Wie glaubt ... ?

Margot Käßmann: „Liebet eure Feinde“

Das Lukasevangelium ist das Lieblingsbibelbuch der ehemaligen EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann. Jesu Auftrag zur Feindesliebe hält sie für das Schwierigste, was er uns hinterlassen hat.

1. Was ist Ihr Lieblingsbuch aus der Bibel? Warum? 

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Das Lukasevangelium. Der Evangelist ist so ein wunderbarer Erzähler! Über seine Texte lässt sich wunderbar predigen.

2. Wenn Jesus bei Ihnen zum Essen vorbeikommen würde, was würden Sie kochen?

Vorneweg ein paar Oliven. Und dann eine vegetarische Quiche mit Salat. Ein leichtes Essen, bei dem sich gut reden lässt.

3. Was ist Ihr Zugang zu Gott? 

Das Gebet. So bin ich mit Gott im Gespräch über die Freuden und Sorgen des Lebens.

4. Welches Glaubensthema beschäftigt Sie in letzter Zeit? Warum? 

„Liebet Eure Feinde“. Martin Luther King hat gesagt, es sei das Schwerste, was Jesus uns hinterlassen hat. Wenn ich all die Feindbilder sehe, ist das eine sehr aktuelle Herausforderung.

5. Wofür leben Sie?

Ich sehe das Leben als geschenkte Zeit. Und ich versuche, sie so sinnvoll wie möglich zu nutzen. Vor allem für meine vier Töchter und sieben Enkelkinder bin ich dankbar.

Dieses Interview ist Teil unserer Serie „Wie glaubt … ? 5 Fragen, 5 Antworten“. Wir haben bekannten Christinnen und Christen Fragen zum Glauben gestellt. Unter anderem Ulrich Parzany und Margot Käßmann.


Margot Käßmanns neues Buch „Vergebung – die befreiende Kraft des Neuanfangs“ ist im bene!-Verlag erschienen.

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2 Kommentare

  1. …..Feinde lieben? Wer ist mein Feind-wer mein Freund?
    Ich glaube es gibt nur einen tatsächlichen -Feind-und das ist der Teufel(Satan)selbst.
    Es gibt eine gute Seite in uns und eine Schlechte.
    Menschlich gesehen….
    Und unsere Gedanken….vorerst denke ich , dass der Krieg in unseren Gedanken stattfindet, und ein Gedanke dem Nächsten folgt und daraus ergeben sich manchmal Handlungen- die sind dann gut oder nicht so gut.
    Und dabei können Missverständnisse, Streit und Unfrieden entstehen.
    Und ich glaube, dass häufig unsere eigenen Gedanken unsere Feinde sind, wenn wir sie nicht mit Jesus seinen Worten füllen.
    Denn das Wort schenkt neue Gedanken….Gedanken des Friedens.
    Und trotzdem ist es so so schwer Gedanken zu kontrollieren aus menschlicher Sicht, wenn man verletzt wird.
    Deshalb sagte Jesus, segnet eure Feinde.
    Gleich=liebet eure Feinde!
    Echt ein Prozess….mit Jesus

    Ich kann nicht sofort einen Menschen lieben und vergeben, der mich sehr verletzt hat….
    Vergebung ist echt ein großes Thema und sollte aus dem Herzen und aus Liebe sein.
    Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst….wer ist dein Nächster?
    Meine Nachbarin…..da hab ich lange gebraucht, sie mit Jesus seiner Liebe zu lieben…menschlich gesehen hätte ich das nicht können.
    Lieber Papa Gott hilf mir meine Feinde zu lieben….bitte hilf mir….ich hab da so meine Schwierigkeiten, sie zu lieben…..hilf mir.
    Danke Papa Gott

    Ich grüße euch ganz lieb
    Meike

  2. Intelligente Feindesliebe

    „Liebet Eure Feinde“. Martin Luther King hat gesagt, es sei das Schwerste, was Jesus uns hinterlassen hat. Wenn ich all die Feindbilder sehe, ist das eine sehr aktuelle Herausforderung“! Da sind wir uns als Christinnen und Christen sicherlich einig. Meines Erachtens macht nur eine intelligente Feindesliebe Sinn, wenn dieses eigentlich unserer Natur entgegengesetzte Bestreben in wirkliche Ethik sowie Strategien und Handlungen führt. Denn die Feindesliebe darf ja nicht dazu führen, dass sich Menschen versklaven, unterdrücken und dem Recht auf Notwehr verlustig erklären sollen. Der uns so nahe gekommene Krieg in der Ukraine macht dies deutlich. Die Bergpredigt verkündet durch Jesus Christus ja nicht nur den Frieden und die Barmherzigkeit, sondern auch eine sehr notwendige Gerechtigkeit.

    Vielleicht bedeutet Feindesliebe, mit diesen diplomatische Kontakte aufzunehmen (also einfach überhaupt in einen Diskurs einzutreten), auch unter Umständen möglich zu machen ihre wahren Beweggründe zu erfahren und dann in einem eher langfristigen Prozess Feinde zu Mitmenschen zu machen, mit dem Ziel dass sie auch Freunde werden könnten. Diese Bemühungen müssten also auf der Ebene der Staaten stattfinden. Versöhnung war auch möglich wegen der tiefen Wunden, die diese furchtbare Rassentrennung in Südafrika eingerissen hat, durch die Versöhnungskomitees.

    Auf der zwischenmenschlichen Ebene könnte Charakterstärke bedeuten, auch einmal die andere Wange hinzuhalten: Also eine Aggression nicht mit einer Gegenaggression zu beantworten, und damit die endlose Ketten von Zorn und Hass zu unterbrechen. Es ist geradezu atemberaubend, dass die Bergpredigt mit ihrer tiefen Ethik, schon vor 2000 Jahren und auch durch Jesus Christus, an alle Menschen und Staaten dieser Welt gerichtet ist. So wie auch Gott Jesus gesandt hat, um sein Versöhnungs- und Erlösungswerk für jeden Menschen durchzuführen.

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