Christen in Jerusalem (epd-Bild: Debbie Hill).
Israelische Politiker erwägen eine Wehrpflicht für arabische Christen. Der evangelische Propst von Jerusalem, Wolfgang Schmidt, hält dagegen: Die individuelle Entscheidung solle jedem selbst überlassen bleiben.
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Angesichts der zunehmenden Verfolgung von Christen im Nahen Osten, vor allem in Ägypten, Syrien und dem Irak, begrüßen auch Teile der christlichen Gemeinde in Israel diese Initiative. Ihre Begründung ist, dass Israel zu den wenigen Ländern in der Region gehört, in denen Christen in Frieden leben können. Die Christen in Israel „genießen im Vergleich zu anderen Ländern der Region relativ sichere Lebensverhältnisse“, betonte Schmidt. Allerdings bestehe die Gefahr, „die arabische Minderheit in diesem Land auseinanderzudividieren“, befürchtet der Pfarrer. Daher gehe die Kirche auf Abstand zum Pflichtdienst an der Waffe – und das obwohl Frieden nicht in Sicht ist.

Die Chancen für Versöhnung zwischen Israel und den Palästinensern sieht Schmidt nach fünf Jahren im Heiligen Land nüchtern. „Ich bin mit hohen Erwartungen gekommen, die sich im Laufe der Zeit als Illusion herausstellten.“ Auch von den jüngsten Bemühungen des US-Präsidenten Donald Trump erwartet sich der Propst nach eigenen Worten nicht viel.