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Der Lutherische Weltbund (LWB) hat die Gewalt der Regierungstruppen gegen die Bevölkerung im Südsudan sowie ethnische Säuberungen im Land scharf verurteilt.

 Der Kirchenbund forderte die internationale Gemeinschaft am Dienstagabend in Genf zum Eingreifen auf. UN und Afrikanische Union müssten die Feindseligkeiten stoppen und die Zivilbevölkerung schützen, hieß es in einer Erklärung. Humanitären Helfern sei «Zugang in alle Teile des Sudans und insbesondere in Südkordofan zu ermöglichen».

 Der LWB-Rat, Leitungsgremium der kirchlichen Dachorganisation, habe sich von der «schweren humanitären Katastrophe» berichten lassen, die sich wenige Wochen vor der geplanten Unabhängigkeit des Südsudans in der Grenzregion Südkordofan abzeichne, so hieß es. Geschätzte 300.000 Menschen seien vom Militär umlagert, von Hilfslieferungen abgeschnitten und außerstande, den Kämpfen zu entkommen. Ein Großteil der Bevölkerung von Kadugli, der Hauptstadt von Südkordofan, sei auf der Flucht.

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 Augenzeugen zufolge gingen Regierungstruppen von Haus zu Haus, um mutmaßliche Sympathisanten der Opposition herauszuholen und mitunter an Ort und Stelle zu töten. In einem Fall seien Zivilisten, die bei der UN-Mission im Sudan (UNMIS) Zuflucht gesucht hätten, von dort «weggezerrt und vor den Augen der UN-Mitarbeitenden getötet worden», berichtete der namibische Bischof Zephania Kameeta, Vorsitzender des LWB-Programm-Ausschusses für Internationale Angelegenheiten und Menschenrechte. Dies deute auf eine erneute ethnische Säuberung durch die Regierung des Sudan hin.

 Am 9. Juli wird der ölreiche Südsudan offiziell unabhängig. Er ist vorwiegend die Heimat von Christen und Anhängern afrikanischer Religionen, während der Norden islamisch-arabisch geprägt ist. In der Grenzregion Südkordofan kam es in den vergangenen Wochen zu blutigen Auseinandersetzungen.

(Quelle: epd)