger Bischofs Müller Ärger, der großenteils vom Kirchenvolk als überflüssiges Wichtigtun ohnmächtiger Stänkerer in der kath. Kirche empfunden wird. Müllers Inkompetenz wurde unterstrichen durch die Nichtverlängerung seines Amtes an der Spitze der päpstlichen Glaubenskongregation. Schlimm ist und bleibt, dass unter dem Denkmäntelchen „der Besorgnis“ ewig Gestrige – leider in maßgeblicher Position – dafür sorgen, dass sich die Bindung zur Kirche und das Vertrauen in ihre hierarchisch geführten Institutionen stetig abschwächt. Unterstrichen wird dies durch den bemerkbar geringeren Gottesdienstbesuch und die zunehmende Bereitschaft, der Amtskirche durch Austritt finanzielle Ressurcen zu entziehen. Im Grunde genommen schaden die „besorgten Stänkerer“ ihrer Organisation. Ob der Heilige Geist es noch fertig bringen wird, dass Demut und Bescheidenheit bei allem angebrachten Mut, sich für den Glauben einzusetzen, wieder zur Tugend wird bei den best bezahlten geistigen Würdenträgern unserer Welt?

  14. Wenn es darum geht, dass die Kirche sich in den Augen der Öffentlichkeit selbst zerlegt, dann war diese Aktion genau richtig.

  15. Als ich mich inhaltlich mit der katholischen Bedeutung der Eucharistie auseinandergesetzt habe ich etwas von dem verstanden, was ich als ein evangelischer (und freikirchlicher) Christ vorher nicht im Focus der Betrachtung hatte. Nämlich dass in der Eucharistiefeier die Realpräsenz des Leibes und Blutes Jesu verehrt wird und sie die eigentliche Gegenwart des Herrn verkörpert. In einer katholischen Messhandlung wurde einmal darauf hingewiesen, dass mit der vollzogenen Wandlung Jesus nun anwesend sei. Mir wurde das Verständnis vermittelt, dass dies nur durch einen geweihten Amtsträger vollzogen werden kann und auch nur in der katholischen Kirche. Und ein vollwertiger Gottesdienst enthält diese eucharistische Handlung. Folglich kann ein katholischer Christ einen gültigen Gottesdienst (der das Abendmahl enthalten muss) nur im Rahmen einer katholischen Messfeier erleben. Mitglieder anderer Konfessionen sind daher ausgeschlossen, weil sie dieses Verständnis nicht teilen. Das Abendmahl im Sinne eines Gedächtnismahles ist nach eucharistischen Maßstäben nicht ausreichend.

  16. Geliebte Geschwister im Herrn!
    Herzlich mit Euch verbunden muss ich mal wieder verdeutlichen, dass die Katholische Kirche eine große (übergroße) Verantwortung darin sieht, den ihr geschenkten wahren Glauben zu bewahren und zu leben. Nach katholischer Lehre ist die Eucharistiegemeinschaft untrennbar mit der Kirchengemeinschaft verbunden. Wer also an der Heiligen Kommunion teilnimmt, bekennt sich zur Katholischen Kirche und bejaht die wesentlichen Aussagen der Heiligen Messe. Dies wird kaum ein evangelischer Christ tun wollen, ob er nun mit einem Katholiken verheiratet ist oder nicht. Bekannt dürfte sicher auch sein, dass nach katholischer Überzeugung die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche sichtbar existiert nur in der Römisch-Katholischen Kirche. Auch hier wird es kaum von einem Nichtkatholiken Zustimmung geben.
    Vielleicht ist es uns doch möglich, etwas liebevoller und unverkrampfter mit Christen – Geschwister im Herrn – unterschiedlicher Auffassungen und Erfahrungen umzugehen (auch in den Kommentaren). Dies wäre sicherlich auf dem Weg der Annäherung, des Kennen- und Liebenlernens und des Einswerdens sehr hilfreich. Meint Ihr nicht auch?
    In Liebe, Euer Stefan Bopp

  17. Das Abendmahl ist die Gemeinschaft mit Christus und gilt für alle Christen! Es vereint uns in der Dankbarkeit an sein vollendetes Werk. Streitigkeiten darüber zeigen der Welt lediglich, dass Christ sein kein lohnendes Ziel ist. Jesus Christus betete dafür, dass wir alle eins sind, so wie er eins ist mit dem Vater. Nur so wird die Welt Christus erkennen und die Liebe Gottes. Wenn Jesus für die Einheit betet, wie können wir es wagen uns wegen verschiedener Perspektiven zu separieren? Es geht doch um IHN und nicht um uns und unsere Rechthaberei.

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