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Die Theologin Margot Käßmann rief dazu auf, «das Sterben aus der Tabuzone der Gesellschaft zu holen».

 Der Einsatz gegen aktive Sterbehilfe sei nur zu gewinnen, wenn den Menschen deutlich gemacht werde, «dass sie in Würde sterben können», sagte die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland und frühere hannoversche Landesbischöfin am Samstag auf dem Hessischen Palliativtag in Darmstadt. In der Schmerzmedizin sei Deutschland noch ein Entwicklungsland, kritisierte Käßmann auf dem Treffen von 800 Menschen aus Pflegeberufen, Medizin, Hospizvereinen, Seelsorge und Wohlfahrtsverbänden.

 Für den hessen-nassauischen Kirchenpräsidenten Volker Jung ist die moderne Palliativmedizin die «Gegenreaktion auf den Ruf nach aktiver Sterbehilfe». Sie nehme dem Menschen die Angst vor einem qualvollen Tod, die den Wunsch nach Sterbehilfe erst aufkommen lasse. Hospizarbeit und Seelsorge trügen dazu bei, dass Sterbende als Individuen wahrgenommen würden und sich nicht als Last fühlten. Jung räumte ein, dass Sterbebegleitung in Hospizen und durch ambulante Dienste keine Idee von Staat, Kirchen und Institutionen gewesen sei, sondern bürgerschaftlichem Engagement entspringe. Die Kirche wolle diese Bewegung nach Kräften unterstützen.

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(Quelle: epd)