Muss sich Kirche bei allen Themen in den politischen Diskurs einschalten? Wo sollte es Grenzen geben? Diese Frage stellt Philipp Greifenstein im „Eulemagazin“. Einerseits habe sich die Kirche eine „hohe Deutungskompetenz“ auf vielen Gebieten erworben, doch gebe es kein Mandat, zu jeder Frage öffentlich Stellung zu beziehen. „Muss die Kirche eine Petition für ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen initiieren“, fragt Greifenstein. Solche Aktionen seien „Kopfgeburten einer schreibtischaffinen Theolog*innenkaste“, die das Kirchenvolk pädagogisiere.

Weiterlesen im  > Eulemagazin

 

3 DIREKT-KOMMENTARE

  1. „Bunte Kirche“ flankiert die wirtschaftliche Globalisierung und stiftet damit die identitätslosen Zombies. Solche brauchen weniger Rechte und sind mit Massensuggestion leicht zu beeinflussen.

    Es geht darum, daß man sich zum richtigen Thema zu Wort meldet. Dann haben die Worte auch Gewicht.

    Die Kirche ist vom Staat bewußt mit inneren Widersprüchen ausgestattet worden. Widersprüche führen dazu, daß man sich langsam auflöst. Die Macht der Kirche sollte damit beschnitten werden. Und das hat funktioniert. Säkularisierung nennt man das. Ich nenne das Banalisierung des Glaubens, der Sitte, des guten Geschmacks.

    Praktisch zeigt die Kirche, daß sie kein positives Gesellschafts- und Menschenbild mehr hat, keine Kultur, keine Wahrheit. Und es zeigt, daß in der Kirche nicht offen debattiert wird.

  2. Auch eine Autofahrt ist ein Gottesdienst

    Kirche wird schnell inflationär wahrgenommen, würde sie eine Überzahl (wichtiger?) Themen kommentieren, wobei man schon hier sagen müsste, daß weder Kirche/n, Bundestag, Landtage, Parteien, Gewerkschaften und Sonstige automatisch als Vormund der Bürger/innen allgemein auftreten sollten. Auch Christinnen und Christen brauchen keinen staatlichen oder kirchlichen (Vor)mund, sie haben einen eigenen Mund.

    Es darf aber nicht vergessen werden, daß mit dem Ernstnehmen der zeitlos relevanten Aussagen der Bergpredigt die Botschaft Jesu eine politische Seite besitzt. Wir Christinnen und Christen sollen Salz der Erde und Licht der Welt sein und dürfen glauben, daß die Barmherzigen und Friedfertigen die Erde besitzen werden. Deshalb ist wichtig, daß Glaube, Liebe und Hoffnung praktizierende Menschen sich politisch engagieren. Ein politisches Christentum in ideologisierter Form wird es nicht geben dürfen, weil das höchste und alle anderen Gebote zusammenfassende Gebot dasjenige der Liebe ist. Fundamentalismus, der oft im Denken anfängt, ist mit dem Anliegen unserer Glaubensüberzeugungen unvereinbar, weil niemand wie Gott absoluter Wissen und absolute Wahrheit besitzt. Die gibt es nur bei Demagogen und Diktatoren.

    Ein politischer Christ in diesem Sinne polarisiert nicht, betrachtet den politischen Mitbewerber nicht als Feind, besitzt Mut Fehler und Meinungsänderungen zuzugeben und müsste sich immer auf seine Fahnen schreiben, dem Frieden, der Versöhnung und der Bewahrung der Schöpfung zu dienen.

    Eine solche Menschin oder ein solcher Mensch darf sich dabei nicht als Perfektionist verstehen, weil es weder ein perfektes Vertrauen in Gott, in andere Menschen noch in eigene Möglichkeiten geben kann. Christinnen und Christen in der Politik werben mit ihren positiven Aussagen und Auftreten, etwa mit Originalität und Bescheidenheit, nicht mit Bierzeltrethorik oder dem Versuch, die Lufthoheit über den Stammtischen wenigstens in Wahlkampfzeiten wieder herzustellen. Ein politischer Mensch sollte als Jesusnachfolger im Zweifel Gott mehr gehorchen als den Menschen, etwa wenn es darum geht, die staatliche Abschaffung der Rettung schiffbrüchiger Flüchtlinge nicht schön zu reden. Politische Christenmenschen dürfen nicht nur mit dem politischen Gegner sondern auch mit Gott reden, wenn es geht wie mit einem guten Freund oder einer guten Freundin: Ein schwieriger Spagat, aber einer mit Segen.

    Christsein umfasst eigentlich alle Dimensionen im Leben eines Menschen, der die Sache Jesu im Jahr 2019 vertritt. Beispielsweise auch beim Autofahren. Dazu kann man ein Autobahn-Tempolimi wünschen, aber auch ohne dieses es bereits vorher praktizieren. Wer versucht sich im Lebensvollzug der Bergpredigt anzunähern kommt um ein wenig Querdenkertum nicht herumkommen. Sonst würden die Leute denken, die Christen seien allesam freudlose und langweilige Gesellen.

  3. Ich finde es zwar richtig, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Autobahn erfolgt, aber es ist wirklich nicht die Aufgabe der Kirchen.

HINTERLASSE EINEN KOMMENTAR

Please enter your comment!
Bitte gib deinen Namen ein