Die Gleichstellung von Frauen in der Gesellschaft ist aus Sicht der Theologin Margot Käßmann noch längst nicht verwirklicht. Die Corona-Krise habe gezeigt, dass die alten Rollenmuster noch fest verankert seien.

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Es sei „eine Illusion“, dass so getan werde, als wären Männer und Frauen gleichberechtigt, erklärte Käßmann gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd). In Wirklichkeit gebe es nach wie vor Probleme und eine unterschiedliche Belastung von Frauen und Männern.

„In all den jungen Familien, die ich kenne, ist es natürlich so, dass die Frau dafür sorgt, was auf den Tisch kommt, dass die Schulaufgaben ordentlich gemacht werden oder die Wäsche gewaschen wird“, sagte die frühere hannoversche Landesbischöfin und ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Frauen trügen im Haushalt die Hauptbelastung. Diese habe nicht abgenommen, auch wenn es ein paar „Ausnahmemänner“ gebe. Das werde jetzt sichtbar, weil viele Frauen beruflich zurücksteckten, um die Familienarbeit zu leisten.

Empört zeigte sich Käßmann über den Umgang mit sogenannten systemrelevanten Berufen, die vor allem von Frauen geleistet würden. Sie seien der Gesellschaft offenbar wenig wert: „Die Altenpflegerin, die Erzieherin und auch die Frauen, die uns mit Lebensmitteln versorgen – das sind dominant Frauenberufe und glasklar schlecht bezahlte Berufe“, kritisierte sie. „Das hängt offensichtlich zusammen, und da muss sich etwas ändern.“ Die Pandemie zeige, dass diese Berufe systemrelevant seien und „nicht der oberste Manager einer Firma“.

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Frauen sollten ihre Rechte entschieden einfordern, in Familie und Beruf, riet Käßmann. Am besten gelinge das im Schulterschluss mit Verbündeten, denn noch hätten Frauen eine schlechtere Lobby. Käßmann ermutigte die Frauen, aktiv zu werden: „Nutzt die Möglichkeiten, die es in Deutschland gibt über Betriebsräte und über Gewerkschaften, diese Rechte auch lautstark einzuklagen.“

In der Kirche setzt die evangelische Theologin große Hoffnungen in die Frauenbewegung „Maria 2.0“, die für Reformen in der katholischen Kirche kämpft. „Ich habe hohen Respekt für die Frauen, die das jetzt in die Hand genommen haben.“ Diese Reformen müssten allerdings von innen kommen. Käßmann ist zuversichtlich, dass die Frauen erfolgreich sein werden: „In der römisch-katholischen Kirche, zumindest in Deutschland, ist so eine große Unruhe, da muss sich etwas bewegen.“

Käßmann: Gleichberechtigung ist Illusion (epd-Video)

11 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Frau Käßmann verwechselt Gleichberechtigung mit Gleichstellung. Frauen haben in Deutschland die gleichen Rechte wie Männer, und das ist auch gut so. Wenn mehr Frauen die Familie zu Hause betreuen, dann bedeutet das noch lange nicht, dass keine Gleichberechtigung vorliegt. Viele Frauen sind vom Feminismus nur noch genervt und kümmern sich von ganzem Herzen gerne um die Family. Diesen Frauen wird in unserer Gesellschaft ständig ins Gesicht geschlagen, in dem das Muttersein verbal abgewertet wird. Frauen sollen sich dem Arbeitsmarkt gefälligst als Humankapital zur Verfügung stellen und ihre Rolle in der Wirtschaft einnehmen. Das „schöne neue“ Rollenbild. Wellcome in the GDR 2.0
    p.s. Das schreibt übrigens jemand, dessen Frau voll im Berufsleben steht, also kommt mir jetzt nicht mit alten patriarchalen Strukturen und alter weißer Mann…Ist übrigens auch eine Diskriminierung 😉

  2. Glaube es gibt im Glauben immer eine Gesunde Unterordnung gemäß der Bibel . Wenn der Mann das in Beziehung mit Jesus 💕 gewissenhaft tut , dem dann ! fällt es auch der Frau leichter sich dem Manne unterzuordnen . Es gibt eine Gesunde Gleichstellung beider Geschlechter – das fängt aber im eigenen Herzen an , wenn man Weisheiten hat die Verbinden ( Fairbinden ) ✨😊✨Lsg Georg 🌈

  3. Danke für den interessanten Artikel
    Gleich Berechtigung
    Ich bin Krankenschwester und seit corana habe ich meinen Beruf gekündigt auch altershalber.
    Gleich Berechtigung ist auch für mich eine wichtige
    Sache ,
    aber oft fragte ich mich möchtest du mit 3 Kindern so schwer arbeiten ,bauen ,
    Pflege, Arbeit Haushalt
    Ehemann arbeitet voll und schwer in Industrie
    Ich bin ehrlich,
    ich arbeitete auch aus einem andern Grund
    Angst vor Trennung
    Ehemann im Ausland ,
    Vertrauen dort zu haben wo dein Mann grade ist.
    Das ist für mich riesig geworden dieses Problem Vertrauen.
    Glaube n sie mir
    und das ist für viele Frauen ein Problem. Denn sonst würden sie auch gerne weniger Stunden arbeiten.
    Diese globale Tätigkeit unserer Männer im Ausland ist schon immer eine große Gefahr für Ehe und Familie.
    Das sollte auch mal auf den Tisch.
    Ich versuche noch heute durch meinen Glauben,
    Ruhe zu bekommen aber wie viele Freunde in Kirche und Gemeinde sind geschieden oft aus diesem Grund .
    Keine Zeit mehr für die Ehe und Familie.
    Liebe Grüße
    Ich hoffe für viele Frauen ist Offenheit eine Hilfe.

  4. Das „Schlechtreden“ von Kindererziehung und häuslicher Arbeit ist natürlich längst in alle Gremien der Volkskirchen vorgedrungen. Wer etwas auf sich hält und „modern“ ist stößt in dieses Horn, dabei fühlt man sich mal wieder an Angela Merkel erinnert „das ist alternativlos“.
    Der Feminismus hat einen Siegeszug ohnegleichen hingelegt, oder sollte man besser sagen einen Pyrrhussieg errungen !?
    Schaut man sich die Früchte dieser antigöttlichen Bewegung an bekommt man das Grausen, ein Scheidungstsunami, entwurzelte Kinder, Geschlechterkampf ohne Ende und Sieger !
    Aber ein Heer an „selbstbestimmten“ Frauen in Lohn und Brot, da freut sich die deutsche Wirtschaft und die Therapeuten über volle Terminkalender. Übrig bleibt am Schluss ein Heer von enttäuschten Einzelwesen in ihren 2 Zimmer-Apartments, aber natürlich bei vollen Pensionsansprüchen.
    Nee sorry, aber das ist kein Lebenskonzept nach nach dem es zu streben gilt, da ist mir die „traditionelle“ Familie deutlich sympathischer und auf die Ewigkeit gesehen auch „gewinnbringender“ !

    • Grauenhaft, dieser Alt-Herren-Mumpitz. Tiefstes Mittelalter. Frauenhass und Apartheid basiert auf religiösen Einstellungen gegen Frauen in so ziemlich allen Religionen weltweit und steht auch so in deren jeweiligen „Heiligen Büchern“. Erst wenn dieser Ursprung überwunden ist, kann man auf eine Besserung dieser archaischen Einstellung hoffen, daran müssen wir Humanisten permanent arbeiten.

        • Ja, sollte mich irgendjemand irgend wann fragen, was Frauen in meinem Leben bedeuten – ganz zuerst, on top -, dann fiele mir sofort dieses schöne englische Wort ein: thrill. Ich würde es rauf- und runtersingen in allen Farben, zu welcher Zeit auch immer, auf jedem Fleck der Erde.

      • Die Wertschätzung der traditionellen Familie ist also gleichzusetzen mit Apartheid. Sehr interessant…Und alle, die nicht der EKD-Denkweise folgen sind dann natürlich Rechte. Das ist ja echt eine sehr intellektuelle und ausgewogene Weltsicht…

        [Bitte beim nächsten Posting auf den Sarkasmus verzichten – danke / MfG, die Redaktion]

        • Habe ich nie behauptet.

          [Zusatz gestrichen / dieser Verweis + Sarkasmus sind nicht nötig, danke / MfG, die Redaktion].

  5. Ja diese Schande muß endlich aufhören. Jede echte Mutter, jede gute Ehefrau, erst recht Alleinerziehende Mütter haben den Nobelpreis verdient … Ohne Frauen, wäre unsre Gesellschaft schon längst zusammengebrochen etc. etc.
    Genauso wichtig ist aber auch, dass wir CHRISTEN endlich aufhören mit dem blöden Konfessions-Gewürge, dass nicht nur
    überall SPALTUNGEN pro Wohnort und Land, bewirkt, sondern uns als CHRISTEN total unglaubwürdig macht. Wir werden dadurch zu Recht dem Bereich der Sekten zugeordnet … Die Kirchengeschichte zeigt das Elend seit Jahrtausend … Dabei wäre es so einfach änderbar: Alle christl. Gemeinden ändern Ihren Namen auf CHRISTUS Gemeinde, natürlich auch die Briefköpfe. Und ab sofort zählt nur noch ein Kriterium: „Wer von Herzen CHRISTUS vertrauen und gehorsam sein will, der ist unser BRUDER, unsre SCHWESTER (höchste Titel auf Erden, ohne Leistung oder Verdienst, aus reinster GNADE), alle Anderen sind keine CHRISTen und gehören nicht zum LEIB des CHRISTUS !!!“ Wer sich wirklich fest an CHRISTUS und SEINEN kostbaren LEIB halten will, der geht diese Schande endlich an … „HERR lass alle Echten Aufwachen. AMEN !!!“

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