Zehn Monate lang saß der blinde Geschäftsmann Nadeem Yousaf wegen vermeintlicher Blasphemie in Pakistan im Gefängnis. Ihm drohte die Todesstrafe. Jetzt sprach ein Gericht ihn frei.
Laut Angaben der Hilfsorganisation Christian Solidarity International (CSI) betrieb Nadeem Yousaf ein kleines Waagengeschäft in der Millionenmetropole Lahore. Trotz seiner Blindheit habe er es erfolgreich geführt, heißt es. Doch dann sei er Opfer von schwerer Verleumdung geworden. Die Täter hätten sich sein Geschäft aneignen wollen, schreibt CSI. Um ihn auszuschalten, zeigten sie ihn wegen Blasphemie an – ein Kapitalverbrechen in Pakistan. Unabhängig von potenziellen juristischen Konsequenzen ist Pakistan dafür bekannt, dass Blasphemie-Vorwürfe zu öffentlicher Empörung und auch Lynchjustiz führen können.
Dem Anwalt Javed Sahotra gelang es nach Angaben von CSI jedoch, Nadeems Unschuld nachzuweisen. Mithilfe von Kreuzverhören und digitalen Anrufdaten entlarvte er auch Polizisten als Komplizen. Ein Gericht sprach Yousaf Ende Juni frei.
„Als der Richter das Wort ‚freigesprochen‘ aussprach, fühlte es sich an, als wäre mir ein schwerer Stein von der Brust genommen worden“, sagte Yousaf gegenüber dem Hilfswerk. „Ich konnte zum ersten Mal seit zehn Monaten wirklich durchatmen“. Im Gefängnis habe ihn die ständige Angst geplagt, ob er jemals wieder in Freiheit gelangen würde. Sein Glaube habe ihm Hoffnung gegeben: „Ich spürte die Wärme Gottes und die Gebete aller, die mich trugen.“ Vor allem seine Schwestern und seine Mutter hätten ihm zur Seite gestanden. Mittlerweile sei Nadeem laut CSI in Therapie, um seine traumatischen Erfahrungen zu verarbeiten.
>>> Christenverfolgung in Pakistan (Kirche in Not, 2018)
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