„5 Geschwister“ ist eine christliche Abenteuer-Hörspielserie für Kinder. Im Interview erklärt Autor Tobias Schier, wie er den Glauben authentisch vermitteln möchte.
Tobias, wie baut ihr den christlichen Glauben in die 5-Geschwister-Geschichten ein?
2014 haben Tobias Schuffenhauer und ich angefangen, die neuen Folgen zu schreiben – die ersten zehn Folgen stammen ja aus den 80er Jahren. Da machen die Geschwister Andachten, beten und singen oft.
Wir versuchen, dieses Ursprüngliche zu bewahren, aber auch, den Glauben mehr in den Alltag zu integrieren: Die 5 Geschwister unterhalten sich mit Menschen, die Probleme mit Gott oder persönlichen Situationen haben. Dann hat eins der Geschwister einen neuen Blick auf die Situation, in dem auch Gott eine Rolle spielt. Wir wollen zeigen: Glaube hat etwas mit dem normalen Leben zu tun. Nicht nur: „Oh, die Tür ist verschlossen, wie kommen wir heraus? Lass uns beten – oh, jetzt geht die Tür auf!“
Wie schafft ihr, dass das authentisch bleibt?
Wir versuchen es. Trotzdem ist es ein Hörspiel. Da ist es manchmal ganz lustig, wenn in dem Moment tatsächlich die Tür aufgeht oder nach dem Gebet direkt etwas passiert. Aber wir machen die Lösung nicht immer so platt und direkt.
In einem Hörspiel ging es um ein Ehepaar, das zusammen ein Kind bekommen wollte – es hat aber nicht geklappt. Die Folge heißt „Das Wunder von Rio“. Jetzt könnte man natürlich sagen: Die logische Schlussfolgerung ist, dass die Frau schwanger wird, weil die 5 Geschwister gebetet haben.
Das Wunder besteht aber darin, dass das Ehepaar lernt, mit der Situation umzugehen und zu sagen: Ich kann trotzdem ein schönes Leben haben. So versuchen wir, nicht immer die typische Lösung zu präsentieren, sondern das Unerwartete oder nur eine Teillösung. Es läuft nicht alles so wie im Märchen. Trotzdem darf man nicht vergessen: Es sind Hörspiele für Kinder ab 8. Da ist es auch mal schön, wenn die Kinder ein Erfolgserlebnis haben.
Greift ihr auch persönliche Erlebnisse mit Gott auf?
Klar. Aber auch Urlaubserlebnisse oder Persönliches von mir und meinem Umfeld. Ich laufe mit offenen Augen durch die Welt – überall sind Dinge, in denen sich ganze Geschichten verbergen.
Was den Glauben angeht: Die Art, wie ich Gott erlebe und wie ich mein Leben mit Gott lebe, fließt natürlich mit ein, weil ich der Autor bin. Tobias Schuffenhauer und ich versuchen, alles möglichst realistisch zu gestalten und greifen auch auf Situationen zurück, die wir selbst erlebt haben. Ich habe jetzt kein konkretes Beispiel dafür. Aber ich würde nichts in die Geschichte reinschreiben, das nicht zu mir passt und das nicht authentisch ist.
Was bedeutet für dich „Glaube im Alltag“?
Es bedeutet für mich, Jesus überall mit einzubeziehen. Wenn ich im Berufsleben ein schweres Gespräch vor mir habe, nutze ich den Gang durchs Treppenhaus, um für das Gespräch zu beten. Auch im Alltag als Papa: Wenn meine Tochter zum ersten Mal allein Urlaub macht, bete ich für sie und hoffe, dass ihr nichts passiert.
Und ich beginne meinen Tag bewusst mit Gott. Ich bin Frühaufsteher und mag die Ruhe am Morgen. Wenn ich dann die Bibel lese und mir Zeit für Gott nehme, spüre ich den Tag über seine Gegenwart viel besser.
Du bist selbst Papa. Wie können Eltern ihren Kindern den Glauben authentisch vorleben?
Das hat viel damit zu tun, wie ich mit meinem Kind im alltäglichen Leben umgehe. Wie reagiere ich, wenn es Zeit braucht? Wenn etwas schiefläuft? Was, wenn es mich braucht und ich keine Zeit habe?
Ich glaube, oft geht es weniger um die klassische Variante „Wir setzen uns jetzt hin und beten“. Es geht um eine Art und Weise des Umgangs, des Respekts, der Wertschätzung und der gelebten Liebe. Das alles spricht von meinem Glauben. Irgendwann merkt das Kind: Papa geht so mit mir um, weil seine Grundlage der Glaube an Jesus Christus ist.
Ich möchte meinen Kindern auch die Möglichkeit geben, den Glauben selbst zu entdecken. Bei uns liegt oft die christliche Zeitschrift Teensmag auf dem Tisch – so kann meine Tochter sich selbst damit auseinandersetzen. Oder wir beten zusammen, wenn eine Klassenarbeit ansteht, gehen miteinander in den Gottesdienst und sind dankbar, dass die Kinder auch dort Freunde haben, mit denen sie sich treffen können.
Danke für das Gespräch!
Das Interview führte Malin Georg. Sie ist Volontärin bei Jesus.de.
Das fünfzigste 5-Geschwister-Hörspiel „Countdown bis Mitternacht“ wird am 8. März live in der Stadthalle Wetzlar aufgenommen – live mit den Sprecherinnen und Sprecher der 5 Geschwister sowie den Autoren Tobias Schier und Tobias Schuffenhauer. Tickets gibt es hier.
Transparenzhinweis: Die Hörspielserie „5 Geschwister“ ist im Verlag Gerth Medien erschienen, der wie Jesus.de zur SCM Verlagsgruppe gehört.
Link: 5 Geschwister auf Spotify
