Tausende Menschen sind am Samstag in Berlin auf die Straße gegangen – gegen und für Schwangerschaftsabbrüche. Die Polizei nahm Blockierer vorübergehend in Gewahrsam.

Begleitet von lautstarken Protesten und zeitweiligen Straßenblockaden haben Lebensschützer am Samstag (21. September) in Berlin beim „Marsch für das Leben“ gegen Schwangerschaftsabbrüche demonstriert. Laut dem Veranstalter Bundesverband Lebensrecht beteiligten sich mehr als 8.000, aus dem ganzen Bundesgebiet angereiste Menschen daran.

An Gegenprotesten nahmen laut Veranstaltern insgesamt mehr als 5.000 Menschen teil. Die Polizei nahm im Zusammenhang mit Störaktionen und Blockaden des „Marsches für das Leben“ zahlreiche Gegendemonstranten in Gewahrsam.

Viele Kirchenvertreter liefen mit

Zum Auftakt des „Marsches für das Leben“ vor dem Reichstagsgebäude sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht, Alexandra Linder, jeder Mensch habe „von der Zeugung bis zum Tod die gleiche personale Würde“. Auf Plakaten stand unter anderem „Inklusion statt Selektion – jeder Mensch ist gleich wertvoll“ und „Baby-Auslese ist keine Kassenleistung“.

An der Veranstaltung nahmen auch mehrere katholische Bischöfe sowie Vertreter evangelikaler Christen und evangelischer Freikirchen teil, wie etwa der Bischof der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche, Hans-Jörg Voigt (Hannover), und der Vorsitzende der Deutsche Evangelischen Allianz, Ekkehart Vetter.

Embryonen-Schutz ist Thema

Redner sprachen sich gegen jede Form der begleiteten Selbsttötung aus und plädierten für ein würdiges Lebensende mit Hilfe von Hospizen und Palliativversorgung. Gefordert wurde auch die Beibehaltung des geltenden Embryonen-Schutzgesetzes.

Bei den Gegenprotesten forderten Rednerinnen unter anderem die Straffreiheit von Abtreibungen und die Streichung der entsprechenden Paragrafen im Strafgesetzbuch. Auf einer Kundgebung am Hauptbahnhof mit rund 400 Teilnehmern stand auf Transparenten etwa „Unterstützung statt Kriminalisierung“, „Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht“ und „Antifeminismus sabotieren – Abtreibung legalisieren“. Insgesamt waren sechs Kundgebungen angemeldet. Unter anderem hatte das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung zu den Protesten aufgerufen.

13 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Bei der Aufzählung der Teilnehmer fehlt Beatrice von Storch (AfD; also die, die auf Kinder schießen lassen wollte, obwohl .. die waren dann ja schon geboren und schließlich auch Flüchtlinge), die wie jedes Jahr auch wieder dabei war und in früheren Jahren den Zug sogar mit anführen durfte.
    https://www.bz-berlin.de/berlin/abtreibungsgegner-demonstrieren-vor-reichstag-etliche-gegenproteste
    https://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/beatrix-von-storch-afd-vizechefin-will-polizei-sogar-auf-kinder-schiessen-lassen-14044186.html

    • Dies möchte ich Teilnehmer klarstellen: Namentich wurden Redner und Verantwortliche genannt. Bei den 8000 Teilnehmern weden natürlich weder Personalien überprüft noch jeder Teilnehmer namentlich erwähnt- eigentlich Logo, oder?
      Zudem ist der Marsch für das Leben bewusst unabhängig von jeglicher Partei- weder dürfen Partiefunktionäre dort in öffentlicher Funktion sprechen noch dürfen PArteizeichen gezeigt werden!
      Wahrscheinlich möchten Sie gerne eine Nähe zur afd unterstellen- was ich sehr traurig finde und ganz klar nicht stimmt! Ich selber habe sie dort nicht gesehen, aber ich habe z.h. Hubert Hüppe dort gesehen (ehemals MdB für die CDU sowie Behinderten- beauftragter), ein Freund von mir der dabei war ist in der ÖDP etc…vielleicht war also durchaus das gesamte Parteienspektrum vorhanden. Und zudem: Kann man bei einer öffentlichen demo jeden Gast kontrollieren? Dies gelingt ja auch nicht bei denen, die dort nur stören udn provozieren möchten und besonders bei den Gebeten lauthals grölen. Auch jene respektieren wir als Menschen, auch wenn wir ihre Methoden und Ansichten bedauern. Aber christliche Nächstenliebe macht auch vor Andersdenkenden nicht halt… Mein Tipp: Das nächste mal (am 19.9.2020) selber mit dabei sein und sich ein eigenes Bild machen!

      • >Wahrscheinlich möchten Sie gerne eine Nähe zur afd unterstellen- was ich sehr traurig finde und ganz klar nicht stimmt!

        Nun, der Landesbischof Dröge hat zumindest diesen Eindruck:
        „Wegen derlei Gefolgschaft hält Landesbischof Dröge den Marsch gar für „rechtspopulistisch unterwandert“. “
        https://www.fr.de/panorama/lebensschutz-rechten-namen-christi-10964059.html

        Die Berliner Polizei auch (gleicher Artikel)

        Und von Storch ist nicht einfach eine normale Teilnehmerin sondern hat den Marsch bis 2016 angeführt. Auf Ihrer Facebookseite wird der Marsch in ihrem Sinne instrumentalisiert.

        Und der ehemalige Verbandsvorsitzende Lohmann hält die AfD offensichtlich für eine normale Partei und benutzt AfD-Vokabular (Altparteien, etc.)

        • Ich war nicht dort, aber wenn Frau Storch da keine offizielle Funktion hatte, war sie als Privatperson dort, oder? Sie hätten auch erwähnen können, dass Herr Hüppe da war, wie jemand anderes schrieb….dann hätten sie über eine Nähe zur CDU spekulieren können und Herr Hüppe hat schon in den 90er Jahren bei dem Marsch fürs Leben in Bonn gesprochen. Er spielt da also scheinbar auch eine wichtige Rolle.
          Den Marsch für das Leben gabs auch schon als die AfD noch gar nicht gegründet war. Jetzt zu suggerieren, dass es da eine politische Nähe gibt, nur weil es mit Sicherheit auch AfD-Anhänger gibt, die gegen Abtreibung sind, ist doch Unsinn.
          Wie gesagt: ich war in den 90ern dabei und da habe ich SPD oder Grüne gewählt (das Leben ist voller Widersprüche)….macht das jetzt das Ganze zu einer rot-grünen Veranstaltung?

    • Hallo Jörg, mal ein anderes Beispiel: Ich bin ein starker Befürworter der strikten Einhaltung von Mindestlöhnen in Deutschland und unterstütze jede Demonstration dafür, damit schwer arbeitende Menschen nicht ausgebeutet werden. Dass bei solchen Demos auch DKP-Leute mitdemonstrieren, die vor Jahren noch das Menschen verachtende Stasi-System der DDR bejubelt und unterstützt haben, ist traurig, kann man aber nicht verhindern. So verhält es sich auch mit dem Mitdemonstrieren von AFD-Leuten bei dieser Demo. Und es würde ja wohl keiner auf den Gedanken kommen, Leute, die für die Einhaltung von Mindestlöhne sind, mit Befürwortern des DDR-Regimes gleichzusetzen.

      • würdest du auch mitmarschieren, wenn dort im größeren Umfang NPD-Funktionäre mitmarschieren würden, die anschließend ihre angebliche ‚Arbeitnehmerfreundlichkeit‘ in den sozialen Medien ausschlachten?

        Obwohl ich auch für faire Mindestlöhne bin, würde ich mir dann eine andere Demonstration suchen oder zumindest erwarten, dass sich die Organisatoren deutlich von diesen distanzieren und in Reden auch den Wert der Demokratie betonen.
        (Übertragen auf den Marsch für das Leben: Man könnte einen Zusammenhang herstellen, Flüchtlinge (schließlich auch Menschen), die im Mittelmeer ertrinken, retten zu müssen). Das sollte eine von Storch schon abschrecken.
        Ein Zusammenhang, den übrigens auch der Berliner Erzbischof Heiner Koch herstellt, weshalb er heute wohl nicht mehr an dem Marsch teilnimmt.

        • Dann ist der Berliner Erzbischof jetzt für Abtreibung? Oder hat er sich nur der schweigenden Minderheit angeschlossen und ist zwar gegen Abtreibung, sagts aber nicht mehr, weil er sonst Angst hat, dass man ihm AfD-Nähe unterstellt?

          Es hat nichts mit Demokratie zu tun, wenn man sich nicht mehr für das einsetzt, was einem wichtig ist, weil andere Leute, die man nicht mag, zufällig in dem Punkt die gleiche Meinung haben.

          Der Berliner Erzbischof, den du in deiner Argumentation ja immer wieder anführst, findet also man kann wegen Frau von Storch nicht teilnehmen. Andere Kirchenvertreter fanden man könne teilnehmen….und nu? Da ist das was der Berliner Erzbischof gesagt hat doch genauso wichtig oder unwichtig, wie das was die anderen Kirchenvertreter sagten.

  2. Das Menschenrecht gilt für alle.- Handelt es sich bei den Ungeborenen nun um Menschen oder nicht? Wenn es sich um Menschen handelt, dann müsste Abtreibung generell verboten sein, weil Abtreibung Tötung eines Menschen bedeutet. Ich meine, es kann einer Schwangeren zugemutet werden, das ungewollte Kind zur Welt zu bringen und es dann adoptieren zu lassen. Das bedeutet für die Schwangere eine große Härte und lenkt ihr Leben in eine ungewollte Bahn, rettet aber das Leben eines neuen Menschen, der ein Recht hat, aufzuwachsen wie alle anderen. Als Ausnahme kann ich nur akzeptieren, dass das Leben der Schwangeren durch die Schwangerschaft bedroht ist. Dann sollte aber nach der Abtreibung eine Sterilisation erfolgen, damit nicht ein weiteres Kind bei einer neuen Schwangerschaft getötet wird.

    • > Das Menschenrecht gilt für alle.- Handelt es sich bei den Ungeborenen nun um Menschen oder nicht?

      Laut Bibel nicht. Danach ist ein Fötus grundsätzlich schützenswert, aber lange nicht in dem Umfang wie ein Mensch. Es wird wohl eher als materieller Schaden für die Eltern angesehen.

      2. Mose 21 (Lutherbibel 2017):
      menschliches Leben: 12 Wer einen Menschen schlägt, dass er stirbt, der soll des Todes sterben.
      Fötus: 22 Wenn Männer miteinander streiten und stoßen dabei eine schwangere Frau, sodass ihr die Frucht abgeht, ihr aber sonst kein Schaden widerfährt, so soll man ihn um Geld strafen, wie viel ihr Ehemann ihm auferlegt, und er soll’s geben durch die Hand der Richter.

  3. @Jörg: Einfach mal das Versammlungsgesetz lesen. Öffentliche Kundgebungen sind (nomen est omen) öffentlich zugänglich und keine Privatparty mit Gästeliste. Es ist rechtlich überhaupt nicht möglich, Teilnehmer nach Belieben auszuschließen, solange sie keine Gefährdung darstellen oder stören. Im Gegenteil ist das Ziel einer Kundgebung, Menschen anderer Meinung anzusprechend und zu überzeugen.

    Ansonsten einfach mal wieder Lukas 15 lesen.

    • Man könnte sich aber klarer von ihnen distanzieren. Was in Hinblick auf Frau von Storch passiert, ist jedoch eher das Gegenteil, wenn man sich z.B. die Aussagen von Herrn Lohmann(und der ist nun wirkli8ch nicht einfach nur ein Teilnehmer)n anschaut.

      https://www.fr.de/panorama/lebensschutz-rechten-namen-christi-10964059.html

      Insofern: wenn hier im Artikel Namen genannt werden, um zu betonen wie angesehen dieser Marsch ist (und dabei ausgelassen wird, dass z.B. die evangelische Kirche Berlin eine Teilnahme ablehnt und dieser Marsch auch innerkatholisch sehr umstritten ist), dann ist es auch legitim, auf andere Teilnehmer/innen hinzuweisen.

  4. YMeinungsfreiheit ist wertvoll, wenn sie respektvoll gehandhabt wird. Die Beschimpfungen und unsachlichen Zurufe der Gegner des Lebensmarsches waren ein grotesker Gegensatz zu den freundlichen und friedlichen Demonstranten für das Leben.

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