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Der Heilige Geist, mein täglicher Begleiter

Wie kann Freundschaft mit dem Heiligen Geist aussehen? Wencke Bates hat festgestellt: Neugier hilft dabei, ihn kennenzulernen.

Es sollte kein Abschied für immer sein und doch war es schlimm. Er war seit Kindheitstagen mein bester Freund. Dann stand bei seinem Vater eine berufliche Veränderung an. Die Familie würde umziehen – ans andere Ende der Welt. Damals gab es weder Internet noch E-Mail. Wenn wir uns per Luftpost Briefe schickten, waren diese mindestens sieben Tage unterwegs. Nach ihrem Auszug wohnten im Haus gegenüber fremde Menschen. Mein Freund war weg. Am Tag des Abflugs weinte ich.

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Ein Abschied und ein Neubeginn

Ob sich die Jünger von Jesus wohl ähnlich gefühlt haben? Jesus hatte sie ins Vertrauen gezogen: Er würde nicht immer bei ihnen sein. Nach seinem Tod am Kreuz würde er zu Gott in den Himmel zurückkehren.

Ich frage mich, was diese Worte wohl in ihnen ausgelöst haben. Sie waren beste Freunde. Hatten mehr als drei Jahre lang eine innige Beziehung zu ihrem Lehrer. Für Jesus hatten sie alles stehen und liegen lassen. Sie lachten und aßen zusammen. Erlebten Abenteuer, Heilungen, Totenauferweckungen, Brotvermehrungen und die Austreibung böser Geister. Es muss daher für die Jünger ein echter Widerspruch gewesen sein: Warum um alles in der Welt sollte Jesus, ihr Messias und bester Freund, sie nun allein auf der Erde zurücklassen?

Doch Jesus ließ seine Freunde nicht allein zurück. Er kündigte an, dass wenn er fortging, ein anderer kommen würde. Ein Helfer. Gemeint war damit der Heilige Geist. Auf ihn sollten sie warten. Und das taten die Jünger, obwohl sie nicht wussten, was sie zu erwarten hatten. Sie vertrauten seinen letzten Worten. Sie warteten. Und er kam – und ist noch heute da. Das feiern wir an Pfingsten.

Der Heilige Geist: die innere Stimme

Welche Bedeutung aber hat der Heilige Geist für mein Leben? Ich bin seit über zwei Jahrzehnten mit Jesus unterwegs, habe ihm mein Leben anvertraut und glaube seinem Wort, der Bibel, auch wenn ich nicht immer alles verstehe. In einem besonderen Moment erfuhr ich, dass Jesus für mich und meine Schuld an einem Kreuz starb, damit ich auf ewig Verbindung mit Gott, meinem himmlischen Vater, haben kann. Diese Liebe Gottes erfordert eine Antwort: Ich kann mich dazu entscheiden, mich dieser Liebe zu öffnen und Gott auch mein Herz zu schenken. Diese Entscheidung ist jedoch freiwillig. Gott zwingt niemanden dazu, mit ihm zu leben.

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Mit dieser Entscheidung für ein Leben mit Gott kam auch der Heilige Geist in mein Leben.

Als junge Christin spürte ich, dass im Reich Gottes alles freiwillig und aus Liebe geschieht. Ich betete zwar oft: „Dein Wille geschehe“, doch wenn ich ehrlich war, gab es Bereiche, in denen ich das gar nicht wollte. Dann spürte ich das manchmal sanfte, dann auch wieder heftige Drängen des Heiligen Geistes, Dinge in Ordnung zu bringen.

Den Heiligen Geist kennenlernen

Die Bibel sagt uns, dass der Heilige Geist eine Person ist. Eine Person kann man kennenlernen – und man wird auch nie fertig damit sein, eine Person kennenzulernen. Der Heilige Geist ist ein Teil von Gott selbst. Er kann uns Worte schenken in Situationen, in denen uns die Worte fehlen (Römer 8,26). Er tröstet uns (Johannes 16,7), er hilft uns, die Bibel besser zu verstehen (Johannes 16,13-14) und er möchte dazu beitragen, dass in uns Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung wachsen (Galater 5,22-23).

Aus Gesprächen mit anderen weiß ich, dass die Freundschaft mit dem Heiligen Geist für manche Christinnen und Christen ein sorgen- und sogar angstbehaftetes Thema ist. Je nachdem, aus welcher Denomination oder welchem gemeindlichen Hintergrund man stammt, gibt es verschiedene Vorstellungen darüber, was es mit der Beziehung zum Heiligen Geist auf sich hat. Dabei begegnet mir auch viel Unwissenheit und Desinteresse.

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Manche fürchten seine spürbare Anwesenheit, weil sie von anderen etwas Negatives gehört haben. Halbwissen und Angst führen im zwischenmenschlichen Miteinander nicht immer zu den besten Ergebnissen. Ich bin überzeugt davon, dass es im Kennenlern-Prozess mit dem Heiligen Geist nicht anders ist. Doch wenn er der ist, den Jesus Christus geschickt hat, dann ist er die Liebe in Person. Sein Herz schlägt für die Menschen. Er will dein und mein bester Freund sein. Dein Helfer, dein Tröster.

Eine besondere Gebetssprache

Inspiriert durch Freunde und Pastoren, die mit dem Heiligen Geist bereits Erfahrungen gemacht hatten, war ich ganz neugierig darauf, was es heißt, wenn er in uns lebt. Einmal hat mir zum Beispiel eine Freundin von dem sogenannten Sprachengebet erzählt. Das ist ein Geschenk des Heiligen Geistes an uns und eine besondere Art der Gebetssprache. Hierbei beten Menschen mit Worten, die ihnen der Heilige Geist schenkt. Für einen selbst und andere Menschen sind diese Worte nicht unbedingt verständlich. Sie dienen jedoch dazu, dass man selbst ermutigt wird. Es sind göttliche Worte, die wir geschenkt bekommen, wenn einem selbst vielleicht gerade die Worte fehlen.

Ich war fasziniert von dem, was ich über das Sprachengebet hörte.

Motiviert setzte ich mich eines Morgens hin, um es auszuprobieren, und fragte Gott ganz direkt: „Ich höre so viele unterschiedliche Dinge über deinen Heiligen Geist. Ich möchte gerne wissen, ob ich diese Gabe des Sprachengebets habe.“

Ich ahnte, dass wir für den großen Auftrag, Menschen dabei zu unterstützen, zu Jüngern von Jesus zu werden, alle Hilfe und Ausrüstung gebrauchen können, die wir von Gott bekommen können. Dazu gehört auch der Heilige Geist und die Gaben, die er uns schenkt.

Deshalb bat ich Gott ehrlich und von ganzem Herzen um die Erfüllung mit dem Heiligen Geist. Dass er in mir wirken möge. An die genauen Worte erinnere ich mich nicht, aber an das, was passierte, schon: Als ich es anschließend ausprobierte, konnte ich ab da in einer für mich unbekannten Gebetssprache beten.

Im Alltag erlebe ich diese Art von Gebet als sehr hilfreich. Weil der Heilige Geist in mir lebt, kann ich beten, auch wenn mir die Worte eigentlich fehlen. Eines Tages musste ich beispielsweise meinen schwerstkranken Mann im Krankenhaus besuchen. Der Besuch fiel mir sehr schwer. Im Vorfeld redete ich zu Gott im Sprachengebet. Dadurch bekam ich Kraft für den Besuch. Es ist meine ganz persönliche Liebessprache zwischen ihm und mir – und ein Ausdruck meiner Anbetung.

Mit ihm ist alles viel, viel schöner

Doch der Heilige Geist ist für mich mehr als die Gaben, die er schenkt. Es geht mir um ihn selbst. Ich kenne ihn als die Kraft und den Frieden in meinem Herzen, wenn es um mich herum stürmt und tobt. Er weist immer und einzig auf Jesus hin. Ich vertraue ihm mehr und mehr – und habe mein Herz an ihn verschenkt. Das sollte man auch nur tun, wenn man sich sicher ist. Wenn man vertraut und gleichzeitig neugierig ist. Neugierig darauf zu erleben, dass dank der engen Verbindung mit dem anderen das Leben besser wird. Der Heilige Geist ist der einzige Freund, der mich niemals verlassen wird.



Dieser Artikel ist zuerst in der Zeitschrift Lydia erschienen. Lydia ist wie Jesus.de Teil der SCM Verlagsgruppe.

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1 Kommentar

  1. Der Heilige Geist begleitet uns gerne freiwillig

    Wie kann Freundschaft mit dem Heiligen Geist aussehen? Wencke Bates hat festgestellt: Neugier hilft dabei, ihn kennenzulernen. Auch für mich ist der Heilige Geist der ständige Begleiter durch mein Leben. Allerdings scheint wichtig zu sein – zumindest nach meiner Erfahrung – daß er nicht automatisch und nach dem Gießkannenprinzip weht – aber dennoch wo er will. Ich selbst, oder wir alle, können sein Wehen verhindern. Denn Gott, genauso wie der Heilige Geist, oder Jesus handeln meist nicht an und für uns, wenn wir dies nicht möchten. Von daher spüre ich auch, wenn diese Heilige Geistkraft mich verlässt und damit aufmerksam macht, daß ich falsch abgebogen bin. Aber es ist grundsätzlich so, worauf ich fest vertraue, daß niemand uns aus der Hand Gottes zu reißen vermag. Wir können uns – wie der Verlorene Sohn im Gleichnis – nur von Gott entfernen und auch wieder zurück kehren. Daß Schaf unter den Dornen wird dort nicht enden und Jesus wird als jemand beschrieben, der dieses Wesen ohne dessen Einverständnis einfach sucht, findet, auf seine Schultern legt und dann liebevoll heimträgt. Dies war für mich neues Bild, daß Gott manchmal ganz anders handelt als wir es oft erwarten: Er rettet uns vielleicht auch, ohne dass wir nach Hilfe rufen. Da denke ich an Saulus, der als Christenverfolger gar nicht daran dachte, deren Anhänger zu werden. Er begegnete Jesus in einem großen Licht und konnte und sich der ganz großen Liebe Gottes vor Damaskus nicht verschließen. Aus Saulus wurde Paulus. Dies aber zeichnet die Rettungspläne für uns alle. Als große Menschheitshoffnung.

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