Brot-und-Fisch-Mosaik in der Brotvermehrungskirche in Tabgha am See Genezareth (Bild: epd-bild / Norbert Neetz).
Die „Brotvermehrungskirche“ im israelischen Tabgha am See Genezareth war bei einem Brandanschlag im Jahr 2015 schwer beschädigt worden. Nach aufwendigen Renovierungsarbeiten soll sie am Sonntag neu eingeweiht werden. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki wird die Messe feiern. Israels Staatspräsident Reuven Rivlin hat sein Kommen angekündigt.

Rivlin hatte unmittelbar nach dem Brandanschlag im Juni 2015 seine Solidarität mit den Christen in Israel erklärt und die Tat scharf verurteilt. Israel sei verpflichtet, die heiligen Stätten aller Glaubensrichtungen zu schützen und zu erhalten, erklärte Rivlin damals. Jüdische Extremisten hatten in der Nacht Feuer gelegt, das nahezu den gesamten Südflügel des Klosters zerstörte.

Gesamtschaden: 1,3 Millionen Euro

Das Atrium war komplett verbrannt, und auch der Durchgang zwischen Kirche und Kloster musste weitgehend erneuert werden. Zwei Menschen erlitten leichte Rauchvergiftungen. An eine Außenwand sprühten die Attentäter in Anlehnung an ein jüdisches Gebet mit roter Farbe: „Die falschen Götter werden zerschmettert werden“.

Nach Angaben des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande beläuft sich der Gesamtschaden, inklusive Verdienstausfälle, auf rund 1,3 Millionen Euro. Die Angaben stützen sich auf den Prior des Klosters Tabgha, Pater Basilius Schiel. Die Kosten für die Reparaturen wurden weitgehend durch Spenden und Zuschüsse gedeckt. Pater Basilius bezifferte die Mittel, die von Israel kamen, auf umgerechnet nur 370.000 Euro.

Solidarität auch durch Rabbiner

Pater Nikodemus Schnabel, Prior der Dormitio-Abtei auf dem Zionsberg, zeigte sich überrascht von der „unglaublichen Solidarität der Zivilgesellschaft“, bei der sich auch zahlreiche Rabbiner hervorgetan hätten. Schnabel erklärte sich sofort zur Versöhnung mit den Tätern bereit. „Wir wollen keine Rache“, sagte er. „Unser Kloster steht jedem offen.“