Post-evangelikale Kreise grenzen sich dadurch ab, dass sie traditionelle Grenzen überschreiten – kulturell wie theologisch. Das Ergebnis, so beobachtet Christoph Schmieding von Mosaik Düsseldorf, ist eine zersplitterte freikirchliche Szene, in der sich homogene Wertegemeinschaften mit ähnlichem theologischen Verständnis und klarer Milieuzugehörigkeit herausgebildet haben. Das hat nicht etwa zu mehr Dialog geführt, sondern zu weniger.
„Einheit in Vielfalt“ lautet deshalb die Herausforderung der Zukunft. Und da könne man als Freikirchler von den Kirchen lernen: „Gerade die evangelischen Kirchen [zeigen] ein Integrationspotential, von der die zersprengte freikirchliche Landschaft oftmals nur träumen kann.“

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3 DIREKT-KOMMENTARE

  1. EINHEIT IN DER VIELFALT – ODER: GOTT IST GRÖßER ALS UNSERE HOFFNUNG

    Es kann letztlich nur eine Einheit in der Vielfalt geben. Niemand sagt, dass dies einfach ist oder übermorgen schon Wirklichkeit wird. Aber wenn wir Christen wirklich ein Zeugnis für die Welt sein möchten, müssen wir über unsere Gräben springen und über theologische Schluchten Brücken bauen. Was uns hoffentlich (fast) alle eint ist die Überzeugung, dass Gott G o t t ist, nicht erklärbar, nicht mit guten oder schlechten Launen bedacht wie ein Mensch, unendlich in Weisheit und Liebe sowie fähig und willens, einen Neuen Himmel und eine Neue Erde zu schaffen. Es kommt also alles wieder auf Anfang. Für mich ist das auch Hoffnung für diejenigen, für die es nach menschlichem Ermessen keine Hoffnung gibt. Woran wir (eigentlich) alle glauben ist, dass Jesus Christus nicht nur für mich, sondern für alle Welt und alle Menschen gekommen ist und für jeden Menschen, der je über die Erde ging, am Kreuz gestorben ist. Also beispielsweise auch für Judas.

    Es gibt zwei Hindernisse, über diese Glaubensüberzeugungen nicht ins Gespräch zu kommen. Entweder wenn wir meinen, Gott sei nur der Richter, der hinrichtet. Das würde die Möglichkeiten Gottes genauso schmälern wie eine liberale Vereinnahmung Gottes, der ihn gutmütig aber genauso machtlos auffasst. Es gibt diese Spannung, diese Zumutung, dass Gott die gesamte Schöpfung erlöst einerseits und andererseits, dass er Richter ist. Diesen Spagat müssen wir aushalten. Ich persönlich glaube (zwar nicht an eine billige Gnade, sondern) an eine letztliche Allversöhnung. Sie kommt dadurch zustände, dass alle Menschen sich am Ende aller Zeiten mit Gott versöhnen lassen. Wäre dies nicht so, bliebe die Welt für immer unerlöst. Es bleibt Gottes Geheimnis, wie Gericht und Gnade zu zwei Seiten einer Wirklichkeit werden. Alle Leute, die nicht an die Hölle glauben, sind zumeist aber davon überzeugt, dass wir sie seit unendlich langer Zeit hier auf Erden kultivieren. Christen die an die Hölle glauben kennen aber auch das Bibelwort, dass Jesus Christus die Schlüssel zur Hölle und zum Tode hat. Wozu hat jemand Schlüssel, wenn er nicht damit aufschließen will. Oder: Wozu ist jemand eingeschlossen, dem dann aber nicht herausgeholfen werden soll ?

  2. Einheit in Vielfalt ist eine Illusion, die auch in der evangelischen Kirche nicht funktioniert. Die einen glauben z.B., dass Gott seinen Sohn Jesus Christus als Sühneopfer für unsere Sünden gesandt hat. Andere glauben, dass Jesus nur ein guter Mensch war, der uns humanistische Lehren gepredigt und vorgelebt hat. Sünde würde es gar nicht geben. Als ein weiteres Beispiel könnte man z.B. die Ehe für alle anführen. Dieser unerträgliche Pluralismus führt dazu, dass immer mehr Menschen die Kirche verlassen. Soll das wirklich unser Vorbild sein?

    Echte Einheit ist nur möglich, wenn wir Jesus Christus als Herrn anerkennen und uns alle, egal ob Landes- oder Freikirchler, anhand des Wortes Gottes (Der Bibel) korrigieren lassen.

    Sein Wort ist unseres Fußes Leuchte…

    • Lieber Dirk Grote !
      Nein: Es gibt mE nur den Weg einer Einheit in der Vielfalt. Allerdings darf man nicht unterstellen, es gäbe keine Grenzen dessen, was gemeinsam und zentral als christlicher Glauben angesehen wird. Aber darüber, was uns wirklich wichtig ist, muss ein gemeinsames Gespräch möglich sein und man sollte auch nicht so tun, als würde es überhaupt nicht geführt. Für mich ist zentral die Person und Sendung Jesu Christi, also sein Leben, sein Reden, sein Tun, sein Sterben und seine Auferstehung für das Heil der Welt und aller Folgerungen hieraus. Aber an Jesus Christus gibt es so viele Facetten und es gibt ganz viele Kirchen, weil es unterschiedliche Menschen, Traditionen und individuell auch unterschiedliche Zugänge zum Glauben gibt. Einheit und Dynamik sind wichtig. Wenn wir nach aussen hin zu stark betonen, wie uneins die Christenheit ist, setzen wir verheerende Zeichen. Man darf die Wahrheit sagen ohne zu lügen. Im übrigen ist der Christ das Gegenteil von perfekt, denn er weiss, dass Liebe und Gnade Gottes immer ein unverdientes Geschenk ist. Frohe Weihnachten !

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