Die Bischöfe Heinrich Bedford-Strohm und Reinhard Marx haben die Absage von Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen während der Corona-Pandemie erneut verteidigt.

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Die Kirche sei auch dem Schutz des Lebens und der Vermeidung von Infektionen verpflichtet gewesen, sagten die beiden Bischöfe am Montagabend bei einer Diskussion im BR-Fernsehen. Beide betonten gleichzeitig, trotz aller Beschränkungen müssten die Kirchen in der Krise nahe bei den Menschen sein und gesellschaftliche Gräben überwinden.

Es sei für sie ein großes Dilemma gewesen, dass Menschen am Anfang der Pandemie einsam gestorben seien, weil zu wenig Schutzkleidung zur Verfügung stand, sagte der bayerische Landesbischof Bedford-Strohm, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist. Nach einer gewissen „Schockstarre“ habe die Kirche allerdings reagiert und mit neuen digitalen Formaten oder der alten Postkarte Nähe zu den Menschen gesucht. Seelsorge beruhe jedoch in erster Linie auf dem persönlichen Kontakt zwischen Menschen.

Kardinal Reinhard Marx betonte, dass die Kirche Brücken bauen müsse in einer „globalen, kollektiven Krise“, wie sie die Menschen noch nie erlebt hätten. Die Pandemie habe allerdings Tendenzen beschleunigt, die bereits vorher unter der Decke gebrodelt hätten, sagte Marx, der bis zum Frühjahr auch Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz war.

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19 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Ich fand es beeindruckend, wie Bedford-Strohm den Vergleich mit der ersten Quarantäne der Menschheitsgeschichte, der Arche Noah, zog und wie Marx gleich darauf ansprang! 😉

  2. Das sind typische Antworten, die den Wert der persönlichen Gemeinschaft nicht erkennen. Dabei wären die Kirchenräume ausreichend groß, im unter Pandemie-Bedingungen Gottesdienste anzubieten. eine Vielzahl von Kirchen und Freikirchen beweisen das inzwischen weltweit. Ich erlebe solche Gottesdienste z. B. in Spanien, indem der Gottesdienstraum mit 30 % in Anspruch genommen werden kann. So können ca. 150 – 200 Personen teilnehmen. Zusätzlich wird ein Internet-Gottesdienst gesendet.

  3. Jesus ging zu den Kranken und Aussätzigen, legte die Hände auf und heilte sie. Den Blinden strich er seinen Speichel in die Augen. Den Lahmen am Badeort Bethesta sagte er ‚ nimm dein Bett und geh.
    Selbst auf dem Kölner Melatenfriedhof stand ein Lepra-Siechenhaus der Kirche! Gerade in der Pestepidemie stand die Kirche bei den Kranken und Sterbenden.
    Heute fürchten sich Priester und Leviten vor einem Grippevirus und verschanzen sich hinter Gesichtswindeln. Was würde Jesus heute sagen: ihr Kleingläubigen! Ihr Mietlinge, Ihr Otterngezücht, wo ist euer Glaube? Ihr sollt Hirten meiner Herde sein!

    • Wir respektieren ihre kritische Meinung. Einige ihrer Aussagen sind allerdings ein Schlag ins Gesicht derer, die kirchliche Besuchsdienste in Krankenhäusern und Seniorenheimen so weit irgend möglich trotz Corona durchführen, um sich um Kranke und Sterbende zu kümmern- wie es zum Beispiel in meiner Gemeinde organisiert wird. Dass sich Kirche verschanzen würde, ist unserer Meinung nach falsch. Herzliche Grüße, Daniel vom Jesus.de-Team

    • Richtig! Die Kirchen haben versagt.
      Wo bleibt die Barmherzigkeit und Nächstenliebe mit den alten Menschen, mit den Kindern und Familien, die unter den Corona-Maßnahmen leiden müssen? Wo bleibt der Widerstand der Kirchen?

      • Widerstand wogegen? Gegen Corona? Und wieso sind „die Kirchen“ schuld, wenn Familien nicht mehr besucht werden können? Kirche ist kein Ein-Mann-Betrieb, bei dem ein Einzelner alles leisten muss. sie lebt von der Mitarbeit aller!

    • Es macht einen sprachlos, wenn man diesen Unsinn liest. Jeder Mensch in unserem Land ist entweder ein Fest, eine Strafe oder ein Geschenk. Sie,Herr Jabs, sind eine Strafe.

  4. Man kann förmlich spüren wie den Kirchenfuersten ihr Urvertrauen in Gottes Kraft und Bewahrung entschwunden ist, falls es ueberhaupt je vorhanden war.Es spiegelt ja letztlich die gesamte Verkündigung und damit die Wortgetreue Umsetzung der heiligen Schrift wieder,die ja auch in wesentlichen Teilen verwässert oder ganz aufgegeben wurde. Den Kirchenmitglieder sei zu empfehlen eine der etlichen Freikirchen zu besuchen. Sie haben 1.umgesetzt was die Gesundheitsämter fordern, und 2. Sie kennen ihren Herrn und wissen, dass er gerade und auch in solchen Zeiten stets zu seinen Gemeinden und deren Flüsse steht, wenn sie Ihn den allmächtigen Gott beim Wort nehmen.

    • Schön, wenn es so wäre: In der Öffentlichkeit erschienen Freikirchen hauptsächlich als Corona-Hotspots – mit der Fastenfreizeit im Elsaß, mit den Baptisten in Frankfurt und in Bremerhafen. Die Presse hatte Gelegenheit, ausführlich über emotionale Gottesdienste mit Körperkontakt zu schreiben etc. Eine schöne „Stadt auf dem Berg!“ Leider nein, da kein Gehorsam gegenüber dem Haupt da ist, waren weder Licht noch Salz da.

      • dies war einmal.. lange her . Danach hat sich alles normalisiert und eingespielt.
        Wir , die evangelische Freikirche Köln ist von Anfang an klar nach dem vom Gesundheitsamt geforderten Vorgaben , seit 3.Mai 2020 live mit Gemeinde in 2 Gottesdiensten, und im livestream zu empfangen. Zudem können von uns auch Predigten bei Youtube aufgerufen werden.

        • Predigten im Livestream oder aufgezeichnet, via YouTube oder anderswo, gibt es in zahlreichen landeskirchlichen oder freikirchlichen Gemeinden. Viele Grüße, die Redaktion

  5. Watchman Nee schreibt, es gibt eigentlich nur zwei Arten der Sünde: Auflehnung und Anmaßung. „Auflehnung“ bezeichnet es, wenn man nicht tut, was Gott befiehlt, und „Anmaßung“ ein Handeln, ohne daß Gott dazu beauftragt hat.

    Beides ist die Ursache für die jetzige Krise von Kirche und Freikirche und kommt sehr deutlich bei den Aussagen der beiden Herren zum Ausdruck. Die Frage, a) warum der Herr die Welt und die Christenheit mit dem Virus geschlagen hat, bleibt unbeantwortet, ja ungestellt. Ebenso b) die Frage, was denn die Grundlage, die Ordnung, die Zielsetzung der Gemeinde ist. Die Antworten der beiden „Bischöfe“ (nicht zu verwechseln mit dem, was im Neuen Testament mit dem Begriff bezeichnet ist) würden für die AWO oder den Fuballverein passen – Christus kommt nicht vor. So gibt es auch c) keine Frage nach den Befehlen des Herrn in dieser Lage. Man ist sein eigener Herr, seit Jahrhunderten.

    • Die Frage a) führst Du schon selbst durch die Fragestellung ad absurdum. Damit begibst du Dich in die lange Reihe der Orakelpriester, die diese Pandemie mit „biblischen“ Argumenten zu erklären suchen. Wir leben in der Zeit des NEUEN Bundes! Das sollte doch inzwischen auch dem Letzten klar geworden sein! Dennoch wird immer wieder mit dem Alten Bund argumentiert. Und selbst dort zeigt Gott weit mehr Barmherzigkeit als viele Nachfolger Jesu heute!

  6. Und wieder einmal der typische Beißreflex wenn von den beiden großen Denominationen berichtet wird. Seid Ihr Kommentatoren Euch denn nicht zu schade dafür, Euch auf ein derartiges Niveau herunter zu begeben? Seid Ihr denn wirklich sooo viiel besser?

    Mir fallen dazu spontan zwei Bibelstellen ein:
    Johannes 8,7 und Matthäus 7,3-5

    Geht selber hin und macht es besser!

  7. Man kann die Kirche eh für vieles zu Recht kritisieren. Aber Corona hat auch die Kirche vor eine in unseren Jahrzehnten nie da gewesene Situation gestellt. Daher finde ich darf man über eine anfängliche Überforderung ruhig etwas hinwegsehen. Damit war sie in guter Gesellschaft von Politik, Wirtschaft, Kultur, von uns allen eigentlich – niemand wusste wo die Reise hingeht und man hat eben das Bestmögliche versucht. (was das bestmögliche ist, darüber gibt es natürlich so viele Meinungen wie Menschen) Gottesdienste abzusagen war aus damaliger Sicht eine logische Konsequenz, stattdessen gab es Livestreams und man hat damit gleichzeitig viel mehr Menschen erreicht. Leider hat auch die Seelsorge gelitten, das ist unbestritten traurig. Jetzt muss man eben in die Zukunft schauen und dafür sorgen dass die Kirche ihrem Auftrag nachkommt, ich habe den Eindruck man ist bemüht. Was ich nicht gut finde ist eine gewisse Überheblichkeit gegenüber dem Virus und seinen Folgen nach dem Motto „was fürchtet ihr euch als von Gott Berufene vor dem Virus, runter mit den Masken“ – derartiger Heroismus würde wohl ziemlich nach hinten los gehen. Die Kirche muss jetzt kreativ sein, und das tut ihr sicherlich gut da es bisher eh viel an Dynamik gefehlt hat. Da die Kirche nicht nur aus Entscheidungsträgern besteht ist jeder Gläubige eingeladen sich für seine Kirche zu engagieren und teil des kreativen Prozesses sein, bequem am Sofa zu kritisieren ist einfach.

  8. Hallo, leider habe ich von der Amtskirche in der Zeit der Krise nichts gemerkt, keine Mail, keine Karte, kein Gruß, wenn man nicht selbst in Aktion tritt, gibt es kaum ein zugehen auf die Menschen. Adressen sind bekannt. Der Brief fürs Ortsgeld kommt jedenfalls an. Ja richtig, wir leben im Erzgebirge auf dem Land, da ist man trotz dicker Internetleitung ohnehin abgehangen und organisiert sich ganz gut auch ohne Amtskirche
    Durch meine Arbeit habe ich ahnen können wie es hinter den Türen in Plattenbauwohnungen im Dresdner Süden zugeht.
    Haben diese Menschen geistigen Zuspruch erhalten durch eine Karte im Briefkasten?

    Viele Gläubigen, so auch ich im Ehrenamt, waren da die Amtskirche für mich nicht sichtbar!
    Hier wäre eine Öffentlichkeit notwendig gewesen die Licht bis in die dunkelste und verzweifeltste Ecke bringt.
    Es ist auch vertane Chance!
    Die Amtskirchen sind durchaus in der Lage ist Öffentlichkeit herzustellen, sei es Mittelmeer, Tempelberg oder Friday…

    @ Jesusteam in Sachsen (Dresden/Pirna) wurden Besuchsdienste in Krankenhäusern und Seniorenheimen abgesagt.
    Das möchte ich auch gar nicht kritisieren, da die Menschen die dort Dienst viele der Risikogruppe angehören.

    • Hallo Hans, die besuche waren hier natürlich auch phasenweise verboten. Es wurde improvisiert: Andacht im Hof, Teilnahme von den Balkonen aus. Später auch im Haus – mit Plexiglasscheibe dazwischen. Viele Grüße, Daniel vom Jesus.de-Team

    • Lieber Hans, sicher gab es solche Fälle. doch es gab auch Gegenbeispiele: Bei uns wurde z.B. schon zu Ostern ein Youtube-Kanal aus dem Boden gestampft und schon der Osternachtsgottesdienst, wenn auch mit ansonsten leerer Kirche, live im internet übertragen.. Seither ist die Übertragung der Gottesdienste per Livestream bei uns zur festen Instanz geworden. Viele, die sich immer noch nicht in die Kirchenräume trauen, nutzen bei uns dieses Angebot.

      Post von der Kirche gibt es bei uns regelmäßig, in unserer neuntausend-Einwohner-Kleinstadt in Oberfranken sogar von Ehrenamtlichen verteilt – selbst unsere Pfarrer machen mit. und erst diese Woche lag für meine Schwiegermutter eine kleine Aufmerksamkeit vom Team des Seniorennachmittags im Briefkasten.

      Doch da hätten wir auch schon ein Problem: Wenn etwas nicht funktioniert wie es soll bzw. gewünscht wird, dann ist es immer „die Amtskirche“, der die alleinige Schuld zugeschoben wird. Gerade im evangelischen Bereich ist „die Amtskirche“ ein Konstrukt, welches gerne verwendet wird, um seinen Unmut zu äußern. Dabei lebt Kirche immer von den Mitarbeitern. Wir haben bei uns das große Glück, dass wir genügend Ehrenamtliche haben, die aufgrund ihres Alters oder ihres Berufes dazu in der Lage sind, solche Dinge mal ben aus dem Hut zu zaubern. Gemeinden, in denen der Altersdurchschnitt deutlich höher ist, könnten damit Probleme haben, so dass auch Angebote durch Landeskirche oder EKD nur schleppend anlaufen.

      Doch überall gilt: Kirche lebt durch ihre Glieder. Genau genommen müsste jedes Mitglied, nimmt man die Bibel ernst, auch Mitarbeiter sein – und sei es „nur“ in der unmittelbaren Umgebung. Vergiss einfach mal „die Amtskirche“. vielleicht ist ja die eigene Gemeinde für Verbesserungsvorschläge dankbar?

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