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Karnevalsumzüge als Spiegel der Weltpolitik

Die Karnevalsumzüge beschäftigen sich satirisch mit der internationalen politischen Lage. Von Trump, über Putin bis Merz – jeder wird auf die Schippe genommen.

Von Stephan Cezanne (epd)

Bei den Rosenmontagszügen teilen die Jecken und Narren gegen Putin, Trump und Merz aus, aber auch gegen das iranische Regime. Zudem unterstützten sie den Düsseldorfer Wagenbauer Tilly, dem in Moskau der Prozess gemacht wird.

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Die Rosenmontagszüge in den Karnevalshochburgen sind auch in diesem Jahr ein Spiegel der Weltpolitik und nehmen Trump und Putin aufs Korn. Mit ihren politischen Mottowagen spotten die Jecken und Narren aber auch über Bundeskanzler Merz (CDU), die AfD und das Regime im Iran. In Köln zog Deutschlands größter Umzug, der rund sieben Kilometer lange „Zoch“, ebenso wie die Züge in Mainz und Düsseldorf durch dicht gesäumte Straßen. Der Mainzer Carneval-Verein rechnete für den 7,2 Kilometer langen Zug durch das Zentrum der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt mit mehr als 600.000 Zuschauern.

In Düsseldorf ist das Verfahren gegen den Bildhauer Jacques Tilly Thema eines Wagens. Dabei spießt der russische Präsident Wladimir Putin den Hoppeditz mit einem Schwert auf. Die zentrale Düsseldorfer Karnevalsfigur wiederum schlägt dem Militärkleidung tragenden Putin mit einer Narrenpritsche auf den Kopf. In Moskau läuft aktuell ein Prozess gegen den Düsseldorfer Wagenbauer wegen Verunglimpfung der russischen Staatsorgane. Tilly nimmt nicht daran teil.

Solidarität mit Wagenbauer Tilly

Auch im Kölner Rosenmontagszug gibt es Solidarität mit dem Düsseldorfer Wagenbauer: Dort hängt ein Schild mit der Aufschrift „Mer ALL sin Tilly“ („Wir alle sind Tilly“) an einem Wagen. Putin selbst ist auf den Persiflagewagen des Kölner Karnevals nicht abgebildet. Allerdings zeigt eine Fußgruppe der Ukraine-Hilfsorganisation Blau-Gelbe Kreuz im «Zoch» Zeichnungen von früheren Putin-Persiflagen von Tilly auf Schildern.

Die politischen Motivwagen in Mainz gaben etwa Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) und seine Vorliebe für Fleisch und US-Präsident Donald Trump dem Spott preis. Der Personalmangel bei der Bundeswehr inspirierte die Wagenbauer zu dem Vorschlag, rüstige Rentner mit «Kampfrollator» ins Feld zu schicken. Durch den im Vorfeld umstrittenen Wegfall von rund 20 Zugnummern sollte sichergestellt werden, dass alle Gruppen und Wagen das Ende der Zugstrecke bis Einbruch der Dunkelheit erreichen.

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Bundeskanzler Merz aufs Korn genommen

 In Düsseldorf ist der russische Präsident auch auf zwei weiteren satirischen Wagen zu sehen: Einmal steuert er eine AfD-Drohne mit dem Kopf von Parteichefin Alice Weidel. Eine weitere Persiflage zeigt Putin, der gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump ein verschreckt blickendes Europa verschlingt. Ein anderer Wagen zeigt Trump zusammen mit einer Jesusfigur. Der US-Präsident schlägt mit seinem „ICE“-Arm ins Gesicht des Mannes mit Dornenkrone und Heiligenschein auf dem Kopf. Auf Jesus‘ Gewand steht die Aufschrift „Love & humanity“ („Liebe & Menschlichkeit“). Die Abkürzung ICE steht für die US-Einwanderungsbehörde.

Die Proteste der Menschen im Iran gegen das Mullah-Regime sind ebenfalls Thema: In Düsseldorf fährt ein Wagen mit einem sich auflösenden Mullah, dem Blutstropfen aus dem Mund tropfen. Die Kölner Karnevalisten zeigen den Politiker und Religionsführer Ali Chamenei, der Demonstrierende auffrisst und ein Blutbad verursacht.

Aber auch die Bundespolitik wird bei den Zügen aufs Korn genommen:

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In Düsseldorf reitet Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) etwa mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) auf deinem Verbrenner-Dinosaurier. In Köln ist Merz als „Kanzler der Schmerzen“ zu sehen, wie er und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) sich mit Fetischoutfits im „Groko Happy Aua Club“ den Hintern versohlen.

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Quelleepd

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2 Kommentare

  1. Scheinheilige

    Zu meinem Kommentar fällt mir noch ein, dass ein mir bekannter Ordensbruder der Barmherzigen Brüder ein lieber Gast in einem Lokal war und dort manchmal gemütlich ein Bierchen trank. Dort wurde aber getanzt. Selbige Menschen, die am Sonntag zur Kommunion bei ihm gingen, auch im Lokal ein Tänzchen wagten, haben ihm montags unmittelbar beim Bischof angezeigt. Ich würde dies für sehr scheinheilig halten. Aber der sehr arme Gottesmann war über soviel Scheinheiligkeit sehr betrübt und konnte es nicht fassen.

  2. Feiern ist positiv, Lieblosigkeit unangemessen

    Ich persönlich meine, dass diese ironische Kritik am Sexuellen Missbrauch mit „Jesus liebt dich“ kritisiert wird, müssten wir Gläubige aber aushalten und auch Kirchenoberen und Kirchenleitungen. Ich bin allerdings ziemlich überzeugt, dass Jesus diese stark ironisierte Kritik auch verstehen wird.
    Andererseits ist andere Kritik an den Menschen in der Politik nicht nur im Straßenkarneval, sondern auch in den Saalveranstaltungen in aller Regel nicht bösartig, vor allem dass wir (nicht die Rechtsradikalen als Menschen, aber) den Radikalismus von ganz rechts (und Radikalismus ganz links) auch hier in Deutschland nicht wünschen, genauso wie jeglichen Antisemitismus. Auch dass der neuerdings hasserfüllte Antisemitismus (nicht nur von Zugewanderten) überhaupt nichts mit der rechtsradikalen Regierung in Israel tun hat und daher nie gerechtfertigt wäre. Dies war vor allem in Mainz-bleibt-Mainz wohltuend, dass auf diese mit ernsthaftem Karnevalshumor vorgetragen Kritik bei Mitfeiernden eindrucksvoll eine allergrößte Zustimmung fand. Wir hatten auf Erden keinen Jesus als Menschensohn, der ein Asket gewesen wäre, er hatte mit seinen Familien drei Tage – wie damals traditionell üblich – Hochzeit mitgefeiert und Wasser zu Wein gemacht. Nicht nur diese biblisch auslegbare Geschichte beweist, im Gewand auch der äußerlichen Erzählung, dass wir als Gläubige und Botschafter/innen der Liebe Gottes uns nicht im Keller zu verstecken brauchen, um dort zu lachen und feiern. Wie alles im Leben, ebenso wie alles bei uns Jesusnachfolgern, geht stets individuell immer um Grenzen guten Vergnügens. Nämlich dort, wo unsere Handlungen und Absichten mit der Liebe Gottes unvereinbar wären. Aber dies muss jeder jeweils mit seinem Gewissen vereinbaren. Im übrigen gehört Gottes Liebe nicht uns, sondern geht vom Himmel aus und sollte von uns gerne gelebt sein. Diese Liebe zeichnen sich dadurch aus, dass sie im Ideal keine (und niemals böse) Absichten befördert. Sie will nie vereinnahmen, manipulieren, sowie Gewalt sein und bedarf im Ideal keinerlei Gegenleistung. Mit Geschenken zu unseren Festen ist dies bekanntlich – wenn meist harmlos – eben doch ein Geben und Nehmen – weil wer groß schenkt auch groß beschenkt werden soll. Weil Religion (besser bezeichnet als Gottvertrauen) bereits zu Jesus Zeiten zu missbräuchlichen Geschäften mit dem Heiligen führte, (dort den Opfergaben), warf Jesus die Tische der Wechsler im Tempel um. Denn die Liebe Gottes ist bedingungslos. Wir dürfen dafür Jesus Dankbarkeit zeigen und daher uns den von Jesus gelebten Idealen trotz Unvollkommenheit gern annähern. Für mich als Protestanten, aber sicherlich für viele Gläubige, ist die Liebe Gottes, die wir lebten, immer Werk des Heiligen Geistes. In der Kindheit habe ich noch erlebt, wie ein angeblich unsäglich moderner Pfarrer, sogar mit gelben Strümpfen, zum Tanzen mit der Ehefrau auf einer Karnevalsveranstaltung weilte und Mitfeiernde entsetzte. Sein Vorgänger hatte dieses teuflische Vergnügen seinen Kindern sehr strikt verboten.

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