Für ein Amerika „mit Gottvertrauen“: Kanye West will US-Präsident werden

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Kanye West vor lila Hintergrund.
Kanye West, Foto: picture alliance / AP Photo / Michael Wyke

Nachdem der US-Rapper Kanye West im vergangenen Jahr mit einem christlichen Album Schlagzeilen gemacht hat, ist er nun erneut in den Medien: Er will Trumps Nachfolger werden.

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Der milliardenschwere Musiker und Unternehmer Kanye West ist nicht gerade für seine Bescheidenheit bekannt. Jetzt hat er auf der Social-Media-Plattform Twitter verkündet: Er möchte Amerikas nächster Regierungschef werden: „Wir müssen jetzt das Versprechen Amerikas realisieren, indem wir Gott vertrauen, unsere Vision vereinen und unsere Zukunft errichten. Ich kandidiere als Präsident der Vereinigten Staaten“, schrieb er am Unabhängigkeitstag.

Gerade der Verweis auf Gott überrascht nicht, hat sich West in den vergangenen Monaten doch immer wieder als Christ bezeichnet. Schlagzeilen machte im Oktober 2019 sein Album „Jesus is King“. Die halbstündige Platte ist ein musikalischer Gottesdienst. „Du wirst niemals mehr der gleiche sein, wenn du Jesus‘ Namen rufst. Hör auf die Worte, die ich sage: Jesus hat mich gerettet, jetzt bin ich gesund“, singt er darin. So recht glauben wollten viele dem Sinneswandel des Skandalrappers damals nicht. Doch der Musiker blieb seinem Glaubenskurs treu, veranstaltete Gottesdienste und kündigte vor wenigen Wochen sein neues Album an: „God’s Country“.

Voller christlicher Metaphorik

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Die erste Single daraus ist erneut voll von christlicher Metaphorik. Nicht nur der Titel „Wash us in the Blood“ (deutsch: „Reinige uns im Blut“) verweist auf die Bibel. Auch Zeilen wie „Holy Spirit, come down“ („Heiliger Geist, komm [auf uns] herunter“) zeigen: Der Musiker meint es ernst mit dem Glauben.

Und nun also die Kandidatur zum Präsidenten. Das hatte er 2015 schon bei den MTV Awards angekündigt. Jetzt will er – will man Twitter glauben – ernst machen. Er würde in diesem Jahr damit gegen Joe Biden und Donald Trump antreten. Tatsächlich galt Kanye West bis zum letzten Jahr noch als Unterstützer Trumps. Er besuchte den amtierenden Präsidenten sogar im Weißen Haus. Doch 2019 war damit Schluss, der Rapper behauptete, es sei alles nur Show gewesen.

Unterstützung für die Präsidentschaft bekommt der Christ von prominenter Seite. Seine Frau Kim Kardashian-West teilte den Post ihres Mannes mit einer Amerika-Flagge. Auch der Unternehmer Elon Musk, unter anderem bekannt für das Raumfahrtunternehmen SpaceX und die Automobilfirma Tesla, kommentierte: „Du hast meine volle Unterstützung!“ In diesem Jahr könnte die Präsidentschaftskandidatur allerdings knapp werden, sind die Wahlen doch schon im November. Und bisher hat West weder Kampagne noch Wahlprogramm. (nate)

4 DIREKT-KOMMENTARE

    • Das lässt das amerikanische Wahlrecht nicht zu. West müsste sich in den Vorwahlen gegen Trump durchsetzen um dann gegen Biden anzutreten. Das ist jedoch ziemlich unrealistisch.

      • Die Vorwahlen sind nahezu vorbei. Er muss daher als Unabhängiger antreten. Was in den USA nicht unüblich ist, es sind eigentlich immer mehr als die 2 Kandidaten, nur berichtet wegen der Chancenlosigkeit der anderen über diese kaum jemand. Es sei denn, der 3. ist ein Ausnahmekandidat (wie es. z.B. Bloomberg gewesen wäre, wenn er unabhängig angetreten wäre)

        Wenn West Trump ein paar Stimmen abnimmt, soll es mir Recht sein. Sie haben ein ähnliches Wählerklientel.

  1. Inzwischen ist klar, dass das eine „nette“ PR-Aktion ist (was ich übrigens bei seiner (der der seiner Frau) persönlichen christlicher Erweckung auch nicht ausschließen würde). Die Anmeldefrist für die Kandidatur ist bereits in mehreren Bundesstaaten abgelaufen. was ihn von entsprechenden Wahl-Veranstaltungen aber nicht abhält.

    So bleibt man im Gespräch und erschließt neue Kundenkreise.

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