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Warum wir Gott auch in schweren Zeiten vertrauen dürfen

Oft verstehen wir Gottes Wege nicht. Trotzdem dürfen wir Gott vertrauen. Pastor Moor Jovanovski erklärt, was ihm dabei hilft.

Wer kennt das nicht: Man macht Pläne und dann passiert das Leben. Manches Mal startet man mit den besten Absichten, man ist gut vorbereitet und voller Vorfreude, doch es kommt völlig anders. Anders ist nicht immer schlechter, aber es kann auch herausfordernd sein, und dann muss man sich wieder fangen und neu positionieren. Gerade auch, wenn man in besonderer Weise nach dem Willen und den Gedanken Gottes in seinem persönlichen Leben fragt.

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Mit Gott im Widerstreit?

Ich persönlich frage nach den Gedanken Gottes in meinem Leben, weil ich davon überzeugt bin, dass sie besser sind als meine eigenen. Doch das ist nicht immer so einfach. Die Herausforderung ist, dass sich meine Erwartungen und Wünsche immer wieder von dem entfernen, was die Gedanken Gottes zu sein scheinen. Das kann dann kompliziert werden, wenn das Gefühl entsteht, dass hier zwei Lebensmodelle konkurrieren. Es soll schließlich nicht darum gehen, mit Gott im Widerstreit zu stehen und irgendwann frustriert zu sein, weil sich beides scheinbar nicht vereinen lässt.

Sich mit Gott anzulegen, ist keine gute Idee, denn ich müsste grundsätzlich den Kürzeren ziehen. Dann könnte man die ganze Sache gleich sein lassen und hoffen, dass täglich ein Zettel vom Himmel fällt, der mir genaue Anweisungen für den Tag und das Leben gibt. Aber soll so das christliche Leben aussehen? Oder wie sollen wir mit diesem scheinbaren Wettstreit umgehen?

Mit leerem Herzen am Grab

Es gibt Schicksalsschläge oder Verluste, die über uns hereinbrechen. Wir werden nicht gefragt, sondern damit konfrontiert. Und oft genug gibt es dafür weder Erklärungen noch einen Hebel, etwas dagegen zu tun. Gleichzeitig gibt es aber auch Krisen, die eher etwas mit unseren Erwartungen zu tun haben. Könnte es sein, dass wir es uns manchmal selbst schwerer machen, als es eigentlich ist? Könnte es sein, dass ein Gefühl der Benachteiligung daraus resultiert, dass wir für uns den Anspruch auf ein perfektes Leben reklamieren?

Persönlich glaube ich – etwas drastischer formuliert –, dass unser unberechtigter Anspruch auf ein konfliktfreies Leben uns das Leben schwer macht. Das ist natürlich eine steile These. Dabei sollten wir eines nicht vergessen: Das Leben ist ein Geschenk. Das Leben ist nicht immer einfach – völlig klar. Aber es ist ein Geschenk. Es ist etwas, das gut ist. Das Leben zu leben, ist etwas Schönes.

Als Pastor und Seelsorger kenne ich natürlich eine Reihe von Gegenargumenten. Ich bin in den vergangenen über zwanzig Jahren mit sehr vielen Ungereimtheiten konfrontiert gewesen. Auch in meinem eigenen Leben. Dadurch bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass man in Bezug auf die Herausforderungen des Lebens nicht auf alles eine Antwort haben kann. Um es deutlich zu sagen: Ich habe schon mit einem leeren Herzen an einem Grab gestanden und weder Gott noch das Leben verstanden. Antworten habe ich bis heute nicht.

Ein innerer Blick auf Gott

Glücklicherweise geht es im Leben aber nicht nur um Extreme, weshalb ich der Meinung bin, dass man sich im Grunde als beschenkt betrachten darf. Um die Ungereimtheiten im Leben einigermaßen einzuordnen, hilft mir eine Aussage von Paulus, die ich näher betrachten möchte. Er schreibt in seinem Brief an die Gemeinde in Rom, dass alles im Leben zum Besten dient.

Im Wortlaut in Kapitel 8, Vers 28, heißt es: „Eines aber wissen wir: Alles trägt zum Besten derer bei, die Gott lieben; sie sind ja in Übereinstimmung mit seinem Plan berufen“ (Neue Genfer Übersetzung). In dieser Aussage finden sich die wesentlichen Elemente wieder: die Gedanken Gottes zum Leben – „nach seinem Plan berufen“ –, die Ereignisse des Lebens – „alles“ – und die menschliche Beziehung zu Gott – „Gott lieben“. Ergänzend ist wichtig, den Zusammenhang, in dem Paulus das schreibt, näher zu betrachten.

Paulus macht eine qualifizierende Aussage zu den nicht kontrollierbaren Ereignissen in der Schöpfung und bei Menschen. Er gründet seine Aussage auf das Prinzip der Hoffnung: Hoffnung auf etwas, das man nicht sieht, von dem man aber weiß, dass es kommen wird. Er formuliert es ungefähr so: Gott wird etwas sichtbar und erfahrbar werden lassen, damit Leiden und Krisen im Leben nicht mehr so stark ins Gewicht fallen werden (vgl. Römer 8,18). Und dieses „Etwas“ ist eine Sicht auf die Größe und Bedeutung, die Herrlichkeit Gottes, die demnach alles andere verblassen lässt. Als würde ein innerer Blick auf ihn alles wieder geraderücken.

Um noch ein wenig mehr über die Zusammenhänge und Bedeutungen zu erfahren, lohnt sich ein Blick in die griechische Sprache, in der Paulus schreibt. Paulus verwendet hier das Wort synergía, das auch im Deutschen als „Synergie“ geläufig ist. Unter „Synergie“ versteht man das Zusammenwirken verschiedener Kräfte oder Dinge, die sich schließlich gegenseitig fördern und nutzen. Paulus meint also, dass alles oder alle Dinge zum Besten beitragen. Ich möchte es mal so sagen: Es gibt zwar nicht für alles eine Antwort, aber offensichtlich eine Synergie.

Auf Gott vertrauen lernen

Betrachte ich die Ereignisse meines Lebens vor dem Hintergrund möglicher Synergien, öffnet sich mir eine neue, weite Gedankenwelt. Denn Paulus qualifiziert die Dinge nicht. Er sagt nicht, dass nur die guten Dinge diese Synergie mit sich bringen würden. Er behauptet, dass alle Dinge dies tun. Das würde bedeuten, dass in den Kategorien von „gut” und „schlecht” eine Vereinbarkeit entsteht. Das wiederum hätte Auswirkungen auf die Beziehung von uns Menschen zu Gott, denn das „Gott lieben” würde nicht mehr durch die Herausforderungen des Lebens gestört oder torpediert werden.

Das würde auch bedeuten, dass ich mich für die Gedanken und Pläne Gottes öffnen könnte. Auch, weil ich dadurch einsehen kann, dass ich eine Synergie oft erst im Nachhinein erkennen kann, sie von Gott aber gegebenenfalls schon beabsichtigt war. Der vielen Christen bekannte Satz „Gottes Gedanken sind nicht menschliche Gedanken” (vgl. Jesaja 55,8) bekäme hier noch eine zusätzliche Legitimation.

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Ich schreibe das bewusst in der Möglichkeitsform, denn nicht immer sind solche Linien des göttlichen Handelns so direkt und klar erkennbar. Wozu ich jedoch wirklich Mut machen möchte, ist, sich auf eine neue Sichtweise einzulassen, wenn die Dinge des Lebens einmal anders und herausfordernder laufen, als einem lieb ist:

Den Mut zu haben, an der Liebe zu Gott festzuhalten und um seine Überzeugung zu kämpfen, dass es zu einer Synergie kommen wird. Den Mut zu haben, ungebrochen den Plänen und Gedanken Gottes zu vertrauen. Den Mut zu haben, den Krisen und existenziellen Fragen zu begegnen, weil man davon ausgeht, dass Gott nichts von seiner Bedeutung einbüßt. Zu wissen, dass man auch mit einem leeren Herzen mutig sein kann. Den Mut zu haben, darauf zu vertrauen: Es gibt für alles eine Synergie.

Wenn man nach den Synergien der Ereignisse im Leben Ausschau hält, kann das Leben leichter gelingen. Ich denke, dass man Hoffnung auch so konkretisieren und definieren kann. Ich stehe zu dieser Grundannahme, ohne blauäugig durchs Leben zu gehen.

Grund zur Hoffnung

Es gibt keinen Zettel vom Himmel, und eigentlich braucht man diesen auch nicht. Man kann verantwortungsvoll leben und Entscheidungen treffen, weil man auf den Erfahrungen, die man mit Gott gemacht hat, aufbauen darf. Jedes sich synchronisierende Ereignis der Vergangenheit trägt das Potenzial in sich, mich kompetent für das Leben zu machen. Auch für die nicht vorhersehbaren und schmerzhaften Ereignisse im Leben.

Ich kann den Erfahrungen, die ich mit Gott gemacht habe, Vertrauen schenken, weil sie mir immer ein Stück mehr zeigen, wie Gott ist und dass ich mich auf ihn verlassen kann. Es wird sicher dabei bleiben, dass einige Fragen unbeantwortet bleiben. Aber wir müssen uns als Menschen eingestehen, dass wir trotz aller Möglichkeiten begrenzt sind. Auch beim Versuch, das Leben zu verstehen.

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Es ist ohnehin unmöglich, Gott in Gänze zu verstehen. Wenn man aber davon ausgehen kann, dass es Grund zum Hoffen und Vertrauen gibt, weil es das Prinzip der Synergie in meinem Leben gibt, hilft mir das in meinem Leben mit Gott. Und auch im Umgang mit den Ereignissen, die ich mir nicht ausgesucht habe und die ich mir so nicht aussuchen würde.

Moor Jovanovski ist Pastor im Bund freikirchlicher Pfingstgemeinden (BfP).



Cover von Family Maganzin 6/25

Dieser Artikel ist in der Zeitschrift Family erschienen. Family ist ein Angebot des SCM Bundes-Verlags, zu dem auch Jesus.de gehört.

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4 Kommentare

  1. Ich darf Gott IMMER vertrauen

    Pastor Moor Jovanovski hat in der Sprache des Pastors und des guten Theologen faktisch alles geschrieben, was es da auch zu schreiben gibt. Ich will versuchen das Thema kurz mit einigen Punkten zusammen zu fassen. Dabei gilt die Aussage vieler Kirchen und Glaubenstraditionen, auch jener der Evangelikalen: Gottes Wort ist immer Gotteswort als Menschenwort. Wird dürfen/müssen daher die Bibel am Neuen Testament auslegen.

    ERSTENS Ich kann Wahrheit über Gott nur wie im dunklen Spiegel kaum erkennen. Im Himmel werden wir den ganzen Sinn des Lebens sehen.
    ZWEITENS Deshalb schickte Gott seinen Messias Jesus Christus, (ein Mensch in dem Gott völlig enthalten war) und Angesicht von Gottes Liebe ist.
    DRITTENS Jesus ist für die Sünde der ganzen Welt (der Menschen), also aller Menschen gestorben, daher alle Sünden der Menschen sind vergeben.
    VIERTENS Ich weiß daher, dass ich nie tiefer fallen kann als in die Hand Gottes, weil Gott mich so liebt, als ob ich der einzige Mensch auf Erden sei.
    FÜNFTENS Der Glaube ist keine herkömmliche Wissenschaft, in der man Theorien und Formeln aufstellen kann und nur Beweise Gültigkeit haben.
    SECHSTENS Der Glaube ist sehr großes Vertrauen in Gott und bedeutet nach jüdischer und unserer Bibel: Gott, den Nächsten und sich zu lieben.
    SIEBTENS Gott ist in allen Dingen und alle Dinge sind in Gott. In allem, der Natur, in jedem Menschen, Tieren und Pflanzen begegne ich stets Gott.
    ACHTENS Gott hat uns nach seinem Bilde geschaffen, nach dem Stempelabdruck seiner Liebe. Wir sind (bildlich) Geist dann aus seinem Geiste.
    NEUNTENS Wir sind verantwortlich für alles was wir tun oder lassen. Diese Verantwortung geht so weit, dass Gott das Böse von Menschen zulässt.
    ZEHNTENS Ich darf Gott von ganzen Herzen lieben, immer mit ihm sprechen, ihn um alles bitten, immer aus der Vergebung leben und vertrauen.
    Niemand kann das Problem im Rahmen irdischer Schulaufgaben lösen, dass das Kreuz jede Sünde aller Menschen tilgt. Dies ist Aufgabe Gottes.

  2. Jesus Christus verschleudert Seine Verheißungen nicht im Sonderangebot, zwei Beispiele
    Glaubensprüfung bei Hiob und Hindernisse bei Paulus (2. Korinther 11, 22-29).

    • Kritik von Claus F. Dieterle ist unverständlich

      Sollte ich gemeint sein, dass Gott Seine Verheißungen nicht im Sonderangebot verschleudert, mit Blick auf Hiob und Paulus im 2. Korintherbrief, kann ich dies aus meinen 10 Punkten nicht herauslesen. Es war nur der Versuch, das Thema im Text kurz zu halten, Ich bin auch nicht immun gegen andere Argumente und behaupte nie irrtumlos zu sein. Normalerweise muss niemand grundsätzlich seine Äußerungen für Frömmigkeit begründen, aber weil es bei jesus.de doch um Kommunikation und Diskussion geht, darf es auch ein wenig Apologetik sein, d. h. gute Gründe für gutes Vertrauen in Gott. Denn auch in den Briefen des Neuen Testamentes wird der Glaube immer begründet, zumindest aber hier mit eigenen Glaubenserfahrungen. Ich selbst verstehe mich nicht als strikter Anhänger einer Glaubenstradition, bin nicht Evangelikaler, Charismatiker und Moderner Theologie. Es muss aber auch nach 2000 Jahre Christentum erlaubt sein, das von Gott geschenkte große Gehirn gut zu benutzen, aber dann lange Jahrhunderte des Christentums kritisch zu sehen und aus jenen Erfahrungen gut zu lernen. Oft wurde auch in der Kirchengeschichte Nächstenliebe brutal mit falschem Eifer, Gewalt und mit dem Bringen des Todes verwechselt. Heute muss erlaubt sein, niemals als Christ seinen Verstand nur beim Küster abzugeben. Wer die Bergpredigt liebt muss wissen und vertrauen, dass Gott der liebevolle Schöpfer jedes Menschen ist, seit wir von den Bäumen stiegen. Dass setzt voraus, wenn Jesus am Kreuz, dann ebenso für die Schuld der ganzen Welt gestorben ist und nicht nur für die Frommen. Er müsste also hier anders als wir denken, nämlich göttlich sein. Dann muss die Bibel ausgelegt werden an Werk und Person Jesu. Sie ist auch eine heute dringend gebotene Friedensbotschaft. Gott sei es gelobt, sind Sie ja nicht einer der eifrigen Kirchenkritiker in der Jetztzeit, die in Noch-Volkskirchen Abfall vom wahren Glauben sehen. Aber eine Masse und Menge von Menschen ist nie Anhaltspunkt pauschaler Ungläubigkeit. Gottvergessenheit gibt es seit 3000 Jahren immer. Rolf-Dieter Mucke hat recht: „Wir reifen an Krisen“. Aber krisenlose Zeiten in der Kulturgeschichte gibt es nicht und baldiger Weltuntergang wird schon seit Jesu Zeiten vorhergesagt und war auch im Mittelalter fast bereits Trost.
      .

  3. Was heißt hier „auch in schweren Zeiten“ dürfen wir GOTT vertrauen !!! Gerade in schweren Zeiten, lernen wir am meisten über uns selbst, wo wir wirklich stehen, was wir wirklich glauben und worauf es wirklich ankommt. Wir reifen i.d.R. nur durch Probleme-Krisen und Leid. In sogen. guten Tagen lernen wir wenig bis nix … Außerdem bereiten und schwere Tage auf die gr. Prüfungen vor, daß wir hoffentlich Überwinder sein werden, wenn wir um CHRISTUS willen leiden müssen > wie das ja schon in 3/4 der Welt der Fall durch Verfolgung etc. der Fall ist …

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