Christopher Street Day: „Lebendige Gemeinde“ kritisiert Stuttgarter Prälatin

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Gabriele Arnold (Foto: EMH / Jens Schmitt)
Die württembergische ChristusBewegung „Lebendige Gemeinde“ hat ihre Kritik an der Stuttgarter Prälatin Gabriele Arnold ausgeweitet. Es sei nicht mit ihrem Amt als Prälatin vereinbar, dass Arnold die Schirmherrinnenschaft beim „Christopher-Street-Day“ übernommen habe. Arnold selbst verteidigte ihre Entscheidung.
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Aufgrund seiner „extremen Formen“ und seiner Kommerzialisierung sei der „Christopher-Street-Day“ (CSD) selbst unter Homosexuellen „sehr umstritten“, heißt es in einer Stellungnahme der ChristusBewegung. Der CSD setze nicht nur Zeichen „gegen Diskriminierung“, was auch die Kirche teile, sondern sei auch eine teilweise „extrem sexualisierte Parade“, die einem kirchlichen Sexualethos kaum entspreche. Landesbischof July hatte sich von der „persönlichen Entscheidung“ der Prälatin „distanziert“.

Arnold erklärte in einer Stellungnahme, ihr sei es wichtig, „ein Signal für Akzeptanz und gegen Diskriminierung zu setzen.“ Deswegen unterstütze sie den Christopher-Street-Day gerne. „Die Kirche muss sich für Akzeptanz und Gleichberechtigung einsetzen“, so Arnold. Es sei nicht ihre Absicht, durch ihre Übernahme der Schirmherrinnenschaft des CSD den innerkirchlichen Prozess hinsichtlich der Segnung homosexueller Paare zu beeinflussen. Sie selbst plädiere für eine Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen, dies müssten jedoch die verfassungsgebenden Organe der Landeskirche entscheiden.

Die ChristusBewegung hingegen wirft Arnold vor, durch ihre Äußerungen im Interview mit der Stuttgarter Zeitung für eine „Eskalation“ der Debatte gesorgt und das Kollegium des Oberkirchenrates „brüskiert“ zu haben. Die Prälatin habe sich durch ihre Äußerungen als Mitglied der Kirchenleitung gegen geltendes Kirchenrecht gestellt. „Das halten wir für nicht akzeptabel“, kritisiert die ChristusBewegung. Die Ehe von Mann und Frau sei eine „einzigartige Schöpfungsgabe“, die unter Gottes besonderem Segen stehe. „Darum werden nur Ehepaare kirchlich getraut. Dazu hat die Kirche einen Auftrag, den sie seit Jahrhunderten erfüllt.“

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Die Synode der würtembergischen Landeskirche wird sich bei einem internen Studientag am 24. Juni mit der Segnung homosexueller Paare auseinandersetzen.

8 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Der schon in der Bibel angekündigte Abfall, schreitet zügig voran. Kirchenführer spotten und lästern dem Wort Gottes und seinen Ordnungen und Weisungen. Grund zum feiern gibt es im Jahr des Reformationsjubiläums wahrlich nicht. Die Kirchen feiern ökumenisch ihren Untergang!

  2. Wollte man die heutigte psychische Verfasstheit evangelischer Amtsträger in ein „Bild“ fassen, so wäre dies nach meiner Meinung eines, das Menschen zeigt, die ihren persönlichen , aber auch den kollektiven „Schatten“ bisher nicht so recht zu integrieren wussten. Geschieht die Integration des Schattens nicht, wird er auf Personen und Objekte außerhalb des eigenen Ichs projiziert. Bei Wikipedia ist hierzu zu lesen:

    Zur archetypischen Struktur in der Erscheinung kollektiven wie auch persönlichen Schattens in Träumen, Mythen und Erzählungen gehört sein Auftritt als Fremde(r), als Feind(in), als Rivale/Rivalin oder allgemein als eine dem Träumer bzw. Protagonisten negativ gesinnte Person. In aller Regel gehört jene dem gleichen Geschlecht an wie die Person selbst, unterscheidet sich von ihr aber häufig etwa durch ein anderes Temperament oder einen entgegengesetzten Lebensweg, durch eine andere Hautfarbe oder Nationalität. Meist geht von der Figur etwas Bedrohliches, ein Misstrauen oder etwas Furchterregendes aus. Nicht selten kommt es auch zu einem Kampf des Träumers mit der Figur, was auf zunächst unbewusster Stufe der Auseinandersetzung des Menschen mit seinem Schatten entspricht, aber auch mit einer bewussten Auseinandersetzung einhergehen kann. (https://de.wikipedia.org/wiki/Schatten_(Archetyp)#Pathologische_Folgen)

    Nun ist unter: https://www.elk-wue.de/wir/unsere-kirche/praelaturen/

    zu lesen, dass „die Aufgabe der Prälatin oder des Prälaten in der Visitation der Dekanatämter und Kirchenbezirke, der Seelsorge unter den Pfarrerinnen und Pfarrern und der Mitwirkung bei der Wiederbesetzung der Gemeindepfarrstellen besteht. Außerdem nehmen sie mit Stimmrecht an den Sitzungen des Kollegiums des Oberkirchenrats teil.“

    Damit wäre es gerade bei den Prälaten und Prälatinnen unabdingbar , dass sie sich des (persönlichen und kollektiven) Schattens nicht nur bewusst sind, sondern diese in positiver Weise integriert haben. Dies aber würde nach meiner Auffasung bedeuten, dass sie ein „Kapriolen schlagen“ nicht nötig hätten!

  3. Offensichtlich will die Prälatin mit aller Gewalt provozieren, um eine Kirchenspaltung zu erreichen. Dabei verwechselt sie Toleranz mit gezielter Zerstörung von Grundlagen einer funktionsfähigen Gesellschaft.

  4. Ich schieße auf jemanden, habe aber nicht die Absicht ihn zu verletzen.
    Frau Arnold, Sie SETZEN ein zustimmendes Zeichen für den CSD-Umgang mit Sexualität, wenn Sie die Schirmherrschaft übernehmen, auch wenn Sie das verbal 7 mal 70 mal abstreiten!
    Ist Ihnen das nicht klar?

  5. Irrweg

    Die protestantischen „Großkirchen“ begehen in diesem Jahr den 500. Jahrestag der Reformation durch den Augustiner-Mönch, Martin Luther. Doch entfernen sie sich selber immer weiter von Luthers großer Losung: „solo scriptura – allein die Schrift“. Als Luther seinerzeit die Reformation einer „entarteten“ katholischen Kirche forderte, da forderte er vor allem, die Rückbesinnung auf die unbedingte Wahrheit der Heiligen Schrift. Heute, 500 Jahre nach Luther, zerstören „moderne Bibelkritik“ und humanistische Strömungen innerhalb der Kirchen zunehmend Luthers Reformationswerk. Man hat sich offensichtlich tatsächlich dazu entschlossen Gottes Wort durch Humanismus zu ersetzen. Bitte keine Missverständnisse, nichts gegen Humanismus. Doch da, wo er Gottes Wort ersetzt, wird er zu einem fatalen Weg in die Irre! Jer. 6,10: „Zu wem soll ich noch reden und wen warnen, dass sie hören? Siehe, ihr Ohr ist unbeschnitten, und sie können nicht achtgeben. Siehe, das Wort des HERRN ist ihnen zum Hohn geworden, sie haben kein Gefallen daran“.

    • Sehr schöne Darstellung!
      Aber: Wer will Ihre Interpretation „zur Kenntnis“ nehmen, wer will Schlüsse daraus ziehen?
      Ich kann Ihnen nur „zurufen“:
      „Machen Sie weiter mit sachlicher Ansprache zu Problemen – dann gibt es wenigstens ein wenig „Gegenwind“ für die Anpasser an den Zeitgeist…

      „Mit der Zeit gehen – sonst geht man mit der Zeit“, ist ein Spruch, den ich als Kaufmann gelernt habe –
      das ist „weltlich“ – aber –
      Gott ist derselbe, gestern, heute und morgen!
      Da wird seine Wahrheit sicher nicht vom Zeitgeist aufgefressen!!!

      Gottes reicher Segen sei mit Ihnen!

  6. Mit einem „Aufruf gegen Diskriminierung“ und der Forderung nach „Toleranz“ hat man die schlagkräftigen Argumente, Gottes Ordnung auszuhebeln….
    „Sollte Gott das wirklich so gemeint haben?“ – fragte der Satan Eva…. Und der Erfolg?

    Wenn die unterschiedlichsten KirchenvertreterInnen nun heute „relativieren“, „Um der Toleranz Willen“ , frage ich mich „What would Jesus do“ – Was würde Jesus tun?
    Das – aus seiner, uns schriftlich überlieferten Sicht damals Falsche heute –
    weil der Zeitgeist nach Anpassung „ruft“,
    ändern – anpassen – und seine vormalige eindeutige Meinung dem sich „ändernden Zeitgeist“ anpassen?

    „Ich liebe Dich – aber ich liebe nicht alles, was Du tust!“, wird er den nach Toleranz lechzenden Fehlgeleiteten möglicherweise sagen…

    Und wie sollen wir uns dazu „einrichten“?

    Bequem auf dem Sofa – und uns einreden, dass UNS das nichts angeht?

    Schwierig…

    Am Arbeitsplatz (im Öffentlichen dienst) habe ich mir schon oft „die Schnute“ verbrannt –
    weil ich – im Gegensatz zu „Nicht-Lesern“ durchaus in der Bibel „lese“, was Gott ein Gräuel ist –
    und das auch als Meinung übernehme und laut sage – dem, der das hören will – oder auch nicht…

    Aber gleich geht ein Aufschrei „durch die Massen“, man sei „Menschenverächter“ und Intolerant…

    Dabei gebe ich nur Gottes Sicht zum Problem wieder…

  7. Ich bin selbst schwul und „kenne die Materie“. Ich bin auch Christ und traue mir auch diesbezüglich zu
    mit der „Materie“ vertraut zu sein. Es ist ein absolutes Unding, dass sich Frau Arnold für so einen Auflauf hergibt. Der CSD war zu Anfang pvokant (und wohl auch notwendig) weil er politisch ausgerichtet war und das Thema so in die Öffentlichkeit hineintragen wollte. Ob dieser Weg nun gut oder weniger gut war, darüber kann man streiten. ABER die heutigen CSDs sind nurmehr schrille Varianten eines obskuren Karnevals oder dessen kleiner Schwester, des Halloweens. Desweiteren herrscht innerhalb der Community wenig Sinn für Selbstreflektierung und Selbstkritik. Ich nahm früher gern an diesen CSDs teil -heute widern sie mich an und stossen mich ab. Sie repräsentieren mich als Menschen in keinster Weise.-genauso wenig wie es radikale, fundamentalistische Glaubensausrichtungen taten, die nicht den ganzen Menschen betrachteten, sondern nur das Gesetz.

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