von Levian Scheidthauer

Was du wissen solltest

Mitte des letzten Jahrzehnts bildete er zunächst als einfühlsamer Begleiter von Sarah Kaiser, später als Samuel Jersak Trio einen spannenden Kontrapunkt zum christlichen Mainstream-Pop. Trotzdem sollte es noch einmal zehn Jahre dauern, bis Samuel wieder als Jazzpianist unter eigener Flagge auf einem Tonträger zu hören ist.

Wie es sich anhört

Der Jazzliebhaber weiß sofort, warum es in diesem Album geht. Der Titel, eine Anspielung auf Keith Jarretts Soloalbum „The Melody At Night, With You“ aus dem Jahr 1999, legt die persönliche Betroffenheit des Künstlers frei, aus der dieses stark biografisch inspirierte Projekt geboren wurde. Samuels Spiel ist musikalische Therapie, Schmerzverarbeitung, Introspektion. Jarrett hatte sein Album unter der Last eines Erschöpfungssyndroms aufgenommen, als persönliches Geschenk an seine Frau. Ähnlich persönlich klingt es, wenn Samuel, vertieft in die Musik, die unter seinen Fingern entsteht, ganz bei sich bleibt. Statt mit Virtuosität besticht dieses Album mit seiner Zerbrechlichkeit und schlichten Schönheit. Als Zuhörer bleiben wir stiller Beobachter.

Bestes Lied
Verändert die Stimmung des Pianisten den Klang seines Instruments? Ich glaube ja. Ich meine zu hören, wie sich Samuel innerlich neu aufstellt. Als der letzte Ton gespielt ist, habe ich was mit ihm erlebt. Wie ein Abend mit einer Flasche Wein unter Freunden. Einfach von vorne bis hinten durchhören.

Klingt wie
Keith Jarrett, E.S.T

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ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Samuel Jersak: The Melody At Night, Without You

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