Harsche Töne musste Bischof Hans-Jürgen Abromeit nach seiner Israel-Rede bei der Allianzkonferenz vor wenigen Wochen ertragen. Nun gerät er damit erneut in die Kritik.

Von Nathanael Ullmann

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und der Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen haben bei einem gemeinsamen Treffen scharfe Kritik an der Position von Hans-Jürgen Abromeit, dem Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern, geäußert. Nach Ansicht von Kirche und Verband habe Abromeit „eine inakzeptable Negativzeichnung des Zionismus vorgetragen“, wie die EKHN berichtet.

Auch Abromeits Interpretation biblischer Texte lehnten die Vertreter ab: „Weder sollten die Texte des Neuen Testaments als Überbietung des Alten Testaments verstanden werden, noch  sollten sie als Aufhebung der Verheißung des Landes an das Volk Israel gelesen werden“, heißt es in der Mitteilung. Zukünftig sollen weitere Anstrengungen unternommen werden, um in der Ausbildung Theologinnen und Theologen sowie Prädikantinnen und Prädikanten ein „angemessenes Verständnis des Judentums“ zu verankern.

Kritik auf Twitter und von der Bild

Bei der Jahreskonferenz der Evangelischen Allianz in Bad Blankenburg hatte Hans-Jürgen Abromeit am 1. August über das Thema „Zwei Völker – ein Land. Eine biblische Vision für Frieden zwischen Israel und Palästina“ gesprochen. Laut dem Bischof gebe es bei den Deutschen eine „Überidentifikation mit dem Staat Israel“. Es werde bewusst nicht unterschieden zwischen dem biblischen Israel und dem heutigen Staat. Das führe zu einer Vermischung der theologischen und politischen Ebene. Unter anderem kritisierten der Grünenpolitiker Volker Beck sowie die Bild die Aussagen. Auch die Landesbischöfin der Nordkirche, Kristina Kühnbaum-Schmidt, betitelte die Begrifflichkeit der Überindifikation als „völlig unangemessen“.

Der Bischof selbst wiederum entgegnete auf die Kritik: „Ich bedaure außerordentlich, dass offensichtlich einige der aus dem Zusammenhang meines Vortrages herausgenommenen Formulierungen Anlass zu Missverständnissen gegeben haben.“ Weder das Existenzrecht Israels noch die Verantwortung der Deutschen gegenüber der Sicherheit der israelitischen Bürgerinnen und Bürger habe er infrage stellen wollen. Ein Manuskript des Vortrags ist hier zu finden.

2 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Wir müssen wohl überall dazu schreiben *meine Meinung* sonst wird man wegen eines jeden Wortes an den Pranger gestellt. Das Übel in der Welt ist doch, dass niemand sich um die Wahrheit kümmert und dem Betrug näher steht, weil eben alles in der Welt Betrug und am Ziel vorbei ist.. so sagt die Bibel in Hebräer 2, 1 – So bleibt im Wort, damit ihr nicht am Ziel vorbei geht.
    Das Ziel des Glaubens ist die Seligkeit der Seelen. Ein bibeltreuer Gläubiger, weiß wer dies bewirkt – egal ob im AT oder NT.

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